Guanciale: Menge pro Person, Unterschied zu Pancetta, Verwendung

Kategorie: Lebensmittel

Angeschnittenes Stück Guanciale mit dicker weißer Fettschicht und gepfeffertem Rand auf einem Holzbrett, daneben grob geschnittene Würfel
Guanciale am Stück: dicke Fettschicht mit schmalen Fleischadern und kräftig gepfefferter Rand, daneben die Würfel für die Pfanne.

Für eine Carbonara rechnen wir mit 30 bis 50 g Guanciale pro Person, für vier Portionen also mit etwa 150 g am Stück. Guanciale ist die gepökelte und luftgetrocknete Schweinebacke aus Mittelitalien, mit rund 68 g Fett je 100 g deutlich fettreicher als Pancetta und im Gegensatz zu Bacon nicht geräuchert. Auf dieser Seite finden Sie die haushaltsüblichen Mengen, den Vergleich der vier Speckarten, die Nährwerte und die amtlichen Hinweise dazu, für wen rohe Pökelware nicht geeignet ist.

Guanciale: die gepökelte Schweinebacke aus Mittelitalien

Guanciale ist die Backe vom Schwein, trocken gepökelt und anschließend luftgetrocknet. Der Name kommt direkt vom italienischen Wort guancia für Backe oder Wange. Ausgesprochen wird er guan-tscha-le, mit der Betonung auf der Mitte. Das i in der Silbe cia bleibt stumm, es macht aus dem c nur einen tsch-Laut. Bei uns in der Familie hat es eine Weile gedauert, bis der Name saß, und in Suchanfragen begegnen uns entsprechend viele Varianten: Guancale, Guanchale, Guangiale, Guanciala oder Guanciele. Gemeint ist immer dasselbe Teilstück.

Zu Hause ist Guanciale in Mittelitalien, vor allem in Latium, Umbrien und den Abruzzen. Besonders bekannt ist der Guanciale Amatriciano aus dem Städtchen Amatrice in der Provinz Rieti, das auch der Pasta all'Amatriciana den Namen gegeben hat. In der römischen Küche gilt Guanciale als die klassische Speckzutat, während in Norditalien häufiger Pancetta in die Pfanne kommt.

Ein ganzes Stück ist dreieckig bis tropfenförmig und wiegt meist zwischen 800 g und 1,5 kg. Der Anschnitt zeigt eine dicke, elfenbeinfarbene Fettschicht, durchzogen von schmalen rosafarbenen Fleischadern. Der Rand ist kräftig mit Pfeffer eingerieben, manchmal auch mit Chili oder Kräutern. Die Konsistenz ist fest, das Fett schmilzt aber schon bei geringer Wärme, weshalb Guanciale sich sehr gut auslassen lässt.

Wie viel Guanciale pro Person für Carbonara?

Rechnen Sie mit 30 bis 50 g Guanciale pro Person, bei 100 g Pasta pro Portion also mit etwa 150 g für vier Personen. Guanciale ist eine Würze und keine Hauptzutat: Weil das Fett fast vollständig in die Sauce übergeht, wirkt schon eine kleine Menge kräftig. Wir bleiben meist bei 40 g pro Person und schmecken am Ende nur noch mit Pfeffer und Käse ab.

Haushaltsübliche Mengen für Guanciale (Orientierungswerte)
EinheitGewicht
1 Würfel, etwa 1 cm Kantenlängeca. 1 g
1 gehäufter Esslöffel Würfelca. 15 g
1 Scheibe, etwa 3 mm dick, handtellergroßca. 12 bis 15 g
1 Portion Pasta (Carbonara, Gricia, Amatriciana)30 bis 50 g
Carbonara für 4 Personenca. 150 g
Übliche Vakuumpackung am Stück200 bis 400 g
Ganze Backe am Stückca. 800 bis 1.500 g
100 g rohe Würfel nach dem Auslassenca. 50 bis 60 g Grieben plus 25 bis 35 ml flüssiges Fett

Beim Braten verliert Guanciale je nach Bratdauer rund 40 bis 50 Prozent seines Gewichts, weil Wasser verdampft und Fett austritt. Dieses Fett ist kein Abfall, sondern die Grundlage der Sauce. Wer knusprige Grieben mag, brät länger und hat dann entsprechend mehr flüssiges Fett in der Pfanne, das sich mit einem Löffel abschöpfen und für Bratkartoffeln aufbewahren lässt.

Kaufen Sie Guanciale möglichst am Stück und schneiden Sie selbst. Wir schneiden zuerst die gepfefferte Randschicht dünn ab, dann Scheiben von etwa einem halben Zentimeter und daraus grobe Würfel oder Streifen. Fertig gewürfelte Ware trocknet schneller aus und lässt sich weniger genau dosieren.

Guanciale, Pancetta, Bacon und Bauchspeck im Vergleich

Die häufigste Frage zu Guanciale ist die Abgrenzung zu den anderen Speckarten. Der entscheidende Unterschied liegt im Teilstück und in der Frage, ob geräuchert wird oder nicht. Guanciale kommt von der Backe, Pancetta vom Bauch, und Bacon wird zusätzlich über Rauch getrocknet.

Guanciale im Vergleich zu Pancetta, Bacon und deutschem Bauchspeck
MerkmalGuancialePancettaBaconBauchspeck (DE)
TeilstückSchweinebackeSchweinebauchSchweinebauchSchweinebauch oder Rückenspeck
Behandlungtrocken gepökelt, luftgetrocknet, nicht geräuchertgepökelt, luftgetrocknet, meist nicht geräuchertgepökelt und geräuchertgepökelt, überwiegend geräuchert
Fett je 100 gsehr hoch, ca. 60 bis 70 ghoch, ca. 30 bis 45 gmittel bis hoch, ca. 20 bis 40 gje nach Fettanteil sehr unterschiedlich, ca. 30 bis 60 g
Geschmackmild süßlich, kräftig, ohne Rauchmild salzig, ohne Rauchdeutlich rauchigrauchig und salzig
Reifung3 Wochen bis mehrere Monate2 Wochen bis mehrere MonateTage bis WochenWochen
Klassisch verwendet fürCarbonara, Amatriciana, GriciaSugo, Wickelbraten, PastaFrühstück, Sandwich, BurgerBratkartoffeln, Eintopf, Kohlgerichte

Praktisch bedeutet das: Guanciale bringt viel Fett und wenig Eigenrauch mit. Deshalb bleibt der Geschmack einer Carbonara auf Ei, Käse und Pfeffer ausgerichtet, während geräucherter Speck schnell alles überdeckt. Wenn wir ausnahmsweise Bacon nehmen, schmeckt das Ergebnis nach Bacon und nicht mehr nach Carbonara. Auch die deutschen Speckwürfel aus dem Kühlregal sind fast immer geräuchert, was auf der Packung als geräuchert oder Rauchsalz ausgewiesen ist.

Wie Guanciale hergestellt wird

Die Herstellung ist einfach und braucht vor allem Zeit. Die ausgelöste Backe wird zugeputzt und trocken gepökelt, das heißt von Hand mit Salz und reichlich grobem Pfeffer eingerieben. Je nach Region und Betrieb kommen Rotwein oder Weißwein, Knoblauch, Lorbeer, Wacholder, Rosmarin, Fenchelsaat oder Chili dazu. Danach liegt das Stück einige Tage bis etwa zwei Wochen im Salz, wird abgewaschen oder abgebürstet und aufgehängt.

Es folgt die Lufttrocknung bei kühlen Temperaturen, typischerweise um 12 bis 15 Grad, über drei Wochen bis mehrere Monate. Dabei verliert das Stück deutlich an Wasser, das Fett wird fester und aromatischer. Geräuchert wird traditionell nicht. Ein weißlicher Belag oder eine leichte Edelschimmelschicht auf der Außenseite ist bei luftgetrockneter Ware normal.

Beim Pökeln arbeiten viele Betriebe mit Nitritpökelsalz, also Speisesalz mit einem geringen Anteil Natriumnitrit, oder mit Kalium- und Natriumnitrat. Diese Pökelstoffe sind zugelassene Zusatzstoffe. Sie stabilisieren die Farbe, sorgen für das typische Pökelaroma und hemmen unerwünschte Bakterien während der langen Reifung. Es gibt auch Erzeuger, die ausschließlich Meersalz verwenden. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt es: Dort stehen dann Angaben wie Konservierungsstoff E 250 oder E 252. Verarbeitetes Fleisch, also gesalzene, gepökelte, geräucherte oder fermentierte Erzeugnisse, ist von der Krebsforschungsagentur der WHO in die Gruppe 1 eingeordnet. Die Verbraucherzentrale rät deshalb zu insgesamt nicht mehr als 300 g Fleisch und Wurst pro Woche und davon möglichst wenig verarbeiteter Ware. Für Guanciale passt das gut zusammen mit der Rolle als Würze in kleiner Menge.

Nährwerte: warum Guanciale eine Würze ist und keine Hauptzutat

Guanciale gehört zu den fettreichsten Fleischerzeugnissen, nur reiner Rückenspeck wie Lardo liegt noch darüber. Die Werte schwanken je Erzeuger und Reifegrad deutlich, weil das Verhältnis von Fettschicht zu Fleischadern nicht standardisiert ist. Die Angaben in der Tabelle sind gemittelte Orientierungswerte aus Herstellerdeklarationen. Verbindlich ist immer die Nährwerttabelle auf der Packung, die Sie gekauft haben.

Zwei Zahlen sind für die Küchenpraxis wichtig. Erstens der Fettanteil von rund 68 g je 100 g, davon etwa 26 g gesättigte Fettsäuren. Zweitens der Salzgehalt von etwa 4,5 g je 100 g, bei manchen Produkten auch bis zu 6 g. Eine Portion von 40 g liefert damit rund 1,8 g Salz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für die Speisesalzzufuhr einen Orientierungswert von bis zu 6 g pro Tag, das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel. Eine Guanciale-Portion belegt davon also rund ein Viertel bis ein Drittel. Das Bundeszentrum für Ernährung ordnet ein, woher das Salz im Alltag kommt: an erster Stelle stehen Brot und Brötchen, danach folgen Fleischerzeugnisse und Wurstwaren, Käse und Milchprodukte.

Für uns folgt daraus eine schlichte Küchenregel: Wir salzen das Nudelwasser sparsamer als sonst und geben in die Sauce selbst kein weiteres Salz, sondern nur Pfeffer und Käse. So bleibt das Gericht ausgewogen im Geschmack, ohne dass wir an der Menge Guanciale sparen müssen. Und weil das Bratfett ohnehin reicht, brauchen wir für Carbonara oder Gricia kein zusätzliches Olivenöl.

Typische Nährwerte je 100 g Guanciale, roh und ungebraten (gemittelte Herstellerdeklarationen)
Nährwertje 100 g Guanciale, roh und ungebraten (gemittelte Herstellerdeklarationen)
Energieca. 650 kcal (2.700 kJ)
Fettca. 68 g
davon gesättigte Fettsäurenca. 26 g
Eiweißca. 8 g
Kohlenhydrateunter 1 g
Salzca. 4,5 g (je Produkt 3,5 bis 6 g)
Wasserca. 20 g

Woraus die Energie stammt

  • Fett 68,0 g (95%)
  • Eiweiß 8,0 g (5%)
  • Kohlenhydrate 0,5 g (0%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Nährwerttabelle als Vergleichsbasis für Fleischerzeugnisse

Guanciale in der Küche: Carbonara, Amatriciana und Gricia

Guanciale wird in Würfeln oder in kurzen Streifen ausgelassen, nicht paniert, nicht gekocht und nicht mariniert. Wir legen die Würfel in eine kalte Pfanne ohne Fett und erhitzen langsam bei mittlerer Temperatur. Das Fett tritt dann gleichmäßig aus, ohne dass die Fleischanteile verbrennen. Nach fünf bis acht Minuten sind die Ränder goldbraun und in der Pfanne steht eine flache Schicht klares Fett. Genau dieses Fett ist die Sauce. Zusätzliches Öl oder Butter braucht es nicht.

Bei der Carbonara kommen die abgetropften Nudeln in die Pfanne, dann wird die Pfanne vom Herd genommen und eine Mischung aus Ei und geriebenem Pecorino Romano untergerührt. Ein Schöpfer heißes Nudelwasser bindet die Sauce cremig. Sahne gehört traditionell nicht hinein, die Bindung entsteht allein aus Eigelb, Käse und Stärke aus dem Nudelwasser. Wichtig ist, dass die Pfanne nicht mehr auf der Platte steht, sonst stockt das Ei und es entsteht Rührei mit Nudeln. Dazu reichlich frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, mehr braucht das Gericht nicht.

Die Gricia ist die Carbonara ohne Ei: Guanciale, Pecorino, Pfeffer, Nudelwasser. Für die Amatriciana kommen nach dem Auslassen geschälte Tomaten und etwas Peperoncino zum Speck und ziehen kurz ein, danach wird ebenfalls mit Pecorino abgebunden. Alle drei Saucen entstehen in derselben Pfanne, in der der Guanciale ausgelassen wurde, und alle drei funktionieren am besten mit kräftigen Nudelformen wie Spaghetti, Rigatoni, Bucatini oder Mezze Maniche.

Über die Küche der römischen Nudelgerichte hinaus lässt sich Guanciale gut einsetzen, wo sonst Speck verwendet wird: in einer Bohnensuppe, unter geschmorten Wirsing, auf einer weißen Pizza oder als Basis für Bratkartoffeln. Weil er nicht raucht, bleibt der Eigengeschmack der übrigen Zutaten erkennbar. Rohes Aufschneiden wie bei Rohschinken ist unüblich, dazu ist das Stück zu fett und zu kräftig gesalzen.

Rohpökelware: für wen Guanciale roh nicht geeignet ist

Guanciale ist Rohpökelware. Er wird nicht erhitzt, sondern durch Salz, Trocknung und Reifung haltbar gemacht und kommt roh in den Verkauf. Damit gilt für ihn dasselbe wie für Salami, Rohschinken oder Mettwurst. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem als empfindliche Gruppen und empfiehlt ihnen, rohe Lebensmittel tierischer Herkunft nur ausreichend erhitzt zu verzehren.

Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für die Schwangerschaft konkret Rohwurst wie Salami und Teewurst sowie rohen Schinken als nicht empfehlenswert. Hintergrund sind Listerien und Toxoplasmen. Beide Erreger werden durch Hitze abgetötet. Als Richtwert gilt eine Kerntemperatur von 70 Grad über mindestens zwei Minuten. Praktisch heißt das: Schwangere, Stillende, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sollten Guanciale nicht roh probieren. Sobald er ausgelassen und durchgebraten in der Sauce steckt, ist er aus dieser Sicht unproblematisch, denn beim Auslassen werden die Würfel weit über 70 Grad erhitzt.

Zwei weitere Punkte gehören auf die Packung geschaut. Erstens die Zutatenliste: Reiner Guanciale enthält üblicherweise keines der 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene, manche Gewürzmischungen und Reifekulturen können aber Zutaten wie Sellerie oder Milchbestandteile mitbringen. Zweitens der Salzgehalt, der bei diesem Erzeugnis systembedingt hoch ist. Wer auf die Salzzufuhr achtet, hält sich am unteren Ende der Portionsempfehlung und lässt das Salz in Nudelwasser und Sauce entsprechend weg.

Wichtig ist außerdem die Küchenhygiene beim Verarbeiten. Wir schneiden Guanciale auf einem eigenen Brett, waschen danach Messer, Brett und Hände und legen keine fertigen Speisen auf die benutzte Fläche. Das BfR betont, dass sich Erkrankungen schon mit einfachen Regeln der Küchenhygiene vermeiden lassen und dass Erhitzen den besten Schutz bietet.

Guanciale kaufen und richtig lagern

Im normalen Supermarkt finden Sie Guanciale nur selten, gelegentlich als dünn aufgeschnittene Ware in der Selbstbedienung. Verlässlicher sind der italienische Feinkosthandel, gut sortierte Frischetheken größerer Märkte, Metzgereien mit italienischem Sortiment und der Online-Handel mit Kühlversand. Wir bestellen meist ein Stück von 300 bis 400 g, das reicht für mehrere Pastagerichte. Am Stück erkennen Sie gute Ware an einer festen, nicht schmierigen Oberfläche, einem sauber gepfefferten Rand, hellem bis elfenbeinfarbenem Fett und einem angenehm nussig würzigen Geruch.

Zur Lagerung gehört Guanciale in den Kühlschrank. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Schinken und Wurst 4 bis 7 Grad und rät dazu, lieber ein Stück statt Aufschnitt zu kaufen, weil die größere Oberfläche den Verderb begünstigt. Langgereifte Ware am Stück hält sich angeschnitten mehrere Wochen. Wir wickeln das Stück in Backpapier oder ein Baumwolltuch und legen es ins Gemüsefach, nicht luftdicht in Folie, weil sich darunter Feuchtigkeit sammelt.

Die Schnittfläche trocknet mit der Zeit nach und wird dunkler. Sie lässt sich vor dem nächsten Gebrauch einfach dünn abschneiden. Weißer Belag, dunklere Randzonen und leicht schillernde Farbtöne sind bei luftgetrockneter Ware normal. Zeigt sich Schimmel, kann er nach Angabe der Verbraucherzentrale bei gereifter Rohschinkenware großzügig weggeschnitten werden, der Rest ist verzehrfähig. Wer nur selten kocht, würfelt das Stück auf einmal und friert die Portionen ein. Planen Sie dafür etwa einen bis zwei Monate ein, denn Salz und hoher Fettanteil lassen gepökelte Ware im Froster schneller ranzig werden als mageres Fleisch. Gefroren können die Würfel direkt in die Pfanne.

Wenn kein Guanciale zu bekommen ist

Der nächste Ersatz ist Pancetta, am besten ungerollte Pancetta tesa am Stück. Sie ist ebenfalls ungeräuchert und schmeckt mild, hat aber weniger Fett. Nehmen Sie sie im gleichen Gewicht und geben Sie bei Bedarf einen Teelöffel Olivenöl in die Pfanne, damit genug Fett für die Bindung der Sauce vorhanden ist.

Fehlt auch Pancetta, greifen wir zu ungeräuchertem, gesalzenem Bauchspeck oder grünem Speck vom Metzger. Fragen Sie ausdrücklich nach ungeräucherter Ware, denn die abgepackten Speckwürfel im Kühlregal sind meistens geräuchert. Bacon oder Frühstücksspeck funktionieren technisch, verändern aber den Charakter des Gerichts deutlich. Wenn es nichts anderes gibt, reduzieren wir die Menge um etwa ein Viertel, damit der Rauch die Sauce nicht dominiert.

Nicht geeignet sind gekochter Schinken, Kochspeck und Schinkenwürfel aus Formfleisch. Sie geben kaum Fett ab und werden beim Braten trocken, sodass die typische Bindung aus Bratfett, Käse und Nudelwasser nicht entsteht. Wer ganz ohne Speck kochen möchte, landet nicht bei einer Carbonara-Variante, sondern besser bei einer eigenständigen Sauce, zum Beispiel Cacio e Pepe aus Pecorino und Pfeffer.

Häufige Fragen zu Guanciale

Wie viel Guanciale braucht man pro Person für Carbonara?
Rechnen Sie mit 30 bis 50 g pro Person, für vier Portionen also etwa 150 g am Stück. Ein gehäufter Esslöffel Würfel entspricht rund 15 g, ein einzelner Würfel von 1 cm Kantenlänge etwa 1 g. Beim Auslassen bleiben von 100 g rohen Würfeln ungefähr 50 bis 60 g Grieben plus 25 bis 35 ml flüssiges Fett.
Was ist der Unterschied zwischen Guanciale und Pancetta?
Guanciale ist die Schweinebacke, Pancetta der Schweinebauch. Beide werden gepökelt und luftgetrocknet und beide sind normalerweise nicht geräuchert. Guanciale ist mit rund 60 bis 70 g Fett je 100 g deutlich fettreicher als Pancetta mit etwa 30 bis 45 g und schmeckt kräftiger.
Kann man Guanciale roh essen?
Guanciale ist Rohpökelware und wird roh verkauft. Schwangere, Stillende, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sollten rohes Pökelfleisch und Rohwurst wegen Listerien und Toxoplasmen meiden, so die Empfehlung von BfR und Bundeszentrum für Ernährung. Ausgelassen und durchgebraten, also bei mindestens 70 Grad Kerntemperatur über zwei Minuten, ist Guanciale aus dieser Sicht unproblematisch.
Wie spricht man Guanciale aus?
Guan-tscha-le, mit Betonung auf der Silbe tscha. Das i in cia bleibt stumm und macht aus dem c nur einen tsch-Laut. Häufige Falschschreibungen sind Guancale, Guanchale, Guangiale, Guanciala und Guanciele.
Wie viel Salz steckt in einer Portion Guanciale?
Bei etwa 4,5 g Salz je 100 g liefert eine Portion von 40 g rund 1,8 g Salz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt einen Orientierungswert von bis zu 6 g Speisesalz pro Tag, eine Portion belegt davon also rund ein Viertel bis ein Drittel. Wir salzen deshalb Nudelwasser und Sauce sparsamer.
Wo kann man Guanciale kaufen?
Im italienischen Feinkosthandel, an gut sortierten Frischetheken, bei Metzgereien mit italienischem Sortiment und im Online-Handel mit Kühlversand. Im normalen Supermarkt ist Guanciale selten und dann meist nur dünn aufgeschnitten erhältlich.
Wie lange hält Guanciale am Stück?
Langgereifte Rohpökelware am Stück hält sich bei 4 bis 7 Grad im Kühlschrank auch angeschnitten mehrere Wochen. Wickeln Sie das Stück in Backpapier oder ein Tuch statt in Folie, schneiden Sie die eingetrocknete Schnittfläche vor dem Gebrauch dünn ab und entfernen Sie eventuellen Schimmel großzügig.
Braucht man Öl zum Anbraten von Guanciale?
Nein. Legen Sie die Würfel in eine kalte Pfanne und erhitzen Sie langsam bei mittlerer Temperatur. Das austretende Fett reicht als Bratfett und bildet zusammen mit Käse und Nudelwasser die Sauce.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung: Listeriose und Toxoplasmose in der Schwangerschaft
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Rohe Lebensmittel, gesundheitliche Risiken werden häufig unterschätzt
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Speisesalz
  4. Bundeszentrum für Ernährung: Salz
  5. Verbraucherzentrale: Schinken und Wurst, Haltbarkeit und Lagerung
  6. Verbraucherzentrale: Ist Fleisch krebserregend?

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.