Tomaten: Sorten, Lagerung und Saison im Überblick

Kategorie: Lebensmittel

Reife rote Rispentomaten und bunte Tomatensorten in einer offenen Schale auf einem Holztisch
Reife Tomaten gehören luftig und bei Zimmertemperatur gelagert, nicht in den Kühlschrank.

Tomaten sind bei uns fast das ganze Jahr im Korb, aber richtig gut schmecken sie nur, wenn Sorte, Saison und Lagerung stimmen. Wir zeigen Ihnen, welche Tomaten wofür taugen, warum der Kühlschrank der falsche Ort ist und was Sie über grüne, unreife Früchte wissen sollten.

Tomaten auf einen Blick

Botanisch ist die Tomate (Solanum lycopersicum) eine Frucht und gehört wie Kartoffel, Aubergine und Paprika zu den Nachtschattengewächsen. In der Küche behandeln wir sie als Gemüse, und genau darum dreht sich dieser Steckbrief.

Tomaten bestehen zu rund 94 Prozent aus Wasser, sind entsprechend kalorienarm und liefern trotzdem Vitamin C, Kalium und den roten Pflanzenfarbstoff Lykopin. Bei uns zu Hause ist die Tomate der ehrlichste Gradmesser für gutes Gemüse: Eine sonnengereifte Freilandtomate im Sommer und eine blasse Wintertomate aus dem Gewächshaus trennen Welten, obwohl auf beiden dasselbe Etikett klebt.

Wer den Unterschied einmal geschmeckt hat, kauft anders ein und lagert anders. Deshalb bekommen Saison und Lagerung hier so viel Platz.

Wie viel wiegt eine Tomate?

Eine mittelgroße Tomate wiegt etwa 80 bis 100 Gramm. Das Gewicht hängt aber stark von der Sorte ab: Cocktail- und Kirschtomaten wiegen nur 15 bis 30 Gramm pro Stück, große Fleischtomaten dagegen 200 Gramm und mehr. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Gewichte nach Tomatenart:

Gewicht einer Tomate nach Art
TomatenartGewicht pro Stück
Cocktail-/Kirschtomate15 bis 30 g
Rispentomate (mittel)80 bis 100 g
Fleischtomate200 bis 300 g

Sorten: Welche Tomate wofür

Es gibt tausende Tomatensorten, aber im Alltag reichen ein paar Kategorien, um zu wissen, was Sie gerade in der Hand halten. Wir orientieren uns nicht am Sortennamen, sondern an Größe und Verwendung, denn danach kaufen die meisten Menschen ohnehin ein.

Wichtig ist vor allem: Fleischige, festere Sorten eignen sich für Salat und zum Braten, wasserreiche, aromatische Sorten für den puren Genuss, und lange, feste Sorten für Sauce und Suppe.

Nährwerte der Tomate

Tomaten sind ein Leichtgewicht auf dem Teller. Roh liefern 100 Gramm nur etwa 17 Kilokalorien, kaum Fett und wenig Kohlenhydrate. Das meiste ist Wasser, dazu kommen etwas Ballaststoffe, Kalium und Vitamin C.

Bekannt ist die Tomate auch für Lykopin, den Farbstoff, der sie rot macht. Interessant dabei: Lykopin wird durch Erhitzen und mit etwas Fett für den Körper besser verfügbar. Eine gekochte Tomatensauce mit einem Schuss Olivenöl ist in dieser Hinsicht günstiger als die rohe Frucht. Gesundheitliche Wirkungen werden diskutiert, belastbare Heilversprechen lassen sich daraus aber nicht ableiten, deshalb bleiben wir hier bewusst zurückhaltend.

Die folgenden Werte gelten für rohe, reife Tomaten je 100 Gramm.

Typische Nährwerte je pro 100 g rohe, reife Tomate
Nährwertje pro 100 g rohe, reife Tomate
Wassergehaltca. 94 g
Ballaststoffe1,0 g
Zuckerca. 3 g
Kalium235 mg
Vitamin Cca. 19 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,2 g (10%)
  • Eiweiß 1,0 g (22%)
  • Kohlenhydrate 3,0 g (68%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner (Bundeslebensmittelschlüssel), Tomaten roh

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Saison und Herkunft

Im Supermarkt liegen Tomaten das ganze Jahr, aber echte Freiland-Saison in Deutschland ist Sommer bis Herbst. Ab Juli färben sich die Früchte an der Pflanze rot, im August und September ist Hochsaison mit dem höchsten Zuckergehalt und dem intensivsten Aroma, und im Oktober kommen die letzten Ernten vor dem ersten Frost.

In dieser Zeit lohnt der Griff zu regionaler Ware am meisten, geschmacklich wie ökologisch. Außerhalb der Saison stammen die meisten Tomaten aus beheizten Gewächshäusern oder aus dem sonnigen Süden, etwa Spanien, Italien und den Niederlanden. Sie sind praktisch, reichen an eine reife Sommertomate aus dem Freiland aber selten heran.

Unser Rat: Zwischen Juli und Oktober so oft es geht regional kaufen, im Winter bewusst zu Dosentomaten oder Passata greifen, denn diese werden reif geerntet und verarbeitet und schmecken in der Sauce oft besser als eine blasse frische Winterware.

Saison-Kalender

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N
D
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Freiland-Saison in Deutschland etwa Juli bis Oktober, Hochsaison August und September. Außerhalb der Saison überwiegend Gewächshaus- und Importware.

Quelle: BZfE: Der Saisonkalender

Lagerung: warum nicht in den Kühlschrank

Die wichtigste Regel zuerst: Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank. Zu kalte Temperaturen führen zu Geschmacks- und Aromaverlust und begünstigen sogar Schimmel. Die Verbraucherzentrale NRW nennt als optimalen Bereich 12 bis 16 Grad, also einen schattigen, gut durchlüfteten Platz in der Vorratskammer oder auf der Arbeitsplatte, nicht am heißen Fensterbrett.

Warum das so ist, hat die Forschung gezeigt: Die Aldehyde, Alkohole und Ketone, die den typischen Tomatengeschmack ausmachen, können bei Kälte deutlich abnehmen. Einmal durchgekühlt kommt das Aroma auch bei Zimmertemperatur nicht vollständig zurück.

Ein paar Dinge, die bei uns die Tomaten länger frisch halten:

Wie lange halten Tomaten

Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale: feste, reife Tomaten halten bei richtiger Lagerung ein bis zwei Wochen, weiche und vollreife Früchte dagegen nur noch ein bis zwei Tage. Kontrollieren Sie den Vorrat also regelmäßig und essen Sie die weichsten zuerst.

Falls doch einmal zu viele reif werden, kochen wir sie kurzerhand zu Sauce ein oder frieren sie passiert ein. Ganze rohe Tomaten frieren wegen des hohen Wassergehalts schlecht ein, matschen beim Auftauen und taugen dann nur noch für Gekochtes.

Grüne Tomaten und Solanin

Um grüne, unreife Tomaten ranken sich viele Warnungen, und tatsächlich ist etwas Vorsicht angebracht. Unreife Tomaten enthalten das Glykoalkaloid Tomatin, auch im grünen Stielansatz. Beim Reifen wird dieser Stoff weitgehend abgebaut, weshalb vollreife rote Tomaten unbedenklich sind.

Wichtig zur Einordnung: Das Bundeszentrum für Ernährung stuft das Tomatin als deutlich weniger schädlich ein als das Solanin in grünen Stellen von Kartoffeln. Bei reifen Tomaten muss man den grünen Stielansatz aus gesundheitlicher Sicht daher nicht wegschneiden, viele tun es nur wegen Geschmack und Konsistenz.

Rohe, komplett grüne und harte Tomaten sollten Sie trotzdem nicht in Mengen essen. In den USA und in Südeuropa werden grüne Tomaten aber traditionell eingelegt, milchsauer vergoren oder zu Chutney und Konfitüre verarbeitet. In solchen üblichen kleinen Mengen bestehen laut BZfE keine Bedenken. Das Erhitzen und Einlegen macht die Sache zusätzlich verträglicher.

Für schwangere Personen, kleine Kinder und empfindliche Menschen bleiben wir bei rohen grünen Tomaten dennoch vorsichtig und greifen lieber zu reifer Ware. Wer noch grüne Tomaten am Strauch hat, kann sie ohnehin einfach nachreifen lassen.

Grüne Tomaten nachreifen

Sind die letzten Früchte im Herbst noch grün, müssen sie nicht auf der Pflanze bleiben. Legen Sie sie an einen hellen, warmen Ort, gern neben einen Apfel. Der Apfel gibt Ethylen ab und beschleunigt das Nachreifen, sodass die Tomaten innerhalb weniger Tage rot werden. So retten wir am Saisonende jedes Jahr die Nachzügler.

Tomaten in der Küche

Roh, geschmort, gebacken oder als Sauce, die Tomate ist eine der vielseitigsten Zutaten überhaupt. Für den puren Genuss reicht oft schon eine reife Sommertomate mit etwas Salz, Olivenöl und Basilikum.

Ein Trick für geschmacksintensive Gerichte: Beim Kochen entfaltet sich das Lykopin besser, und röstet man Tomaten im Ofen an, konzentriert sich der Geschmack. Wer die Haut nicht mag, übergießt die Tomate kurz mit kochendem Wasser (blanchieren), dann lässt sie sich leicht abziehen.

Ein paar Klassiker aus unserer Küche: frischer Tomatensalat, Bruschetta, Ofentomaten mit Knoblauch, eine langsam eingekochte Sauce für Pasta und im Sommer die kalte spanische Gazpacho. Für Sauce lohnt es sich, feste Flaschentomaten zu nehmen oder gute Dosentomaten, weil beide weniger Wasser mitbringen.

Eine ausführliche Anleitung Schritt für Schritt finden Sie unter Tomaten häuten.

Einkauf und Qualität

Gute Tomaten erkennen Sie weniger an der perfekten Form als am Duft. Reife Ware riecht am Stielansatz deutlich nach Tomate, das ist das verlässlichste Zeichen. Die Schale sollte prall und ohne Druckstellen sein, die Frucht schwer in der Hand liegen.

Am meisten Aroma bekommen Sie zwischen Juli und Oktober auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder aus dem eigenen Garten. Im Supermarkt sind Rispentomaten oft die sicherere Wahl als lose, blasse Ware, weil sie in der Regel etwas reifer geerntet werden.

Und noch ein ehrlicher Hinweis: Perfekt aussehende, makellose Tomaten im Winter sind fast immer ein Kompromiss beim Geschmack. In dieser Zeit fahren wir mit guten Dosentomaten für Gekochtes meist besser als mit teurer, blasser Frischware.

Häufige Fragen zu Tomaten

Wie viel wiegt eine Tomate?
Eine mittelgroße Tomate wiegt etwa 80 bis 100 Gramm. Cocktail- und Kirschtomaten wiegen nur 15 bis 30 Gramm, große Fleischtomaten 200 Gramm und mehr. Das Gewicht hängt vor allem von der Sorte ab.
Dürfen Tomaten in den Kühlschrank?
Besser nicht. Kälte lässt Aroma und Geschmack verlieren und begünstigt Schimmel. Ideal sind 12 bis 16 Grad an einem schattigen, luftigen Ort. Nur sehr weiche, angeschnittene oder überreife Tomaten können kurz in den Kühlschrank, um sie noch rasch zu verbrauchen.
Sind grüne Tomaten giftig?
Unreife grüne Tomaten enthalten das Alkaloid Tomatin, das laut BZfE aber deutlich weniger schädlich ist als das Solanin in Kartoffeln. Rohe, harte grüne Tomaten sollten Sie nicht in Mengen essen. Eingelegt, vergoren oder gekocht, etwa als Chutney, gelten übliche kleine Mengen als unbedenklich.
Muss man den grünen Stielansatz bei reifen Tomaten entfernen?
Aus gesundheitlicher Sicht nicht. Bei reifen roten Tomaten ist der grüne Stielansatz laut BZfE unbedenklich. Viele schneiden ihn nur wegen Geschmack und Konsistenz weg.
Wann haben Tomaten in Deutschland Saison?
Die Freiland-Saison reicht etwa von Juli bis Oktober, mit der Hochsaison im August und September. Dann sind Aroma und Zuckergehalt am höchsten und regionale Ware ist am besten verfügbar.
Wie lange halten Tomaten?
Feste, reife Tomaten halten bei richtiger Lagerung ein bis zwei Wochen, weiche und vollreife Früchte nur ein bis zwei Tage. Getrennt von anderem Obst lagern, da Tomaten Reifegas abgeben.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale NRW: Tomate richtig lagern
  2. BZfE: Alkaloide in Kartoffeln, Auberginen und Tomaten
  3. Nährwertrechner (Bundeslebensmittelschlüssel): Tomaten roh
  4. BZfE: Der Saisonkalender

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.