Rosinen: getrocknete Weintrauben von Sultanine bis Korinthe

Kategorie: Lebensmittel

Getrocknete Rosinen und helle Sultaninen als Haufen in einer Holzschale
Rosinen sind getrocknete Weintrauben, je nach Sorte hell-golden oder dunkel.

Rosinen sind nichts anderes als getrocknete Weintrauben. Hinter den Namen Sultanine, Korinthe und Rosine stecken unterschiedliche Traubensorten und Trocknungsarten. Gemeinsam ist ihnen der hohe Zuckergehalt von rund 66 g je 100 g, weshalb sie bei uns eher als süße Zutat denn als tägliche Nascherei auf den Tisch kommen.

Rosine, Sultanine, Korinthe: Wo liegt der Unterschied?

Im Alltag werfen die meisten alles in einen Topf und sagen einfach Rosinen. Das ist auch gar nicht falsch, denn Rosine ist der Oberbegriff für alle getrockneten Weintrauben. Darunter tummeln sich aber mehrere Sorten, die sich in Traube, Trocknung und Geschmack unterscheiden. Wir haben lange gebraucht, bis wir den Unterschied wirklich verstanden hatten, und erklären ihn deshalb gern in Ruhe.

Rosinen im engeren Sinn und Sultaninen stammen von derselben Traubenfamilie, nämlich der kernlosen, dünnhäutigen und besonders süßen weißen Sultana-Traube. Der Unterschied liegt vor allem in der Trocknung. Korinthen dagegen sind eine eigene, kleinere und violett-schwarze Sorte, die traditionell aus Griechenland kommt und ihren Namen von der Stadt Korinth hat.

Sultaninen

Sultaninen werden aus hellen, kernlosen Trauben gewonnen und vor dem Trocknen kurz in eine Lösung getaucht (gedippt). Dadurch wird die Wachsschicht der Schale durchlässig und die Früchte trocknen schneller, meist in drei bis fünf Tagen. Sultaninen sind hell-goldbraun, weich und sehr süß. In vielen Supermarktpackungen, auf denen einfach Rosinen steht, stecken tatsächlich Sultaninen.

Korinthen

Korinthen sind die kleinen, fast schwarzen unter den Trockentrauben. Sie schmecken etwas kräftiger und leicht säuerlich und werden gern in Gebäck wie Stollen, Hefezopf oder englischen Puddings verwendet. Weil sie in der Regel nicht geschwefelt werden, behalten sie ihre dunkle Farbe von Natur aus.

Rosinen im engeren Sinn

Klassische Rosinen werden nicht gedippt, sondern trocknen länger natürlich in der Sonne, oft fünf bis sieben Tage. Dadurch werden sie dunkler und im Geschmack etwas kräftiger als Sultaninen. Eine weitere Verwandte ist die Zibebe, eine große, dunkle Rosine, die man vor allem in Süddeutschland und Österreich kennt.

Von der Traube zur Rosine: die Herstellung

Für ein Kilo Rosinen braucht man rund vier Kilo frische Weintrauben, denn beim Trocknen verlieren die Beeren den Großteil ihres Wassers. Genau das macht sie so lange haltbar: Ohne freies Wasser können sich Mikroorganismen kaum vermehren.

Traditionell trocknen die Trauben in der Sonne, in wichtigen Anbauregionen wie der Türkei, Griechenland, dem Iran, den USA (Kalifornien) und Südafrika. Bei der industriellen Produktion kommen zusätzlich Trockenöfen zum Einsatz. Der Zucker der Trauben konzentriert sich dabei stark, was den typisch intensiven, honigartigen Geschmack ergibt.

Ein Punkt, der uns wichtig ist: Viele helle Rosinen und Sultaninen werden geschwefelt, damit sie ihre helle Farbe behalten und länger haltbar bleiben. Dunkle, ungeschwefelte Ware sieht weniger appetitlich aus, ist aber naturbelassener. Wir greifen zu Hause bewusst öfter zur dunkleren Variante.

Nährwerte: viel Zucker, etwas Kalium und Ballaststoffe

Rosinen sind kleine Energiepakete. Durch das Trocknen konzentriert sich der Fruchtzucker, sodass rund zwei Drittel des Gewichts aus Zucker bestehen. Auf 100 g kommen etwa 298 kcal, das ist deutlich mehr als bei frischen Weintrauben. Zum Vergleich: Eine gehäufte Handvoll wiegt schon rund 40 g.

Neben dem Zucker liefern Rosinen aber auch Ballaststoffe (etwa 5 g je 100 g) sowie eine ordentliche Portion Kalium. Dazu enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. Ein Freibrief zum Schlemmen ist das aber nicht.

Wegen der hohen Zuckerdichte sehen wir Rosinen eher als Würze fürs Müsli oder Gebäck denn als Dauersnack. Wer auf den Blutzucker achtet oder auf die Zähne der Kinder, sollte die Menge im Blick behalten. Weil Rosinen klebrig sind und lange an den Zähnen haften, gelten sie zahnmedizinisch als eher ungünstig zwischendurch.

Typische Nährwerte je 100 g Rosinen
Nährwertje 100 g Rosinen
Energie298 kcal
Fett1 g
Kohlenhydrate66 g
davon Zucker66 g
Eiweiß2 g
Ballaststoffe5 g
Kalium782 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 1,0 g (3%)
  • Eiweiß 2,0 g (3%)
  • Kohlenhydrate 66,0 g (94%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Naehrwertrechner.de, Rosinen

Geschwefelt oder ungeschwefelt?

Schwefeldioxid (auf der Zutatenliste als Schwefeldioxid oder E 220 bis E 228) hält helle Trockenfrüchte farbstabil und keimarm. Notwendig ist das eigentlich nicht, denn der niedrige Wassergehalt macht Trockenobst ohnehin lange haltbar. Ab 10 mg pro Kilogramm muss die Schwefelung gekennzeichnet werden, meist mit dem Hinweis geschwefelt.

Für die meisten gesunden Menschen ist die übliche Menge unbedenklich. Empfindliche Personen können aber mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Magenbeschwerden reagieren. Besonders vorsichtig sollten Asthmatikerinnen und Asthmatiker sein, da Sulfite bei ihnen einen Asthmaanfall auslösen können. Schwefel baut zudem einen Teil des Vitamins B1 ab.

Wer das umgehen möchte, greift zu ungeschwefelter oder Bio-Ware. Diese ist meist dunkler und darf per Definition in der Regel nicht geschwefelt sein. Ein weiterer Hinweis am Rande: Verschimmeltes Trockenobst sollte man nie noch schnell aussortieren und den Rest essen. Schimmelpilze können Giftstoffe wie Ochratoxin A bilden, die die ganze Packung betreffen können. Dann kommt alles in den Müll.

Rosinen richtig lagern und Haltbarkeit

Rosinen sind Vorratshelden. Richtig gelagert halten sie sich problemlos ein Jahr und oft länger. Entscheidend ist, dass sie trocken, kühl und dunkel liegen und luftdicht verpackt sind. Sauerstoff und Licht lassen sie mit der Zeit hart und dunkel werden, Feuchtigkeit fördert Schimmel.

Bei uns wandert die angebrochene Packung in ein gut schließendes Schraubglas oder eine Dose. Werden Rosinen doch einmal steinhart, muss man sie nicht wegwerfen: Ein kurzes Einweichen in warmem Wasser, Saft oder etwas Rum macht sie wieder saftig und weich, ideal fürs Backen.

Ein weißer Belag auf lange gelagerten Rosinen ist übrigens meist kein Schimmel, sondern auskristallisierter Fruchtzucker. Riecht die Ware muffig oder alkoholisch und zeigt flauschige Flecken, ist es dagegen Schimmel und die Packung gehört entsorgt.

Rosinen in der Küche

Rosinen sind wahre Allrounder. Süß kennt sie jeder aus Stollen, Christstollen, Hefezopf, Rosinenbrötchen, Müsli und Studentenfutter. Beim Backen geben sie Fruchtsüße und halten Teige saftig. Wir weichen sie vorher gern kurz ein, damit sie beim Backen nicht verbrennen.

Weniger bekannt, aber lohnend ist der Einsatz in herzhaften Gerichten. In der orientalischen und nordafrikanischen Küche gehören Rosinen zu Reispfannen, Couscous, Tajines und Currys, wo sie einen süß-herzhaften Kontrast setzen. Auch in Rotkohl oder in einer Soße zu Wild machen sie sich gut.

Ein praktischer Tipp aus unserer Familie: Wer Rosinen in Kuchen nicht mag, weil sie zu Boden sinken, wälzt sie vor dem Unterheben kurz in etwas Mehl. Dann verteilen sie sich gleichmäßiger im Teig.

Rosinen kaufen: worauf wir achten

Im Supermarkt steht auf den meisten Packungen schlicht Rosinen, oft handelt es sich dabei um Sultaninen. Wer eine bestimmte Sorte sucht, schaut auf die genaue Bezeichnung und das Herkunftsland. Für Korinthen lohnt der Blick ins Backregal oder in den Bioladen.

Beim Kauf achten wir vor allem auf drei Dinge: die Kennzeichnung geschwefelt oder ungeschwefelt, möglichst wenig Zusätze (manche Ware ist geölt, damit die Früchte nicht verkleben) und eine plausible Füllmenge für den Preis. Bio-Rosinen sind in der Regel ungeschwefelt und ungeölt.

Großpackungen sind günstiger pro Kilo und praktisch fürs Backen und Müsli, sollten dann aber gut verschlossen gelagert werden. Für den kleinen Vorrat reicht die klassische Packung aus dem Supermarkt völlig.

Häufige Fragen zu Rosinen

Sind Rosinen und Sultaninen dasselbe?
Nicht ganz. Rosine ist der Oberbegriff für alle getrockneten Weintrauben. Sultaninen sind eine helle, kernlose Variante, die vor dem Trocknen gedippt wird und dadurch schneller trocknet. Im Handel steht auf vielen Packungen Rosinen, obwohl Sultaninen drin sind.
Wie viel Zucker haben Rosinen?
Rosinen bestehen zu rund zwei Dritteln aus Zucker, etwa 66 g je 100 g, und liefern rund 298 kcal. Durch das Trocknen konzentriert sich der Fruchtzucker der Trauben stark. Deshalb sind sie energiereicher als frische Weintrauben und eher in Maßen zu genießen.
Wie lange sind Rosinen haltbar?
Trocken, kühl, dunkel und luftdicht gelagert halten Rosinen problemlos ein Jahr und oft deutlich länger. Hart gewordene Rosinen kann man in warmem Wasser oder Saft wieder einweichen. Bei muffigem Geruch oder flauschigen Schimmelflecken sollte man die ganze Packung wegwerfen.
Sind geschwefelte Rosinen schädlich?
Für die meisten gesunden Menschen sind übliche Mengen unbedenklich. Empfindliche Personen können mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Magenbeschwerden reagieren, Asthmatiker sogar mit einem Anfall. Wer das vermeiden möchte, greift zu ungeschwefelter oder Bio-Ware, die meist dunkler ist.
Was ist der Unterschied zwischen Rosinen und Korinthen?
Korinthen sind kleine, fast schwarze getrocknete Weintrauben einer eigenen Sorte aus Griechenland. Sie schmecken kräftiger und leicht säuerlich und sind meist ungeschwefelt. Klassische Rosinen und Sultaninen stammen dagegen von der hellen Sultana-Traube.

Quellen

  1. Nährwerte von Rosinen je 100 g, Naehrwertrechner.de
  2. Rosinen, Sultaninen, Korinthen: Unterschiede und Tipps, Utopia.de
  3. Ist geschwefeltes Trockenobst gesund? VerbraucherFenster Hessen
  4. Sultaninen, Rosinen und Korinthen: Warenkunde, Lebensmittel-Warenkunde.de

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.