Apfel: Sorten, Nährwerte, Lagerung und Saison

Kategorie: Lebensmittel

Aufgeschnittener roter Apfel mit Schale auf einem Holzbrett
Mit Schale essen lohnt sich: Dort sitzt das meiste Vitamin C.

Der Apfel ist bei uns zu Hause der Klassiker in der Obstschale: kalorienarm, ganzjährig verfügbar und in vielen heimischen Sorten. Frisch geerntet hat er in Deutschland von September bis November Saison, dank Lagerung bekommen Sie ihn aber fast das ganze Jahr.

Der Apfel auf einen Blick

Äpfel gehören zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Rund 20 Kilogramm essen wir laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) pro Kopf und Jahr, das macht den Apfel zum meistgegessenen Obst hierzulande. Angebaut wird er auf knapp 33.000 Hektar (Stand 2024), rund ein Viertel davon ökologisch.

Botanisch gehört der Kulturapfel (Malus domestica) zur Familie der Rosengewächse, ist also mit Birne, Kirsche und sogar der Rose verwandt. Was ihn für uns so praktisch macht: Er ist unkompliziert, sättigt dank Ballaststoffen und passt sowohl roh als Snack als auch gekocht in Kuchen, Mus oder herzhafte Gerichte.

Interessant für alle, die Wert auf Vielfalt legen: Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland über 2.000 Apfelsorten. Heute sind es noch etwa 1.500, mengenmäßig relevant sind davon aber nur rund 30. Im Supermarkt landen oft nur fünf bis sechs global gehandelte Sorten in der Auslage.

Wie viel wiegt ein Apfel?

Ein mittelgroßer Apfel wiegt roh etwa 150 bis 200 Gramm, im Schnitt rund 180 Gramm. Kleine Äpfel liegen bei 100 bis 140 Gramm, große bringen über 250 Gramm auf die Waage. Das Kerngehäuse macht grob 10 Prozent aus, sodass vom mittelgroßen Apfel rund 135 bis 180 Gramm essbares Fruchtfleisch übrig bleiben. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Gewichte je nach Größe:

Gewicht eines Apfels nach Größe
Apfelgrößeganz (roh)ohne Kerngehäuse (essbar)
Klein100 bis 140 g90 bis 125 g
Mittel150 bis 200 g135 bis 180 g
Groß220 bis 280 g200 bis 250 g

Apfelsorten: von Elstar bis zu alten Sorten

Die wichtigste Sorte im deutschen Anbau ist laut BZfE der Elstar, gefolgt von Gala, Braeburn, Jonagold und Jonagored. Diese Sorten unterscheiden sich deutlich in Geschmack, Säure und Verwendung, und genau das macht die Auswahl spannend.

Wer es saftig-süß mag, greift zu Gala oder Jonagold. Elstar bringt eine feine Säure mit und ist bei uns der Allrounder schlechthin. Braeburn ist knackig-fest und bleibt auch beim Lagern lange bissfest. Für Kuchen und Mus eignen sich besonders die säurebetonten Klassiker wie Boskoop und Berlepsch.

Alte Sorten und ihre Vorzüge

Alte Apfelsorten wie Berlepsch, Boskoop, Cox-Orange, Idared oder Goldparmäne enthalten laut BZfE tendenziell mehr sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Polyphenole. Bei neueren Zuchtsorten wie Golden Delicious, Gala oder Jonagold wurde der Polyphenolgehalt teilweise herausgezüchtet, weil diese Stoffe für Bräunung und einen leicht herben Geschmack sorgen.

Für Menschen mit einer leichten Apfelallergie kann sich der Griff zu alten Sorten lohnen: Sie werden individuell manchmal besser vertragen, was in der Praxis aber sehr unterschiedlich ausfällt. Wer eine diagnostizierte Allergie hat, sollte das mit ärztlicher Begleitung ausprobieren und sich nicht allein auf die Sorte verlassen.

Welche Sorte für was?

Für Apfelmus empfiehlt das BZfE Gravensteiner oder Berlepsch, für Kuchen Jonagold, Elstar oder Boskoop und für den Obstsalat Alkmene, Braeburn oder Klarapfel. Als Faustregel gilt bei uns: feste, säurebetonte Äpfel für Warmes, süße und saftige Sorten für den rohen Genuss.

Nährwerte des Apfels

Der Apfel besteht zum größten Teil aus Wasser und ist entsprechend kalorienarm. Laut Nährwertrechner liefern 100 Gramm roher Apfel rund 61 Kilokalorien, praktisch kein Fett und kaum Eiweiß. Die Energie stammt fast vollständig aus Kohlenhydraten, vor allem aus Fruchtzucker.

Ein mittelgroßer Apfel wiegt etwa 130 bis 150 Gramm, ein ganzer Apfel bringt es damit auf ungefähr 80 bis 90 Kalorien. Das macht ihn zu einem sättigenden Snack mit vergleichsweise wenig Energie, gerade weil die enthaltenen Ballaststoffe im Magen aufquellen.

Neben Ballaststoffen liefert der Apfel Kalium sowie Vitamin C. Der Vitamin-C-Gehalt schwankt allerdings stark je nach Sorte, darauf gehen wir gleich noch genauer ein.

Typische Nährwerte je pro 100 g roher Apfel
Nährwertje pro 100 g roher Apfel
Brennwert61 kcal (255 kJ)
Fett0,05 g
Eiweiß0,34 g
Kohlenhydrate14 g
davon Zucker13 g
Ballaststoffe2 g
Vitamin C12 mg
Kalium119 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,1 g (1%)
  • Eiweiß 0,3 g (2%)
  • Kohlenhydrate 14,0 g (97%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner: Apfel

Schale und Vitamine: warum wir Äpfel nicht schälen

Wenn Sie eine Sache aus diesem Steckbrief mitnehmen, dann diese: Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe sitzen größtenteils in oder direkt unter der Schale. In der Schale steckt nach Angaben von quarks.de rund fünf- bis siebenmal mehr Vitamin C als im Fruchtfleisch. Wer den Apfel schält, wirft also den vitaminreichsten Teil weg.

Der Vitamin-C-Gehalt hängt zudem stark von der Sorte ab. Braeburn liegt mit etwa 19 Milligramm pro 100 Gramm an der Spitze, während Gala mit rund 5 Milligramm eher wenig enthält. Im Schnitt kommen handelsübliche Sorten auf etwa 10 Milligramm pro 100 Gramm. Zum Vergleich: Orangen und Kiwis liefern das Fünf- bis Sechsfache. Als reine Vitamin-C-Quelle ist der Apfel also solide, aber kein Spitzenreiter.

Ein weiterer wertvoller Inhaltsstoff steckt ebenfalls vor allem in der Frucht selbst: Pektin, ein Ballaststoff, der laut BZfE zu einer ballaststoffreichen Ernährung beiträgt. Der geriebene rohe Apfel ist ein bekanntes traditionelles Hausmittel; eine belegte Wirkung ist das nicht, und bei anhaltenden Beschwerden gehört das in ärztliche Hand. Das ersetzt bei anhaltenden Beschwerden natürlich keinen Arztbesuch.

Praktischer Hinweis zur Schale: Waschen Sie Äpfel vor dem Essen gründlich unter warmem Wasser und reiben Sie sie trocken. Wer mag, kann bei nicht-biologischer Ware kurz zu heißem Wasser greifen, um Wachs- und Rückstandsschichten zu reduzieren. Ganz schälen müssen Sie dafür aber nicht.

Saison: wann heimische Äpfel reif sind

Die Haupterntezeit für Äpfel liegt in Deutschland zwischen September und November. Frühe Sommersorten wie der Klarapfel sind schon ab August reif, die mengenmäßig wichtigen Sorten folgen im Spätsommer und Herbst.

Ein Blick auf die Pflückreife der Hauptsorten: Elstar reift Anfang bis Ende September, Gala Mitte bis Ende September, Jonagold Ende September bis Anfang Oktober und Braeburn Anfang bis Mitte Oktober. Genau in diesen Wochen bekommen Sie heimische Äpfel besonders frisch und günstig, oft direkt vom Hof oder auf dem Wochenmarkt.

Dass es Äpfel trotzdem fast ganzjährig aus deutschem Anbau gibt, liegt an der Lagerung. Bis zu 90 Prozent der Ernte werden nach der Pflückreife eingelagert, unter kontrollierten Bedingungen halten gute Lageräpfel sechs bis neun Monate. So reicht die heimische Saison mit Lagerware bis weit ins Frühjahr.

Saison-Kalender

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  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Haupterntezeit September bis November, frühe Sorten ab August. Dank Lagerung ist heimische Ware bis ins Frühjahr erhältlich.

Quelle: BZfE: Äpfel auf dem Acker

Äpfel richtig lagern

Äpfel reifen nach der Ernte weiter nach, denn sie geben das Reifegas Ethylen ab. Um dieses Nachreifen zu verzögern, lagern sie laut BZfE am besten bei rund sieben Grad Celsius, also im Gemüsefach des Kühlschranks oder in einem kühlen Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Kunststoffbeutel mit ein paar Luftlöchern hält die Feuchtigkeit, ohne dass sich Staunässe bildet.

Mit zunehmender Lagerdauer sinkt der Vitamingehalt, die Frucht wird runzelig und mehlig. Äpfel können dabei bis zu 50 Prozent ihres Vitamin C verlieren, wie viel genau, hängt von der Sorte ab. Besonders gut halten Braeburn, Berlepsch, Cameo und Topaz ihren Vitamin-C-Gehalt selbst nach 14 Wochen Lagerung. Als generell gut lagerfähig nennt das BZfE außerdem Boskoop, Cox Orange, Elstar, Gala, Golden Delicious, Idared, Jonagold und Pinova.

Zwei Dinge, die wir uns angewöhnt haben: Äpfel getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern, weil ihr Ethylen zum Beispiel Salat und Möhren schneller welken lässt. Und die Frucht regelmäßig durchsehen, denn ein fauliger Apfel steckt über sein Reifegas rasch die Nachbarn an. Das alte Sprichwort vom einen faulen Apfel im Korb hat einen sehr realen Hintergrund.

Zubereitung und Verwendung

Roh und mit Schale ist der Apfel bei uns der schnellste Snack überhaupt. Darüber hinaus ist er in der Küche erstaunlich vielseitig: Apfelmus, Apfelkuchen, Bratapfel, Kompott oder Apfelringe zum Dörren sind Klassiker. Herzhaft passt er zu Rotkohl, in den Salat, zu Käse oder zum Braten.

Aufgeschnittene Äpfel werden schnell braun, weil ein Enzym mit dem Sauerstoff der Luft reagiert. Ein paar Tropfen Zitronensaft bremsen das, ideal für Obstsalat oder die Brotdose. Alte, polyphenolreiche Sorten bräunen übrigens stärker, was ein gutes Zeichen für ihren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen ist.

Beim Backen lohnt es sich, feste und säurebetonte Sorten zu wählen, damit die Stücke nicht zu Mus zerfallen. Boskoop ist hier unser Favorit. Für ein feines, helles Apfelmus dagegen sind weiche, aromatische Sorten wie Gravensteiner die bessere Wahl.

Einkauf: worauf wir achten

Ein guter Apfel hat laut BZfE eine glatte, unbeschädigte Schale ohne Druck- oder Faulstellen, und der Stiel sollte nicht vertrocknet sein. Druckstellen deuten auf unsachgemäße Behandlung hin und lassen die Frucht schneller verderben.

Wer regional und saisonal einkaufen möchte, ist im Herbst mit Ware vom Hof oder Wochenmarkt am besten bedient. Bio-Äpfel weisen laut BZfE tendenziell einen höheren Anteil an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien auf. Gerade weil die wertvollen Stoffe in der Schale sitzen, ist unbehandelte Ware ein Argument, wenn Sie den Apfel ungeschält essen.

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Häufige Fragen zu Apfel

Wie viel wiegt ein Apfel?
Ein mittelgroßer Apfel wiegt roh etwa 150 bis 200 Gramm, im Schnitt rund 180 Gramm. Kleine Äpfel liegen bei 100 bis 140 Gramm, große bei über 250 Gramm. Das Kerngehäuse macht grob 10 Prozent des Gewichts aus.
Wie viele Kalorien hat ein Apfel?
100 Gramm roher Apfel liefern laut Nährwertrechner rund 61 Kilokalorien. Ein mittelgroßer Apfel von etwa 130 bis 150 Gramm kommt damit auf ungefähr 80 bis 90 Kalorien, bei praktisch keinem Fett.
Soll man Äpfel mit oder ohne Schale essen?
Am besten mit Schale. In der Schale steckt laut quarks.de rund fünf- bis siebenmal mehr Vitamin C als im Fruchtfleisch, und auch die meisten sekundären Pflanzenstoffe sitzen dort. Waschen Sie den Apfel vorher gründlich.
Wie lagert man Äpfel richtig?
Am besten bei rund sieben Grad im Gemüsefach oder im kühlen, feuchten Keller, gern in einem Beutel mit Luftlöchern. Lagern Sie Äpfel getrennt von anderem Obst und Gemüse, weil ihr Reifegas Ethylen die Nachbarn schneller welken lässt.
Wann haben Äpfel in Deutschland Saison?
Die Haupterntezeit liegt zwischen September und November, frühe Sorten gibt es schon ab August. Durch Lagerung sind heimische Äpfel aber fast das ganze Jahr erhältlich.
Welche Apfelsorten sind in Deutschland am wichtigsten?
Laut BZfE ist Elstar die führende Sorte, gefolgt von Gala, Braeburn, Jonagold und Jonagored. Historisch gab es über 2.000 Sorten, heute sind es noch rund 1.500, davon mengenmäßig etwa 30 relevant.

Quellen

  1. BZfE: Äpfel auf dem Acker
  2. BZfE: Äpfel vom Einkauf in die Küche
  3. quarks.de: So viel Vitamin C verlieren Äpfel durch Lagerung
  4. Nährwertrechner: Apfel Nährwerte

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.