Wassermelone: reif erkennen, lagern und richtig genießen

Kategorie: Lebensmittel

Aufgeschnittene Wassermelone mit tiefrotem Fruchtfleisch und dunklen Kernen auf einem Holzbrett
Reif und saftig: eine gute Wassermelone erkennt man am gelben Feldfleck und am hohen Gewicht.

Die Wassermelone ist unser Sommer-Klassiker: erfrischend, kalorienarm und zu rund 90 Prozent aus Wasser. Reif erkennen Sie sie am cremig-gelben Feldfleck und am hohen Gewicht, ganz lagert sie kühl bis zu zwei Wochen, und die Kerne sind gut zerkaut sogar essbar.

Was die Wassermelone ausmacht

Kaum eine Frucht schreit so laut nach Sommer wie die Wassermelone. Bei uns liegt von Juni an fast immer eine im Kühlschrank, und an heißen Nachmittagen ist eine kalte Scheibe oft schneller weg, als wir nachschneiden können. Botanisch gehört die Wassermelone (Citrullus lanatus) zu den Kürbisgewächsen und ist damit eng mit Gurke, Zucchini und Kürbis verwandt. Streng genommen ist sie also eine Frucht aus der Gemüsefamilie, auch wenn wir sie im Alltag als Obst behandeln.

Ursprünglich stammt die Wassermelone aus Afrika, heute wird sie in warmen Regionen weltweit angebaut. Das Fruchtfleisch ist meist tiefrot, es gibt aber auch gelbe und orangefarbene Sorten. Die roten Sorten verdanken ihre Farbe dem Pflanzenfarbstoff Lycopin, der auch Tomaten rot färbt. Die Schale reicht von dunkelgrün über gestreift bis hellgrün, je nach Sorte.

Was uns an der Wassermelone besonders gefällt: Sie ist unkompliziert. Man braucht kein Rezept, kein Werkzeug außer einem großen Messer und keine Vorbereitung. Aufschneiden, in Spalten teilen, fertig. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick, denn beim Kauf entscheidet sich, ob die Melone später süß und saftig oder fad und mehlig schmeckt.

Reife Wassermelone erkennen

Das größte Ärgernis beim Melonenkauf ist die Unsicherheit: Von außen sieht man dem Fruchtfleisch nichts an. Es gibt aber ein paar zuverlässige Merkmale, auf die wir immer achten und die auch Verbraucherschützer und Warentester empfehlen.

Der gelbe Feldfleck

Das wichtigste Zeichen ist der sogenannte Feldfleck: die Stelle, an der die Melone während des Reifens auf dem Boden lag. Ist dieser Fleck cremig-gelb bis goldgelb, hatte die Frucht genug Zeit zum Ausreifen. Ist er dagegen weiß oder grünlich, wurde die Melone zu früh geerntet und schmeckt oft wenig süß. Diesen Tipp finden wir am verlässlichsten, weil er sich nicht überhören oder wegdiskutieren lässt.

Gewicht und Schale

Eine reife Wassermelone fühlt sich schwerer an, als sie aussieht. Das liegt am hohen Wasseranteil und ist ein gutes Zeichen für saftiges Fruchtfleisch. Nehmen Sie ruhig zwei ähnlich große Melonen in die Hand und vergleichen Sie das Gewicht. Die Schale sollte fest und prall sein, nicht weich oder eingedellt. Weiche Stellen deuten auf Überreife oder Druckstellen hin. Auch die Form gibt einen Hinweis: Reife Früchte sind meist rundlich und gleichmäßig, mit stumpfen statt spitzen Enden.

Der Klopftest und seine Grenzen

Der berühmte Klopftest wird gern überschätzt. Reife Melonen sollen beim Klopfen einen satten, dunklen Ton von sich geben, unreife klingen eher hell und metallisch. Ehrlich gesagt: Uns fehlt oft das geschulte Ohr, um den Unterschied sicher zu hören. Wir verlassen uns lieber auf Feldfleck und Gewicht und nehmen den Klang nur als Zusatzhinweis. Ein trockener, bräunlicher Stielansatz spricht ebenfalls für Reife, ein frisch-grüner eher dagegen.

Nährwerte und Wassergehalt

Ihren Namen trägt die Wassermelone völlig zu Recht: Rund 90 Prozent des Fruchtfleischs bestehen aus Wasser. Genau das macht sie an heißen Tagen so erfrischend und gleichzeitig kalorienarm. Mit etwa 38 Kilokalorien pro 100 Gramm gehört sie zu den leichtesten Früchten überhaupt. Der Zucker im Fruchtfleisch sorgt für die Süße, fällt mengenmäßig aber moderat aus.

Neben Wasser liefert die Wassermelone etwas Vitamin C und Kalium. Der rote Farbstoff Lycopin zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Studien deuten an, dass eine an solchen Pflanzenstoffen reiche Ernährung günstig sein kann. Ein Heilversprechen lässt sich daraus aber nicht ableiten. Wir sehen die Melone vor allem als das, was sie ist: eine leichte, wasserreiche Erfrischung, die gut in eine ausgewogene Ernährung passt.

Wer auf die Wasseraufnahme achtet, etwa an Sporttagen, findet in der Wassermelone eine angenehme Ergänzung zum Trinken. Ersetzen sollte sie das Wasserglas natürlich nicht, aber ein paar Spalten nebenbei sind eine schöne Sache. Weil die Frucht kaum Fett und wenig Eiweiß enthält, punktet sie vor allem als leichter Snack zwischendurch.

Typische Nährwerte je je 100 g essbarer Anteil (rohes Fruchtfleisch)
Nährwertje je 100 g essbarer Anteil (rohes Fruchtfleisch)
Wasserca. 90 g
Energie38 kcal
Kohlenhydrate8 g
Eiweiß1 g
Fett0,2 g
Ballaststoffe0,2 g
Vitamin C6 mg
Kalium109 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,2 g (5%)
  • Eiweiß 1,0 g (11%)
  • Kohlenhydrate 8,0 g (84%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Wassermelone

Wassermelone richtig lagern

Bei der Lagerung macht es einen großen Unterschied, ob die Melone noch ganz oder bereits angeschnitten ist.

Ganze Melone

Eine unversehrte Wassermelone braucht keinen Kühlschrank. Am wohlsten fühlt sie sich an einem kühlen, dunklen Ort fern von Herd und Heizung, etwa im Keller oder in der Speisekammer. So hält sie sich im Ganzen rund ein bis zwei Wochen, manchmal sogar länger. Wichtig ist, dass sie nicht auf einer Stelle liegen bleibt und keine Druckstellen bekommt. Wir drehen sie zwischendurch einmal, wenn sie länger liegt.

Angeschnittene Melone

Sobald die Melone aufgeschnitten ist, gehört sie in den Kühlschrank. Decken Sie die Schnittfläche mit Frischhaltefolie ab oder legen Sie die Stücke in eine verschlossene Dose. So bleibt das Fruchtfleisch etwa zwei bis drei Tage frisch. Die offene Schnittfläche nimmt sonst schnell fremde Kühlschrankgerüche an und trocknet aus. Riecht die Melone säuerlich oder wird das Fruchtfleisch schleimig, gehört sie in den Biomüll.

Ein praktischer Tipp aus unserer Küche: Wer viel Melone übrig hat, würfelt sie und friert die Stücke ein. Aufgetaut wird das Fruchtfleisch zwar weicher, aber die gefrorenen Würfel sind ein toller Ersatz für Eiswürfel in Wasser, Limonade oder Smoothies.

Kann man die Kerne mitessen?

Diese Frage stellen sich viele, und die Antwort lautet: Ja, die schwarzen Kerne der Wassermelone sind essbar. Laut Verbraucherzentrale Bayern und Bundeszentrum für Ernährung stecken in ihnen sogar wertvolle Nährstoffe, darunter ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen. Zudem liefern die Kerne Ballaststoffe.

Ein wichtiger Hinweis dazu: Damit die Kerne ihre Nährstoffe freigeben, sollten sie gründlich zerkaut oder in der Küche zerkleinert werden. Werden viele Kerne im Ganzen heruntergeschluckt, können sie den Darm reizen. In Maßen und gut gekaut sind sie aber unbedenklich. Niemand muss also beim Melonenessen ängstlich jeden Kern herauspulen.

Wer die Kerne bewusst nutzen möchte, kann sie sammeln, trocknen und in der Pfanne mit etwas Öl und Salz rösten. So werden sie zu einem knusprigen Snack, passen über Salate und Suppen oder lassen sich zu Pulver mahlen, das in Smoothies und Joghurt wandert. Die kernlosen Sorten aus dem Supermarkt umgehen das Thema zwar praktisch, wir mögen die klassische Variante mit Kernen aber trotzdem gern.

Wassermelone schneiden und verwenden

Am schnellsten geht es klassisch: Melone halbieren, die Hälften in Spalten schneiden, fertig zum Reinbeißen. Wer es ordentlicher mag, schneidet oben und unten eine Scheibe ab, stellt die Melone hin und schält die Schale mit einem großen Messer von oben nach unten ab. Danach lässt sich das Fruchtfleisch in Würfel oder Sticks teilen.

In der Küche kann die Wassermelone mehr als nur pur zu sein. Wir kombinieren sie im Sommer gern mit Feta, ein paar Minzblättern und einem Spritzer Limette zu einem erfrischenden Salat. Auch in Smoothies, als selbst gemachtes Wassereis am Stiel oder als Basis für eine kalte Melonensuppe macht sie sich gut. Der weiße Rand zwischen rotem Fruchtfleisch und grüner Schale ist übrigens ebenfalls essbar und schmeckt mild, fast gurkenartig. Er lässt sich sogar süß-sauer einlegen.

Achten Sie nur darauf, angeschnittene Melone nicht zu lange bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. Gerade an heißen Tagen und bei dem hohen Wassergehalt vermehren sich Keime schnell. Was auf dem Gartentisch liegen bleibt, sollte nach ein, zwei Stunden zurück in den Kühlschrank oder gegessen werden.

Eine ausführliche Anleitung Schritt für Schritt finden Sie unter Melone schneiden.

Saison, Herkunft und Einkauf

Die allermeisten Wassermelonen in deutschen Supermärkten kommen aus dem Mittelmeerraum, vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. Von diesen Herkünften gibt es die Frucht über den ganzen Sommer und teils bis in den Herbst. In warmen Regionen Deutschlands, etwa am Oberrhein, in der Pfalz oder am Bodensee, wird die Wassermelone inzwischen aber auch heimisch angebaut. Diese Früchte reifen in der Regel ab Ende August bis in den Herbst hinein.

Wenn Sie Wert auf kurze Transportwege legen, halten Sie im Spätsommer nach regionaler Ware Ausschau. Ansonsten gilt: Beim Kauf zählen Feldfleck, Gewicht und eine feste Schale mehr als die Herkunft. Eine ganze Melone ist meist die günstigere und ergiebigere Wahl, vorgeschnittene Stücke sind praktisch für den kleinen Haushalt, aber teurer und weniger lange haltbar.

Saison-Kalender

J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Der Großteil der Wassermelonen wird aus dem Mittelmeerraum importiert. Heimische Ware aus warmen Regionen (Oberrhein, Pfalz, Bodensee) reift ab Ende August bis in den Herbst.

Quelle: Plantura: Wassermelonen ernten

Häufige Fragen zu Wassermelone

Wie erkenne ich, ob eine Wassermelone reif ist?
Achten Sie auf den Feldfleck an der Unterseite: Ist er cremig-gelb, ist die Melone reif. Zusätzlich sollte sie sich schwerer anfühlen, als sie aussieht, und eine feste, pralle Schale haben. Der Klopftest mit einem satten, dunklen Ton ist nur ein Zusatzhinweis.
Wie lange hält sich eine Wassermelone?
Ganz und kühl gelagert hält sie sich etwa ein bis zwei Wochen. Angeschnitten gehört sie abgedeckt in den Kühlschrank und ist dort rund zwei bis drei Tage frisch.
Kann man die Kerne der Wassermelone essen?
Ja. Die schwarzen Kerne enthalten Nährstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine und Mineralstoffe. Man sollte sie aber gut zerkauen, denn im Ganzen und in großer Zahl geschluckt können sie den Darm reizen.
Wie viele Kalorien hat eine Wassermelone?
Wassermelone ist sehr kalorienarm: Rund 38 Kilokalorien stecken in 100 Gramm Fruchtfleisch, da sie zu etwa 90 Prozent aus Wasser besteht.
Muss ich eine Wassermelone im Kühlschrank lagern?
Eine ganze, unversehrte Melone braucht keinen Kühlschrank und fühlt sich an einem kühlen, dunklen Ort wohl. Erst angeschnitten sollte sie gekühlt werden.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Bayern: Kann man die Kerne der Wassermelone essen?
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Wassermelonenkerne
  3. Nährwertrechner.de: Wassermelone Nährwerte
  4. ÖKO-TEST: Reife Wassermelone erkennen

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.