Radieschen: Lagern, einfrieren und richtig genießen

Kategorie: Lebensmittel

Frischer Bund roter Radieschen mit grünen Blättern auf einem Holztisch
Frisch geerntete Radieschen schmecken am knackigsten, direkt aus dem Beet oder vom Wochenmarkt.

Radieschen lassen sich einfrieren, verlieren dabei aber ihren typischen Biss und werden glasig. Frisch schmecken sie am besten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die scharfen Knollen richtig lagern, wann sie in Deutschland Saison haben und was drinsteckt.

Kann man Radieschen einfrieren?

Ja, einfrieren geht grundsätzlich, aber wir sind ehrlich: Ein echter Gewinn ist es nicht. Radieschen bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Beim Gefrieren bilden sich Eiskristalle, die die Zellwände sprengen. Nach dem Auftauen sind die Knollen deshalb weich, glasig und haben ihren knackigen Biss verloren. Für den Rohverzehr im Salat oder aufs Butterbrot taugen aufgetaute Radieschen kaum noch.

Wenn Sie trotzdem einfrieren möchten, weil zum Beispiel die Ernte aus dem eigenen Beet zu groß war, dann funktioniert das am besten für die spätere warme Küche. Waschen Sie die Radieschen gründlich, entfernen Sie das Grün und die Wurzelspitze und tupfen Sie die Knollen richtig trocken. Halbiert oder in Scheiben geschnitten lassen sie sich portionsweise in einem Gefrierbeutel oder einer Dose einfrieren. Drücken Sie möglichst viel Luft aus dem Beutel, das schützt vor Gefrierbrand. So vorbereitet sind sie mehrere Monate haltbar.

Wer Farbe und einen Rest Struktur retten möchte, kann die Scheiben vor dem Einfrieren kurz blanchieren. Dazu geben Sie sie ein bis zwei Minuten in kochendes Wasser und schrecken sie danach eiskalt ab. Das bremst die Enzyme, die sonst für Farb- und Aromaverluste sorgen. Ein knackiges Radieschen wie frisch aus dem Beet wird daraus trotzdem nicht mehr, das sollten Sie realistisch sehen.

Unser Tipp aus der Familie: Verwenden Sie aufgetaute Radieschen gebraten, geschmort oder in einer Suppe. Beim kurzen Anbraten verlieren sie ihre Schärfe und schmecken mild, fast wie eine kleine Rübe. Das ist eine schöne Art, einen Überschuss zu verwerten, statt ihn wegzuwerfen. Auch das Radieschengrün muss nicht in den Müll: Es lässt sich wie Kräuter zu Pesto oder Suppe verarbeiten.

Alternativen zum Einfrieren sind Einlegen und Fermentieren. Sauer eingelegt in einem Sud aus Essig, Wasser, Salz und Zucker halten sich Radieschen im Kühlschrank mehrere Wochen und bleiben dabei angenehm knackig. Beim Fermentieren in einer Salzlake entsteht mit der Zeit eine milde Säure, und die Knollen bekommen eine leicht spritzige Note. Das ist aus unserer Sicht die deutlich bessere Methode, wenn Sie größere Mengen haltbar machen wollen.

Radieschen richtig lagern

Radieschen sind kleine Sensibelchen. Am wohlsten fühlen sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks. Wichtig ist der erste Handgriff nach dem Einkauf oder der Ernte: Trennen Sie das grüne Laub direkt ab. Die Blätter entziehen den Knollen sonst Feuchtigkeit, wodurch die Radieschen schnell weich und schrumpelig werden. Das Grün müssen Sie deshalb aber nicht wegwerfen, dazu später mehr.

Richtig gelagert bleiben Radieschen im Kühlschrank etwa eine Woche lang frisch. Am längsten halten sie sich, wenn Sie die Knollen in ein leicht feuchtes Tuch wickeln oder in eine verschlossene Dose geben. So trocknen sie nicht aus. Bei uns landen sie oft in einer Box mit einem Spritzer Wasser am Boden, das hat sich bewährt. Verzichten Sie dagegen darauf, die Radieschen luftdicht in Plastik zu quetschen, denn dort sammelt sich schnell Kondenswasser und damit steigt die Schimmelgefahr.

Sind die Radieschen schon etwas schlapp geworden, ist noch nichts verloren. Legen Sie die geputzten Knollen für ein bis zwei Stunden in kaltes Wasser, dann werden sie wieder erstaunlich knackig. Die Zellen saugen sich mit Wasser voll und straffen sich. Welke Radieschen müssen Sie also nicht gleich entsorgen.

Woran erkenne ich schlechte Radieschen?

Verdorbene Radieschen erkennen Sie an braunen oder schwarzen Flecken auf der Knolle, an einem muffigen Geruch oder an sichtbarem Schimmel. Fühlt sich eine Knolle innen hohl und schwammig an, ist sie überreif, aber meist noch essbar, wenn auch nicht mehr besonders lecker. Frische Radieschen sind fest, glatt und haben pralle Blätter.

Saison-Kalender

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  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Freilandsaison in Deutschland etwa Mai bis Oktober, aus dem Gewächshaus ab April. Im Winter meist Importware.

Quelle: Zu gut für die Tonne (BMEL)

Wann haben Radieschen Saison?

Radieschen gehören zu den ersten Boten des Frühlings und wachsen unglaublich schnell. In Deutschland haben sie von etwa Mai bis Oktober im Freiland Saison. Aus dem Gewächshaus und dem geschützten Anbau gibt es heimische Radieschen oft schon ab April.

In den Wintermonaten kommen Radieschen überwiegend aus dem Ausland, etwa aus den Niederlanden, Italien oder Israel. Wer regional und saisonal einkaufen möchte, greift also am besten zwischen Frühling und Herbst zu. Dann sind die Knollen nicht nur am umweltfreundlichsten, sondern schmecken erfahrungsgemäß auch am aromatischsten. An besonders heißen Hochsommertagen werden Radieschen übrigens gern schärfer und etwas holziger, in den milderen Wochen im Frühjahr und Herbst schmecken sie oft am feinsten.

Übrigens lassen sich Radieschen im eigenen Garten oder sogar im Balkonkasten prima selbst ziehen. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen je nach Sorte nur vier bis sechs Wochen. Sie brauchen dafür nur ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen und gleichmäßig feuchte Erde. Das macht sie zu einem dankbaren Gemüse für Anfänger und für Kinder, die beim Gärtnern schnell ein Erfolgserlebnis haben möchten.

Nährwerte: Was steckt in Radieschen?

Radieschen sind ein echtes Leichtgewicht. Mit rund 15 Kilokalorien pro 100 Gramm gehören sie zu den kalorienärmsten Gemüsesorten überhaupt, denn sie bestehen zu etwa 94 Prozent aus Wasser. Wer figurbewusst nascht, macht mit ihnen also wenig verkehrt.

Trotz des geringen Energiegehalts liefern die roten Knollen einige interessante Nährstoffe. Bemerkenswert ist der Gehalt an Vitamin C: Laut Nährwertrechner stecken rund 29 Milligramm pro 100 Gramm in den frischen Knollen. Dazu kommen Kalium, etwas Folsäure und Ballaststoffe. Der Fett- und Eiweißgehalt ist dagegen verschwindend gering.

Die typische Schärfe stammt von sogenannten Senfölglykosiden. Diese sekundären Pflanzenstoffe geben Radieschen ihren Pfiff und sorgen für das leichte Prickeln auf der Zunge. Ihnen werden in der Forschung verschiedene günstige Eigenschaften nachgesagt, gesicherte Heilwirkungen sollten Sie daraus aber nicht ableiten. Als Teil einer bunten, gemüsereichen Ernährung sind Radieschen aus unserer Sicht einfach eine feine, unkomplizierte Sache.

Ein kleiner Hinweis noch zu den Zahlen: Nährwerte schwanken je nach Sorte, Boden und Reifegrad. Die Angaben in unserer Tabelle sind Durchschnittswerte und dienen der Orientierung, nicht der Nachkommastelle genau.

Typische Nährwerte je 100 g
Nährwertje 100 g
Energie15 kcal
Fett0,14 g
Eiweiß1 g
Kohlenhydrate2 g
Ballaststoffe2 g
Vitamin C29 mg
Kalium255 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,1 g (10%)
  • Eiweiß 1,0 g (30%)
  • Kohlenhydrate 2,0 g (60%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: naehrwertrechner.de (Bundeslebensmittelschlüssel)

Radieschen in der Küche

Am häufigsten landen Radieschen roh auf dem Teller, in Scheiben geschnitten im Salat, aufs Butterbrot gelegt oder einfach pur als knackiger Snack zwischendurch. Vor dem Verzehr gründlich waschen, die Wurzelspitze und den Blattansatz abschneiden, fertig. Besonders gut passen sie zu Frischkäse, Quark, frischen Kräutern und einem herzhaften Bauernbrot.

Weniger bekannt ist, dass sich Radieschen auch warm zubereiten lassen. Kurz in Butter geschwenkt oder im Ofen geröstet verlieren sie ihre Schärfe und bekommen einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Das ist besonders praktisch für Knollen, die schon etwas gelitten haben oder aus dem Gefrierfach kommen. Auch in einer schnellen Gemüsepfanne oder einer Frühlingssuppe machen sie sich gut.

Und das oft weggeworfene Grün? Die jungen Blätter schmecken leicht scharf und lassen sich wie Rucola verwenden, etwa im Salat, als Pesto oder in einer Suppe. So nutzen Sie das ganze Gemüse und werfen weniger weg, ganz im Sinne einer nachhaltigen Küche. Achten Sie nur darauf, dass die Blätter frisch und unbeschädigt sind.

Häufige Fragen zu Radieschen

Kann man Radieschen einfrieren?
Ja, aber sie verlieren ihren Biss und werden glasig. Für den Rohverzehr eignen sich aufgetaute Radieschen kaum. Besser verwenden Sie sie gebraten oder in Suppen. Zum Vorratanlegen ist sauer Einlegen die knackigere Alternative.
Wie lange halten sich Radieschen im Kühlschrank?
Richtig gelagert bleiben Radieschen im Gemüsefach etwa eine Woche frisch. Entfernen Sie dazu das Laub und wickeln Sie die Knollen in ein feuchtes Tuch oder geben Sie sie in eine verschlossene Dose.
Wann haben Radieschen in Deutschland Saison?
Heimische Radieschen aus dem Freiland gibt es von etwa Mai bis Oktober, aus dem Gewächshaus schon ab April. Im Winter stammt die Ware meist aus dem Ausland.
Wie viele Kalorien haben Radieschen?
Radieschen haben nur rund 15 Kilokalorien pro 100 Gramm und bestehen zu etwa 94 Prozent aus Wasser. Damit gehören sie zu den kalorienärmsten Gemüsesorten.
Kann man Radieschengrün essen?
Ja, die jungen Blätter sind essbar und leicht scharf. Sie lassen sich wie Rucola im Salat, als Pesto oder in Suppen verwenden.

Quellen

  1. naehrwertrechner.de - Radieschen frisch (Bundeslebensmittelschlüssel)
  2. Zu gut für die Tonne (BMEL) - Radieschen lagern

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.