Steaks fettarm zubereiten: mageres Fleisch richtig garen

Kategorie: Lebensmittel

Mageres Rindersteak wird ohne zusätzliches Fett in einer heißen Gusseisenpfanne gebraten
Mageres Steak, heiße Pfanne, kein zusätzliches Fett: So bleibt es saftig.

Ein Steak muss nicht in Butter schwimmen, um zu schmecken. Wer mageres Fleisch wählt, in der beschichteten Pfanne oder auf dem Grill ohne zusätzliches Fett gart und die Kerntemperatur im Blick behält, bekommt ein saftiges Ergebnis mit wenig Fett und viel Eiweiß.

Warum das Steak oft fettreicher ist als nötig

Ein Steak liefert von Natur aus viel Eiweiß und wenig Kohlenhydrate. Der große Unterschied entsteht durch zwei Dinge: das gewählte Fleischstück und die Zubereitung. Ein gut marmoriertes Ribeye bringt sein Fett schon mit, und wer dann noch reichlich Butter oder Öl in die Pfanne gibt, landet schnell bei einer deftigen Portion.

Fettarm heißt deshalb nicht, auf Genuss zu verzichten. Es heißt, an den richtigen Stellen anzusetzen: mager einkaufen, sichtbares Fett wegschneiden und beim Garen so wenig zusätzliches Fett wie möglich verwenden. Wie wir bei uns in der Familie festgestellt haben, schmeckt ein sauber gebratenes mageres Steak keineswegs trocken, wenn Hitze und Kerntemperatur stimmen.

Ein Hinweis vorweg: Rotes Fleisch sollte laut Ernährungsfachleuten ohnehin nur in Maßen auf den Teller kommen. Die fettarme Zubereitung ist also eine gute Ergänzung zu einem bewussten, nicht zu häufigen Fleischkonsum, kein Freibrief für tägliche Steaks.

Mageres Fleisch wählen: Diese Stücke eignen sich

Die halbe Miete liegt schon in der Fleischtheke. Magere Teilstücke haben von sich aus wenig eingelagertes Fett und lassen sich fettarm zubereiten, ohne dass Sie viel dazutun müssen.

Als Faustregel gilt: je feiner die Marmorierung und je magerer das Muskelfleisch, desto weniger Fett bringt das Steak mit. Sichtbare Fettränder lassen sich mit einem scharfen Messer vor dem Braten großzügig entfernen.

Nährwerte: So mager ist ein Steak wirklich

Ein mager zugeschnittenes Rindersteak liefert vor allem Eiweiß und kaum Kohlenhydrate. Zum Vergleich: Ein durchwachsenes Steak kann laut Nährwertdatenbanken beim Fett deutlich höher liegen. Die folgenden Werte gelten für rohes, mageres Rindersteak und zeigen, wie eiweißreich und fettarm ein sauber ausgewähltes Stück sein kann. Beim Braten ohne zusätzliches Fett ändern sich die Werte kaum; das Fleisch verliert vor allem Wasser.

Wichtig: Was am Ende auf dem Teller liegt, hängt stark vom zugefügten Fett ab. Ein Teelöffel Öl bringt schon rund vier bis fünf Gramm Fett mit. Wer ohne zusätzliches Fett gart, bleibt nah an diesen Grundwerten.

Typische Nährwerte je 100 g (mageres Rindersteak, roh)
Nährwertje 100 g (mageres Rindersteak, roh)
Kalorien130 kcal
Eiweiß22 g
Fett4 g
Kohlenhydrate0 g

Woraus die Energie stammt

  • Fett 4,0 g (29%)
  • Eiweiß 22,0 g (71%)
  • Kohlenhydrate 0,0 g (0%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de - Rind Steak mager

Fettarme Garmethoden ohne Öl und Butter

Der größte Hebel beim fettarmen Steak ist die Pfanne. Sichtbares Fett schneiden Sie vorher weg, und dann kommt es auf die richtige Technik an. Diese Methoden funktionieren bei uns zuverlässig ohne oder mit nur minimal Fett.

Beschichtete oder Gusseisen-Pfanne ohne Fett

In einer guten beschichteten Pfanne braten Sie ein Steak problemlos ohne zusätzliches Fett. Die Pfanne muss dafür richtig heiß sein, bevor das Fleisch hineinkommt, sonst klebt es und lässt Saft. Ein trocken getupftes Steak legen Sie in die heiße Pfanne und lassen es zunächst in Ruhe, bis sich die Kruste bildet und es sich von allein löst.

Auch eine gut eingebrannte Gusseisenpfanne kommt mit sehr wenig Fett aus. Alternativ tragen Sie das Öl nicht in die Pfanne, sondern mit einem Küchentuch hauchdünn auf das Fleisch auf. So landet nur ein Bruchteil der sonst üblichen Fettmenge am Steak.

Grillen: Fett tropft einfach ab

Auf dem Grill ist fettarmes Steak fast von selbst gegeben. Das überschüssige Fett tropft in die Glut oder die Auffangschale ab, statt sich wie in der Pfanne zu sammeln. Mageres Rinderfilet, Hüftsteak oder Putensteak eignen sich hier besonders gut.

Weil magere Stücke schneller austrocknen, gilt am Grill: heiße, kurze Hitze für die Kruste, dann in eine kühlere Zone ziehen und auf der Kerntemperatur fertig ziehen lassen.

Im eigenen Saft schmoren

Für größere oder magere Bratenstücke funktioniert das Garen im eigenen Saft: Das Fleisch in einer schweren Pfanne oder einem Topf mit gut schließendem Deckel ohne Fett rundherum scharf anbraten und dann zugedeckt bei milder Hitze fertig garen. So bleibt es saftig, ohne dass Fett oder Sahne nötig sind.

Kerntemperatur: der Schlüssel zum saftigen mageren Steak

Gerade bei magerem Fleisch entscheidet die Kerntemperatur über saftig oder trocken. Weil wenig Fett vorhanden ist, verzeiht ein mageres Steak das Übergaren schlechter als ein durchwachsenes. Ein digitales Fleischthermometer nimmt hier das Raten ab. Die Spitze sollte möglichst mittig im dicksten Teil sitzen und keinen Knochen berühren.

Für Rindersteak nennt die Initiative Tierwohl folgende Kerntemperaturen; die Werte für Geflügel und Schwein sind dagegen Sicherheitsmindestwerte aus der Lebensmittelhygiene:

Ruhen lassen und richtig würzen

Nach dem Braten braucht das Steak eine kurze Ruhepause von etwa fünf bis zehn Minuten, locker in Alufolie gewickelt. In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft wieder gleichmäßig, statt beim Anschneiden auf das Brett zu laufen. Planen Sie außerdem zwei bis fünf Grad Reserve ein, weil das Fleisch nach dem Herausnehmen noch etwas nachgart.

Beim Würzen liegt eine weitere fettarme Stellschraube. Statt fetter Buttersaucen oder Béarnaise setzen wir gern auf Salz und Pfeffer erst nach dem Braten, frische Kräuter, Zitronenabrieb, etwas Senf oder eine Salsa aus Tomaten und Zwiebeln. Das bringt Geschmack ohne zusätzliches Fett. Salzen kurz vor dem Braten ist ebenfalls in Ordnung; wichtig ist vor allem, dass das Fleisch trocken in die heiße Pfanne kommt.

Häufige Fehler beim fettarmen Steak

Ein paar Stolperfallen sorgen dafür, dass mageres Fleisch trocken oder zäh wird. Wer diese kennt, spart sich viel Frust.

Häufige Fragen zu Steaks fettarm zubereiten

Welches Steak ist am fettärmsten?
Rinderfilet gehört zu den magersten Stücken, ebenso Hüftsteak ohne Fettrand. Bei Geflügel sind Putensteak und Hähnchenbrust sehr fettarm, beim Schwein das Filet. Sichtbare Fettränder lassen sich zusätzlich vor dem Braten wegschneiden.
Kann man ein Steak ganz ohne Fett braten?
Ja. In einer gut vorgeheizten beschichteten Pfanne oder einer eingebrannten Gusseisenpfanne gelingt das Braten ohne zusätzliches Fett. Wichtig ist, dass die Pfanne heiß ist und das Fleisch trocken getupft hineinkommt. Auf dem Grill tropft überschüssiges Fett ohnehin ab.
Welche Kerntemperatur hat ein medium gebratenes Steak?
Ein medium gebratenes Rindersteak mit rosa Kern erreicht etwa 54 bis 56 Grad Kerntemperatur. Rare liegt bei rund 48 bis 50 Grad, well done bei 60 Grad und mehr. Ein Fleischthermometer hilft, den Punkt genau zu treffen.
Warum wird mageres Steak schnell trocken?
Weil ihm das eingelagerte Fett fehlt, das ein durchwachsenes Steak saftig hält. Deshalb sollte mageres Fleisch kurz und heiß gebraten, per Kerntemperatur kontrolliert und nach dem Braten kurz ruhen gelassen werden.
Ist ein Steak beim Abnehmen erlaubt?
Mageres Steak liefert viel Eiweiß und kaum Kohlenhydrate und passt fettarm zubereitet gut in eine kalorienbewusste Ernährung. Rotes Fleisch sollte aber generell nur in Maßen gegessen werden; das ist keine Heilkur, sondern ein Baustein einer ausgewogenen Kost.

Quellen

  1. Initiative Tierwohl - Kerntemperatur: So gelingt Fleisch auf den Punkt
  2. Nährwertrechner.de - Rind Steak mager
  3. BfR - Hepatitis E-Virus: Übertragung durch Haus- und Wildschweine und daraus gewonnene Lebensmittel vermeiden (Schweinefleisch durchgaren)

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.