Datteln: Sorten, Zucker, Lagerung und Verwendung
Datteln sind die süßen Früchte der Dattelpalme und bei uns vor allem als getrocknete Ware bekannt. Wir zeigen Ihnen, wie sich Medjool und Deglet Nour unterscheiden, wie viel Zucker wirklich drinsteckt, wie Sie Datteln als natürliches Süßmittel nutzen und wie Sie sie richtig lagern.
Was Datteln sind und woher sie kommen
Datteln wachsen an der echten Dattelpalme (Phoenix dactylifera), einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Angebaut werden sie vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten, etwa in Tunesien, Algerien, Ägypten, Saudi-Arabien und Israel. In den warmen Oasen reifen die Früchte in großen Rispen heran und werden meist erst am Ende der Reife geerntet, wenn sie ihren hohen Zuckergehalt erreicht haben.
Bei uns im Handel finden Sie Datteln fast immer in getrockneter oder halbgetrockneter Form. Frische, vollreife Datteln sind hierzulande selten, weil sie sehr empfindlich sind. Der Großteil der Ware wird nach der Ernte schonend getrocknet, wodurch sich Zucker und Aromen konzentrieren und die Frucht monatelang haltbar wird. Genau diese natürliche Süße macht die Dattel so beliebt, sowohl als Snack als auch zum Backen und Kochen.
Botanisch gesehen ist die Dattel eine Beere mit einem länglichen, harten Kern in der Mitte. Im Handel bekommen Sie sie sowohl mit Kern als auch entsteint. Für die Küche greifen wir meist zur entsteinten Variante, weil sie sich schneller verarbeiten lässt.
| Nährwert | je 100 g getrocknete Medjool-Datteln |
|---|---|
| Zucker | 66,5 g |
| Ballaststoffe | 6,7 g |
| Kalium | 696 mg |
| Magnesium | 54 mg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,2 g (1%)
- Eiweiß 1,8 g (2%)
- Kohlenhydrate 75,0 g (97%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: USDA National Nutrient Database (via nutritionvalue.org)
Medjool und Deglet Nour: die wichtigsten Sorten
Es gibt weltweit Hunderte Dattelsorten, doch im deutschen Handel dominieren zwei Namen: Medjool und Deglet Nour. Beide schmecken süß, unterscheiden sich aber deutlich in Größe, Textur und Verwendung.
Medjool-Datteln gelten als die Königin unter den Datteln. Sie sind groß, weich und besonders fleischig, mit einer karamellartigen Süße. Ein einzelnes Exemplar wiegt oft 20 bis 25 Gramm. Weil sie so saftig und aromatisch sind, eignen sie sich hervorragend zum puren Naschen oder gefüllt mit Nüssen und Frischkäse.
Deglet Nour bedeutet übersetzt so viel wie Dattel des Lichts. Diese Sorte ist kleiner, fester und weniger klebrig, dafür länger haltbar. Der Geschmack ist etwas dezenter. Deglet Nour wird gern zum Kochen und Backen verwendet, etwa in Gebäck, Chutneys oder herzhaften Gerichten der nordafrikanischen Küche.
Wenn Sie unsicher sind, welche Sorte die richtige ist, hilft eine einfache Faustregel, die sich bei uns bewährt hat: Zum direkten Genuss und für cremige Rezepte nehmen wir Medjool, zum Backen und für den Vorrat greifen wir zur günstigeren und robusteren Deglet Nour.
Frisch, halbtrocken oder getrocknet
Datteln werden je nach Wassergehalt in weiche, halbtrockene und trockene Früchte eingeteilt. Medjool zählt zu den weichen bis halbtrockenen Datteln, Deglet Nour eher zu den halbtrockenen. Reine Trockendatteln sind noch fester und werden oft gepresst als Block verkauft. Je höher der Wassergehalt, desto empfindlicher ist die Frucht und desto kürzer hält sie sich.
Zucker und Kalorien: wie gesund sind Datteln
Datteln sind echte Energiebomben, und das ist völlig natürlich. Der Löwenanteil ihrer Kohlenhydrate besteht aus Zucker, vor allem aus Glukose und Fruktose. Getrocknete Datteln kommen je nach Sorte auf rund 60 bis 66 Gramm Zucker pro 100 Gramm, Medjool laut den USDA-Nährwertdaten auf etwa 66 Gramm. Damit liefern 100 Gramm ungefähr 275 bis 295 Kilokalorien.
Das klingt nach viel, doch die Menge relativiert das Ganze. Eine einzelne Medjool-Dattel wiegt entsteint etwa 20 bis 24 Gramm und bringt damit rund 60 bis 66 Kilokalorien mit. Als kleiner Energieschub zwischendurch oder vor dem Sport ist das durchaus sinnvoll portioniert.
Anders als bei purem Haushaltszucker steckt der Zucker in der Dattel in einer Matrix aus Ballaststoffen. Diese Ballaststoffe, rund 7 Gramm pro 100 Gramm, sorgen dafür, dass der Zucker etwas langsamer ins Blut gelangt. Studien deuten zudem auf einen Gehalt an Antioxidantien hin. Dennoch bleibt die Dattel ein sehr zuckerreiches Lebensmittel, und wer auf den Blutzucker achten muss, sollte sie bewusst und in Maßen genießen.
Ein Punkt, den wir nicht verschweigen wollen: Datteln sind klebrig und bleiben gern an den Zähnen hängen. Das erhöht das Kariesrisiko. Nach dem Naschen lohnt sich also ein Schluck Wasser oder später das Zähneputzen. Als Faustregel gilt für uns: ein paar Datteln am Tag sind ein feiner Genuss, eine ganze Packung auf einmal eher nicht.
Mineralstoffe und Ballaststoffe
Neben Zucker liefern Datteln nennenswerte Mengen an Kalium (rund 650 bis 700 Milligramm pro 100 Gramm) sowie Magnesium und weitere Spurenelemente. Mit rund 7 g Ballaststoffen je 100 g tragen Datteln zu einer ballaststoffreichen Ernährung bei. Diese Nährstoffe machen die Dattel zu mehr als nur einer Süßigkeit, ersetzen aber natürlich keine ausgewogene Ernährung.
Datteln als natürliches Süßmittel
Ein Grund, warum Datteln in vielen Küchen einen festen Platz haben, ist ihre Rolle als natürliche Alternative zu Industriezucker. Weil sie von Natur aus so süß sind, lassen sich damit Backwaren, Müsli, Smoothies und Energiekugeln süßen, ohne dass raffinierter Zucker nötig ist.
Am einfachsten geht das mit Dattelpaste. Dafür weichen Sie entsteinte Datteln etwa 30 Minuten in warmem Wasser ein und pürieren sie anschließend mit etwas Einweichwasser zu einer glatten Masse. Diese Paste können Sie löffelweise in Teige, Porridge oder Dressings geben. Sie bringt neben der Süße auch Feuchtigkeit und eine leicht karamellige Note mit.
Bei uns zu Hause hat sich Dattelpaste vor allem in Haferkeksen und in selbst gemachten Energiekugeln bewährt. Wichtig zu wissen: Auch wenn Datteln Ballaststoffe und Mineralstoffe mitbringen, bleibt ihr Zucker Zucker. Sie sind also eher eine geschmacklich reizvolle und weniger stark verarbeitete Alternative, kein Freifahrtschein für unbegrenztes Süßen. Ernährungsphysiologisch ist Dattelsüße dem weißen Zucker nur leicht überlegen, weil sie eben nicht isoliert daherkommt.
Wer es flüssiger mag, findet im Handel auch Dattelsirup, der sich gut über Pfannkuchen oder in Joghurt macht. Beim Kauf lohnt der Blick auf die Zutatenliste, damit wirklich nur Datteln und Wasser enthalten sind.
Datteln richtig lagern und Haltbarkeit
Wie lange sich Datteln halten, hängt stark von der Sorte und vom Wassergehalt ab. Grundsätzlich mögen Datteln es kühl, trocken und dunkel. Licht, Wärme und Feuchtigkeit sind die größten Feinde, weil sie das Austrocknen oder umgekehrt das Verderben beschleunigen.
Getrocknete Datteln wie Deglet Nour sind ausgesprochen robust. Kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert, halten sie sich problemlos viele Monate bis zu etwa einem Jahr. Bewahren Sie sie am besten in einem luftdichten Behälter auf, damit sie nicht weiter austrocknen und keine fremden Gerüche annehmen.
Weiche Sorten wie Medjool sind empfindlicher. Bei Zimmertemperatur sollten Sie sie innerhalb weniger Wochen aufbrauchen. Im Kühlschrank, gut verschlossen, bleiben sie deutlich länger frisch und geschmeidig. Wir bewahren unsere Medjool-Datteln standardmäßig im Kühlschrank auf, dann trocknen sie nicht so schnell aus.
Für längere Vorräte lassen sich Datteln auch einfrieren. In einem luftdichten Behälter oder Gefrierbeutel halten sie im Tiefkühler viele Monate. Zum Auftauen legen Sie sie am besten über Nacht in den Kühlschrank. Ein kleiner Hinweis noch: Wenn sich auf der Oberfläche weiße Kristalle bilden, ist das meist kein Schimmel, sondern austretender Fruchtzucker, der die Frucht überzieht. Riechen und schauen Sie vor dem Verzehr aber immer genau hin, so wie es Verbraucherschützer bei Trockenfrüchten generell empfehlen.
Datteln kaufen: worauf wir achten
Beim Einkauf lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Gute Datteln bestehen nur aus der Frucht, ohne Zusatz von Zucker, Sirup oder Konservierungsstoffen. Manche Ware wird geschwefelt oder mit Glukosesirup überzogen, was Sie an einem klebrig-glänzenden Überzug erkennen können. Wer das nicht möchte, greift zu ungeschwefelter Bio-Ware.
Frische, hochwertige Medjool-Datteln erkennen Sie an einer prallen, glänzenden Haut, die leicht runzelig, aber nicht hart und ausgetrocknet ist. Sind die Früchte steinhart oder riechen leicht gärig, lassen Sie sie besser liegen. Entsteinte Datteln sind praktisch für die schnelle Küche, mit Kern gekaufte Ware ist oft etwas günstiger und länger frisch.
Häufige Fragen zu Datteln
Wie viele Datteln sollte man am Tag essen?
Was ist der Unterschied zwischen Medjool und Deglet Nour?
Sind Datteln gesünder als Zucker?
Wie lange sind Datteln haltbar und wie lagert man sie?
Ist der weiße Belag auf Datteln Schimmel?
Quellen
- USDA / nutritionvalue.org: Nährwerte Medjool-Datteln
- AOK Gesundheitsmagazin: Wie gesund sind Datteln
- Alnatura Warenkunde Datteln: Verwendung, Lagerung, Haltbarkeit
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.