Farmersteak: mariniertes Nackensteak für Grill oder Pfanne
Ein Farmersteak ist im Grunde ein Schweinenackensteak in würziger Paprika-Marinade. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Marinade selbst anrühren und das Fleisch auf dem Grill oder in der Pfanne saftig auf den Punkt bringen. Als durchgegart gilt es ab einer Kerntemperatur von rund 75 Grad.
Was ist ein Farmersteak eigentlich?
Hinter dem Namen Farmersteak steckt kein besonderer Zuschnitt, sondern schlicht ein Steak aus dem Schweinenacken, das in einer roten Paprika-Marinade eingelegt ist. In der Fleischtheke liegt es meist fertig mariniert neben klassischen Nackensteaks. Das marinierte Schweinenackensteak gehört zu den beliebtesten Grillstücken in Deutschland überhaupt.
Der Nacken (auch Kamm genannt) ist fein von Fett durchzogen. Genau diese Marmorierung macht ihn beim Grillen und Braten so saftig und verzeihend, weil das Fett das Fleisch vor dem Austrocknen schützt. Bei uns in der Familie kommt das Farmersteak deshalb oft auf den Rost, wenn es schnell gehen und trotzdem jedem schmecken soll.
Der Vorteil, wenn Sie die Marinade selbst anrühren: Sie wissen genau, was drin ist, können Salz und Schärfe steuern und sparen sich Farbstoffe und Zusätze, die manchen Fertigprodukten den kräftig roten Ton geben. Nachkochbar ist das Ganze in wenigen Minuten.
Zutaten für 4 Farmersteaks
Die Mengen reichen für vier Steaks zu je etwa 200 Gramm. Als Fleisch nehmen wir Nackensteaks, die gut zwei Zentimeter oder zwei Fingerbreit dick sind, das gelingt am zuverlässigsten.
Ein Hinweis aus unserer Küche: Das Salz kommt bewusst erst kurz vor dem Braten oder ganz zum Schluss in die Marinade. So zieht es während der langen Einlegezeit nicht unnötig Flüssigkeit aus dem Fleisch.
- 4 Schweinenackensteaks (je ca. 200 g, ca. 2 cm dick)
- 4 EL neutrales Öl (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
- 2 EL edelsüßes Paprikapulver
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver (optional, für rauchige Note)
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt oder gepresst
- 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 TL Zucker oder Honig
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1/2 TL getrockneter Thymian
- 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen (optional)
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 Prise Chili oder Cayennepfeffer nach Geschmack
- 1 TL Salz (erst kurz vor dem Braten)
Zubereitung: Marinade, Grill und Pfanne
Am besten legen Sie die Steaks schon am Vortag ein. Marinieren ab zwei Stunden bringt schon Aroma, richtig durchgezogen und zart wird das Fleisch aber erst nach 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank.
Beim Garen gilt für den Grill die bewährte Zwei-Zonen-Methode: erst scharf angrillen für die Röstaromen, dann im indirekten Bereich sanft fertig ziehen. In der Pfanne funktioniert dasselbe Prinzip mit hoher und dann reduzierter Hitze. So bleibt das Farmersteak saftig, statt außen zu verbrennen und innen roh zu sein.
- Öl, beide Paprikapulver, Knoblauch, Zwiebel, Senf, Zucker, Oregano, Thymian, Kreuzkümmel, Pfeffer und Chili in einer Schüssel zu einer Paste verrühren.
- Die Steaks rundum damit einreiben, in eine Schale oder einen Gefrierbeutel legen und abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen (mindestens 2, besser 12 bis 24 Stunden).
- Das Fleisch etwa 30 bis 45 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur annimmt. Erst jetzt von beiden Seiten leicht salzen.
- Für den Grill: über direkter, hoher Hitze je Seite etwa 2 bis 3 Minuten scharf angrillen, bis ein schönes Rautenmuster entsteht.
- Danach in die indirekte Zone legen, Deckel schließen und bei rund 150 bis 160 Grad fertig garen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist.
- Für die Pfanne: eine schwere Pfanne stark erhitzen, wenig Öl zugeben und die Steaks je Seite 2 bis 3 Minuten kräftig anbraten. Dann die Hitze reduzieren und bei mittlerer Temperatur fertig ziehen lassen, bei sehr dicken Steaks notfalls im Ofen bei 150 Grad nachgaren.
- Die Steaks vom Grill oder aus der Pfanne nehmen, locker mit Alufolie abdecken und 5 bis 10 Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft verteilt.
- Zum Schluss nach Geschmack noch einmal pfeffern und servieren.
| Nährwert | je 100 g rohes Fleisch |
|---|---|
| Energie | 199 kcal |
| Eiweiß | 16,5 g |
| Fett | 14,5 g |
| Kohlenhydrate | 0,1 g |
Woraus die Energie stammt
- Fett 14,5 g (66%)
- Eiweiß 16,5 g (34%)
- Kohlenhydrate 0,1 g (0%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Fddb: Schweinenacken mittelfett, frisch
Kerntemperatur: wann ist das Farmersteak fertig?
Am sichersten fahren Sie mit einem Fleischthermometer, das Sie seitlich in die dickste Stelle stecken, ohne einen Knochen oder die heiße Grillfläche zu treffen. So vermeiden Sie sowohl trockenes Fleisch als auch rohe Stellen.
Als grobe Orientierung für den Schweinenacken gilt: rund 70 Grad ergeben ein noch zartrosa, sehr saftiges Ergebnis, ab etwa 75 Grad ist das Fleisch durchgegart. Für durchgebraten werden je nach Quelle bis zu 75 bis 80 Grad genannt. Nackensteaks sind Kurzbratstücke und dürfen im Kern ruhig einen Hauch rosa bleiben, wie wir finden schmeckt es so am saftigsten.
Wichtig ist die kurze Ruhezeit nach dem Garen. In diesen Minuten steigt die Kerntemperatur oft noch ein bis zwei Grad nach, und der Saft verteilt sich wieder gleichmäßig im Fleisch. Schneiden Sie das Steak also nicht sofort an.
Beilagen und was bei uns dazu passt
Klassisch passen zum Farmersteak ein frischer Krautsalat, Kartoffelsalat oder Ofenkartoffeln mit einem Kräuterquark. Im Sommer machen wir gerne einen bunten Salat und Grillgemüse wie Paprika, Zucchini und Zwiebeln dazu.
Wer es deftig mag, reicht ein gutes Bauernbrot und eine milde Senf- oder Kräuterbutter. Auch eine leichte Barbecue-Sauce oder ein Klecks Ajvar harmoniert gut mit der Paprikanote der Marinade.
Getränke sind Geschmackssache. Als Familie greifen wir meist zu Mineralwasser mit Zitrone oder einer Apfelschorle, für die Erwachsenen passt ein leichtes Bier gut zum rauchigen Aroma vom Grill.
Häufige Fehler und unsere Tipps
Der häufigste Fehler ist zu große Hitze über die gesamte Garzeit. Dann verbrennt die zuckerhaltige Marinade außen, während das Steak innen noch nicht durch ist. Deshalb nach dem scharfen Angrillen unbedingt auf die indirekte Zone oder mittlere Pfannenhitze wechseln.
Auch zu dünne Steaks trocknen schnell aus. Zwei Zentimeter Dicke sind ein guter Richtwert. Und zuletzt: Lassen Sie das Fleisch wirklich ruhen. Diese paar Minuten Geduld machen den Unterschied zwischen saftig und trocken.
Häufige Fragen zu Farmersteak
Was ist der Unterschied zwischen Farmersteak und Nackensteak?
Welche Kerntemperatur sollte ein Farmersteak haben?
Wie lange muss ein Farmersteak marinieren?
Kann man Farmersteak auch in der Pfanne braten?
Wann kommt das Salz in die Marinade?
Quellen
- Grillfürst: Kerntemperatur Schweinenacken
- Weber: Schweinenackensteak grillen mit Marinade
- Fddb: Nährwerte Schweinenacken mittelfett
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.