Pumpernickel: das dunkle Roggenbrot aus Westfalen

Kategorie: Lebensmittel

Dunkle, kompakte Pumpernickel-Scheiben ohne Kruste auf einem Holzbrett
Pumpernickel: tiefbraune, saftige Krume ohne Kruste dank stundenlanger milder Backzeit

Pumpernickel ist ein tiefbraunes, krustenloses Vollkorn-Roggenbrot aus Westfalen, das viele Stunden bei milder Hitze gart. Es zählt zu den ballaststoffreichsten Broten überhaupt, schmeckt süß-säuerlich und hält sich eingeschweißt mehrere Monate.

Was Pumpernickel eigentlich ist

Pumpernickel ist ein sehr dunkles, kompaktes und saftiges Roggenbrot, das seine Heimat in Westfalen hat. Anders als die meisten Brote, die wir kennen, hat es keine knusprige Kruste, denn es wird in geschlossenen Kastenformen gebacken. Genau das gibt ihm die typische, dicht geschlossene Krume und die dunkle, fast schwarzbraune Farbe.

Der Grundstoff ist Roggen in seiner vollen Form. Nach den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck des Deutschen Lebensmittelbuchs besteht Pumpernickel aus mindestens 90 Prozent Roggenbackschrot und/oder Roggenvollkornschrot. Damit ist es ein echtes Vollkornbrot, bei dem das komplette Getreidekorn samt Randschichten und Keim verarbeitet wird. Helles Mehl oder Weizen spielen im klassischen Rezept keine Rolle.

Der ungewöhnliche Name sorgt bis heute für Schmunzeln. Für seine Herkunft gibt es mehrere Deutungen, eine gesicherte Erklärung existiert nicht. Klar ist dagegen die Tradition: Pumpernickel gilt als eines der ältesten deutschen Brote und war über Jahrhunderte ein Grundnahrungsmittel, gerade weil es sich so lange hielt. Genau diese Kombination aus Vollkorn, Lagerfähigkeit und kräftigem Geschmack finden wir bis heute überzeugend.

Wenn Sie Pumpernickel zum ersten Mal in der Hand halten, fällt vor allem das Gewicht auf. Eine Scheibe wiegt spürbar mehr als eine gleich große Scheibe Weißbrot, weil die Krume so dicht gepackt ist. Diese Dichte ist kein Nachteil, sondern das Ergebnis der besonderen Machart und ein Grund dafür, dass schon eine dünne Scheibe sättigt.

Herstellung: warum die lange Backzeit entscheidend ist

Das Besondere an Pumpernickel ist nicht das Rezept, sondern die Zeit. Wo ein normales Brot in einer knappen Stunde fertig ist, gart Pumpernickel viele Stunden lang bei milder Hitze. Genau daraus entstehen Farbe, Geschmack und Konsistenz.

Die Verbraucherzentrale Bayern beschreibt das traditionelle Verfahren so: Der Teig wird zunächst bei etwa 200 Grad angebacken und danach bei rund 100 Grad mindestens 16 Stunden weitergebacken. In der Praxis stehen die geschlossenen Formen dabei in Dampfkammern, teils sogar 24 Stunden oder länger. Die Mindestbackzeit von 16 Stunden ist kein Marketing, sondern in den deutschen Leitsätzen festgelegt: Wird kürzer gebacken, darf sich das Brot nicht Pumpernickel nennen.

Während dieser langen, feuchten Hitze passiert das Entscheidende: Ein Teil der Stärke im Getreide wird in Zucker umgewandelt. So entstehen zugleich die dunkle Färbung und der charakteristische süßlich-malzige Ton. Zusammen mit dem Sauerteig, aus dem ein großer Teil der Säure stammt, ergibt sich der typisch süß-säuerliche Geschmack. Weil das Brot in geschlossenen Kästen gart, kann kein Wasser entweichen, deshalb bleibt die Krume feucht und es bildet sich keine Kruste.

Ein zweiter Baustein ist der Roggen selbst. Roggenteig lässt sich anders als Weizenteig nicht allein über Kleber stabilisieren, deshalb ist der Sauerteig hier unverzichtbar. Er säuert den Teig, macht ihn backfähig und trägt zugleich zur langen Haltbarkeit bei. Traditionell werden für Pumpernickel auch Reste älterer Brote als sogenanntes Restbrot mitverarbeitet, was Aroma und Farbe zusätzlich vertieft.

Selbst backen oder kaufen?

Ehrlich gesagt: Echtes Pumpernickel zu Hause nachzubacken ist aufwendig, weil kaum ein Haushaltsofen 16 Stunden zuverlässig und günstig auf niedriger Temperatur läuft. Es gibt vereinfachte Rezepte mit kürzerer Garzeit, die aber geschmacklich nicht ganz an das Original herankommen. Wir greifen im Alltag daher meist zur fertigen, eingeschweißten Variante und heben uns das Selberbacken für besondere Gelegenheiten auf.

Wer es dennoch versuchen möchte, sollte eine gut schließende Kastenform, viel Geduld und einen Backofen einplanen, der niedrige Temperaturen stabil hält. Ein Wasserbad im Ofen sorgt für die nötige feuchte Hitze. Das Ergebnis kommt dem Original näher, je länger und schonender Sie backen.

Nährwerte von Pumpernickel

Pumpernickel ist eines der ballaststoffreichsten Brote, die wir kennen. Mit rund 9 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm liefert es fast doppelt so viel wie so manches helle Mischbrot. Ballaststoffreiche Brote gelten als gut sättigend und sind ein guter Grund, öfter zu Vollkorn zu greifen.

Beim Energiegehalt liegt Pumpernickel mit etwa 188 Kilokalorien pro 100 Gramm im üblichen Rahmen für Brot, der Fettanteil ist mit rund 1 Gramm sehr niedrig. Der Zuckergehalt beträgt trotz des süßlichen Geschmacks nur etwa 1 Gramm, die wahrgenommene Süße stammt aus dem Malz und den beim Backen entstandenen Zuckern, nicht aus zugesetztem Zucker.

Als Vollkornprodukt bringt Pumpernickel neben Ballaststoffen auch die Nährstoffe aus den Randschichten und dem Keim des Roggenkorns mit, etwa Mineralstoffe und B-Vitamine. Die genaue Menge hängt von Sorte und Rezeptur ab, deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Nährwerttabelle der jeweiligen Packung.

Ein Wort zur Vorsicht: Manche Sorten enthalten zusätzlich Rübensirup oder Zuckerrübensirup für Farbe und Geschmack, dann steigt der Zuckergehalt. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also. Da Pumpernickel aus Roggen besteht, ist es für Menschen mit Zöliakie nicht geeignet, denn Roggen enthält Gluten.

Typische Nährwerte je 100 g
Nährwertje 100 g
Energie188 kcal
Fett1 g
Kohlenhydrate38 g
davon Zucker1 g
Eiweiß6 g
Ballaststoffe9 g
Salz1 g

Woraus die Energie stammt

  • Fett 1,0 g (5%)
  • Eiweiß 6,0 g (13%)
  • Kohlenhydrate 38,0 g (82%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: naehrwertrechner.de - Pumpernickel

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Geschmack und wie wir Pumpernickel essen

Der Geschmack von Pumpernickel polarisiert, und das ist völlig in Ordnung. Wer weiches, mildes Brot gewöhnt ist, wird die kräftige, malzig-süße und zugleich leicht säuerliche Note erst einmal ungewohnt finden. Die Krume ist dicht, feucht und fast klebrig-weich, ganz ohne den Biss einer Kruste.

Klassisch essen wir es herzhaft: mit kräftigem Käse, gutem Schinken, Räucherlachs oder einfach mit Butter. Weil es so dicht und geschmacksintensiv ist, reichen dünne Scheiben. Sehr beliebt sind auch kleine Häppchen, bei denen ausgestochene Pumpernickel-Taler mit Frischkäse und Lachs belegt werden.

Überraschend gut passt Pumpernickel auch zu Süßem. Die malzige Note harmoniert mit Frischkäse und Honig, mit Marmelade oder in Dessertschichten mit Quark und Beeren. Wer es noch nie probiert hat, sollte genau diese Kombination einmal testen, wie wir finden lohnt sich das.

Praktisch ist Pumpernickel auch, weil es nicht krümelt und die Scheiben sich gut belegen und stapeln lassen. Für ein schnelles Abendbrot, eine Brotzeit unterwegs oder das Büffet zu Hause ist es damit eine unkomplizierte Wahl, die satt macht und lange vorhält.

Haltbarkeit und Lagerung

Ein großer Vorteil von Pumpernickel ist seine Haltbarkeit. Der niedrige Wassergehalt an der Oberfläche, der hohe Roggenanteil und der Sauerteig machen es von Natur aus lange lagerfähig. Industriell hergestelltes, luftdicht eingeschweißtes Pumpernickel hält sich laut Verbraucherzentrale Bayern mehrere Monate, oft ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum von vielen Monaten aufgedruckt.

Ungeöffnet lagern Sie die Packung einfach kühl, trocken und lichtgeschützt im Vorratsschrank. Nach dem Öffnen sollten Sie das Brot möglichst luftdicht verschließen und innerhalb weniger Tage aufbrauchen, im Kühlschrank hält es dann etwas länger. Weil die Krume feucht ist, kann angebrochenes Pumpernickel bei Wärme und Luft mit der Zeit schimmeln, wie jedes andere Brot auch.

Wichtig: Bei Schimmel gilt für Pumpernickel dasselbe wie für weiche Brote. Wegen des hohen Feuchtegehalts sollten Sie die ganze Scheibe oder das Brot entsorgen und nicht nur die sichtbare Stelle wegschneiden. Einfrieren funktioniert ebenfalls problemlos und ist praktisch, wenn Sie nur selten eine Scheibe brauchen. Am besten frieren Sie die Scheiben einzeln oder mit einer Lage Papier dazwischen ein, dann lassen sie sich portionsweise entnehmen.

Pumpernickel kaufen: worauf wir achten

Pumpernickel bekommen Sie in fast jedem Supermarkt, meist im Regal mit den haltbaren Broten, oft in praktischen 250- oder 500-Gramm-Packungen mit vorgeschnittenen Scheiben. Frisch und ohne Konservierung gibt es echtes Pumpernickel dazu bei handwerklichen Bäckereien, vor allem in Westfalen.

Beim Kauf werfen wir immer einen Blick auf die Zutatenliste. Gutes Pumpernickel kommt mit wenigen Zutaten aus: Roggenvollkornschrot beziehungsweise Roggenbackschrot, Wasser, Sauerteig und Salz. Zusätze wie Zuckerrübensirup sind traditionell möglich, erhöhen aber den Zuckergehalt. Wer den vollen Vollkornnutzen möchte, achtet auf einen hohen Schrotanteil und die Bezeichnung Vollkorn.

Ob abgepackt oder frisch vom Bäcker ist am Ende Geschmackssache. Die eingeschweißte Variante punktet mit langer Haltbarkeit und ist ideal als Vorrat, das Bäckerbrot überzeugt mit vollerem Aroma. Beides hat bei uns seinen Platz.

Häufige Fragen zu Pumpernickel

Ist Pumpernickel gesund?
Pumpernickel ist ein Vollkornbrot und liefert mit rund 9 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm besonders viel Ballaststoffe bei wenig Fett. Ballaststoffreiche Lebensmittel gelten als sättigend und sind Teil einer ausgewogenen Ernährung. Wie bei jedem Brot kommt es auf die Menge und die übrige Ernährung an.
Warum ist Pumpernickel so dunkel?
Die dunkle Farbe entsteht durch die sehr lange Backzeit von mindestens 16 Stunden bei milder Hitze. Dabei wird ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt und es bilden sich Röstaromen, was zugleich die tiefbraune Färbung und den süß-säuerlichen Geschmack erzeugt.
Wie lange ist Pumpernickel haltbar?
Luftdicht eingeschweißtes Pumpernickel hält sich laut Verbraucherzentrale Bayern mehrere Monate, sofern es kühl, trocken und ungeöffnet gelagert wird. Nach dem Öffnen sollten Sie es verschlossen aufbewahren und innerhalb weniger Tage aufbrauchen oder einfrieren.
Enthält Pumpernickel Zucker?
Von Natur aus enthält Pumpernickel nur etwa 1 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Die süßliche Note stammt aus dem beim langen Backen entstehenden Malzzucker. Manche Sorten enthalten aber zugesetzten Rübensirup, ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
Ist Pumpernickel glutenfrei?
Nein. Pumpernickel wird aus Roggen hergestellt und Roggen enthält Gluten. Für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist Pumpernickel daher nicht geeignet.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Bayern: Was ist das Besondere an Pumpernickel?
  2. naehrwertrechner.de: Pumpernickel Nährwerte
  3. Wissensforum Backwaren e.V.: Pumpernickel

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.