Käse: Käsegruppen, Fett i. Tr., Mengen je Portion

Kategorie: Lebensmittel

Eine Scheibe Käse wiegt je nach Sorte und Schnittdicke rund 20 bis 30 Gramm, und mit genau diesen 30 Gramm rechnet auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, wenn sie eine Portion Käse beschreibt. Käse ist damit ein Lebensmittel, bei dem kleine Mengen viel ausmachen: Eiweiß, Calcium, Fett und Salz stecken dicht gepackt in wenigen Gramm. Wir zeigen, wie die Käsegruppen zusammenhängen, wie Sie die Angabe "Fett i. Tr." in echte Gramm umrechnen und worauf empfindliche Gruppen bei Rohmilchkäse achten sollten.

Was Käse eigentlich ist

Käse ist konzentrierte Milch. Aus dem Eiweiß, dem Fett und den Mineralstoffen der Milch entsteht durch Gerinnen, Abtrennen der Molke, Salzen und Reifen ein Lebensmittel, das sich je nach Sorte Wochen oder Monate hält. Weil ein großer Teil des Wassers als Molke abfließt, braucht es für ein Kilogramm Hartkäse je nach Sorte und Milchqualität etwa zehn bis dreizehn Liter Milch. Als Rohstoff dient meist Kuhmilch, bei Feta, Pecorino oder Ziegenfrischkäse auch Schaf- und Ziegenmilch.

Technisch gibt es zwei Wege zum Käsebruch. Bei Süßmilchkäse setzt die Käserei Lab ein, ein Enzym, das das Milcheiweiß Casein zum Gerinnen bringt. Bei Sauermilchkäse übernehmen Milchsäurebakterien diese Aufgabe. Der Bruch wird zerteilt, geformt, gepresst und gesalzen, entweder trocken oder im Salzbad. Danach beginnt die Reifung, und genau dort entscheidet sich fast alles: Wie lange ein Laib im Reifekeller liegt, bestimmt Wassergehalt, Konsistenz, Aroma und auch den Restgehalt an Milchzucker.

Bei uns im Kühlschrank liegen meistens drei Dinge gleichzeitig: ein Stück Schnittkäse für die Brotzeit, ein Rest Hartkäse zum Reiben und irgendein Weichkäse, der schneller weg muss, als wir denken. Genau diese drei Gruppen verhalten sich beim Fettgehalt, bei der Laktose und bei Schimmel völlig unterschiedlich. Das ist der Grund, warum sich ein Blick auf die Systematik lohnt, auch wenn sie auf dem Etikett zunächst wie Behördensprache klingt.

Wie viel wiegt eine Scheibe Käse?

Eine Scheibe Käse wiegt rund 20 bis 30 Gramm, abgepackter Schnittkäse wie Gouda oder Edamer liegt meist bei 25 bis 30 Gramm je Scheibe. Dünner Feinkostaufschnitt von der Theke kommt auf etwa 20 Gramm, während eine Scheibe von einem großen Emmentaler-Laib durch die größere Fläche auch 35 Gramm erreichen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet in ihren Portionsbeispielen mit einer Scheibe Käse zu 30 Gramm, und dieser Wert hat sich als praktische Rechengröße durchgesetzt.

Haushaltsübliche Käsemengen und ihr Gewicht
EinheitGewicht (etwa)
1 dünne Scheibe Schnittkäse (Feinkostaufschnitt)20 g
1 Scheibe Schnittkäse, abgepackt (Gouda, Edamer)25 bis 30 g
1 Scheibe Hartkäse vom großen Laib (Emmentaler)30 bis 35 g
1 Portion Käse nach DGE-Rechnung30 g
1 Käsewürfel mit 2 cm Kantenlänge8 bis 10 g
1 EL geriebener Hartkäse, locker6 bis 10 g
1 Handvoll geriebener Käse zum Überbacken25 bis 30 g
1 EL Frischkäserund 15 g
1 Achtel eines Camembert-Päckchensrund 15 g
1 Päckchen Camembert oder Brie, ganzmeist 125 g
1 Kugel Mozzarella, Abtropfgewicht der Packung125 g

Zwei Hinweise aus der Praxis. Erstens lohnt es sich, die abgepackte Ware einmal nachzurechnen: Steht auf der Packung 200 Gramm und liegen acht Scheiben darin, wiegt eine Scheibe genau 25 Gramm, und Sie können sich das Schätzen künftig sparen. Zweitens täuscht geriebener Käse gewaltig. Was locker in einen Esslöffel passt, sind vielleicht acht Gramm, doch festgedrückt können daraus schnell 15 Gramm werden. Für Aufläufe und Gratins wiegen wir deshalb einmal die Menge ab, die auf unsere Form passt, und notieren sie im Rezept.

Bei Mozzarella, Feta und Hirtenkäse aus dem Glas gilt außerdem: Entscheidend ist das Abtropfgewicht, nicht die Füllmenge inklusive Lake. Eine 200-Gramm-Packung Feta enthält je nach Hersteller deutlich weniger Käse als 200 Gramm, das Abtropfgewicht steht in kleiner Schrift neben der Nettofüllmenge.

Die Käsegruppen: Einteilung nach Wassergehalt

In Deutschland ordnet die Käseverordnung Käse nicht nach Geschmack oder Herkunft, sondern nach dem Wassergehalt in der fettfreien Käsemasse. Diese Bezugsgröße klingt sperrig, ist aber logisch: Man rechnet das Fett heraus und schaut nur noch, wie viel Wasser im restlichen Gerüst aus Eiweiß und Mineralstoffen steckt. Dadurch lassen sich ein fetter und ein magerer Käse mit gleicher Konsistenz derselben Gruppe zuordnen.

Käsegruppen nach Wassergehalt in der fettfreien Käsemasse (§ 6 Käseverordnung)
GruppeWasser in der fettfreien KäsemasseTypische Sorten
Frischkäsemehr als 73 %Speisequark, Hüttenkäse, Doppelrahmfrischkäse
Weichkäsemehr als 67 %Camembert, Brie, Limburger, Romadur
Sauermilchkäsemehr als 60 bis 73 %Harzer, Handkäse, Korbkäse
Halbfester Schnittkäsemehr als 61 bis 69 %Butterkäse, Steinbuscher, Blauschimmelkäse
Schnittkäsemehr als 54 bis 63 %Gouda, Edamer, Tilsiter, Maasdamer
Hartkäse56 % oder wenigerEmmentaler, Bergkäse, Parmesan, Comté

Dass sich die Bereiche überschneiden, ist kein Fehler in der Tabelle, sondern steht so in der Verordnung. Für die sogenannten Standardsorten gilt zudem eine eigene Regel: Sie werden nicht über das Wasser in der fettfreien Käsemasse eingeordnet, sondern über eine Mindest-Trockenmasse aus der Anlage 1 der Käseverordnung. Für die Küche ist die Gruppe trotzdem die beste Orientierung: Frischkäse und Weichkäse sind leicht verderblich, Schnittkäse ist der Alltagskäse fürs Brot, Hartkäse ist der Vorratskäse, der sich reiben und lange lagern lässt.

Der Wassergehalt erklärt auch die Nährwerte. Frischkäse besteht zu einem großen Teil aus Wasser und liefert deshalb weniger Energie und weniger Eiweiß je 100 Gramm als Hartkäse. Wer das systematisch vergleichen will, findet in unserem Steckbrief zu Quark die Kennzahlen der Frischkäseseite, denn Speisequark gehört formal zur Gruppe Frischkäse.

Fett i. Tr. oder absoluter Fettgehalt: die wichtigste Rechnung

Auf fast jeder Käsepackung steht eine Prozentzahl, und sie ist die häufigste Verwechslung im Kühlregal. Die Angabe "45 % Fett i. Tr." bedeutet nicht 45 Gramm Fett je 100 Gramm Käse. Sie bezieht sich auf die Trockenmasse, also auf den Käse ohne Wasser. Der Grund für diese Bezugsgröße ist praktisch: Ein Laib verliert während der Reifung Wasser und damit Gewicht, der Wert für die Trockenmasse bleibt dabei stabil. Die Verbraucherzentralen weisen im Portal Lebensmittelklarheit darauf hin, dass der absolute Fettgehalt für Verbraucher deutlich aussagekräftiger wäre.

Die Umrechnung ist einfacher, als sie aussieht. Sie brauchen nur die Formel: Fett i. Tr. multipliziert mit der Trockenmasse, geteilt durch 100, ergibt das Fett je 100 Gramm Käse. Ein Beispiel mit den Zahlen aus unserer Nährwerttabelle: Gouda enthält 41 Gramm Wasser je 100 Gramm, die Trockenmasse liegt also bei 59 Gramm. Bei 45 Prozent Fett i. Tr. ergibt die Rechnung 45 mal 59 geteilt durch 100, also rund 27 Gramm Fett je 100 Gramm. Aus 45 Prozent werden damit etwa 27 Prozent, und das ist ein Unterschied, der beim Einkauf zählt.

Ein Detail überlesen viele: Auf den meisten Packungen steht "mindestens 45 % Fett i. Tr.". Es handelt sich um einen Mindestwert, der tatsächliche Gehalt darf darüber liegen. Genau deshalb weist die Nährwerttabelle für Gouda 31 Gramm Fett aus und nicht die berechneten 27 Gramm. Verlässlich ist also immer die Rückseite der Packung, denn dort muss der Fettgehalt je 100 Gramm Produkt stehen.

Wenn die Trockenmasse nicht angegeben ist, helfen die Faustregeln von Lebensmittelklarheit weiter: Bei Hartkäse liegt der absolute Fettgehalt bei etwa zwei Dritteln des Wertes für Fett i. Tr., bei Weich- und Schnittkäse sowie bei Frischkäse bei etwa der Hälfte, bei Quark bei etwa einem Drittel. Ein Hartkäse mit 45 Prozent Fett i. Tr. kommt demnach auf rund 30 Gramm Fett je 100 Gramm, und ein Doppelrahmfrischkäse mit 60 Prozent Fett i. Tr. landet mit rund 30 Gramm genau daneben. Neben der Prozentzahl finden Sie auf manchen Sorten zusätzlich eine Fettgehaltsstufe, die dieselbe Information in Worte fasst.

Fettgehaltsstufen bei Käse nach der Käseverordnung
BezeichnungFett i. Tr.
Magerstufeweniger als 10 %
Viertelfettstufemindestens 10 %
Halbfettstufemindestens 20 %
Dreiviertelfettstufemindestens 30 %
Fettstufemindestens 40 %
Vollfettstufemindestens 45 %
Rahmstufemindestens 50 %
Doppelrahmstufe60 bis 87 %

Die Werte stammen aus der Käseverordnung, das Verbraucherportal Bayern stellt sie übersichtlich zusammen. Hersteller dürfen entweder die Stufe nennen oder den Prozentwert für Fett i. Tr., beides zusammen ist ebenfalls erlaubt.

Nährwerte: Eiweiß, Calcium und Salz

Die Tabelle zeigt Gouda mit mindestens 45 Prozent Fett i. Tr. als typischen Vertreter der Schnittkäse. Ein Hartkäse liegt bei den Mineralstoffen noch deutlich darüber: Emmentaler kommt laut Nährwertrechner auf etwa 383 Kilokalorien, 30 Gramm Fett, 29 Gramm Eiweiß und rund 1.100 Milligramm Calcium je 100 Gramm. Der Grund ist der geringe Wassergehalt, denn was an Wasser fehlt, ist an Nährstoffen mehr enthalten.

Umgerechnet auf eine Scheibe von 30 Gramm Gouda sind das rund 109 Kilokalorien, etwa 6,6 Gramm Eiweiß und rund 287 Milligramm Calcium. Damit deckt eine einzige Scheibe knapp 36 Prozent der Referenzmenge für Calcium von 800 Milligramm ab. Der in der EU zugelassene Hinweis dazu lautet: Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt. Verwenden darf man ihn für Lebensmittel, die mindestens 15 Prozent der Referenzmenge je 100 Gramm liefern, und diese Bedingung erfüllt Käse mit Abstand. Wer sein Eiweiß aus Milchprodukten eher fettarm decken möchte, findet in Skyr und Joghurt die schlankeren Alternativen zum Käse.

Der zweite Wert, auf den wir immer schauen, ist das Salz. Gouda liegt bei rund 2 Gramm Salz je 100 Gramm, eine Scheibe von 30 Gramm bringt also etwa 0,6 Gramm mit. Der Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei bis zu 6 Gramm Speisesalz pro Tag für Erwachsene, eine Scheibe Gouda macht davon rund ein Zehntel aus. Zwei Scheiben auf zwei Brotscheiben, dazu etwas Wurst und Fertigsauce, und der Tagesrichtwert ist schneller erreicht als gedacht.

Der Salzgehalt schwankt zwischen den Sorten erheblich, und zwar unabhängig vom Fettgehalt. Emmentaler enthält laut Nährwertrechner rund 300 Milligramm Natrium und etwa 1 Gramm Salz je 100 Gramm und gehört damit zu den salzärmeren Sorten. Deutlich salziger sind Feta, Hirtenkäse, Blauschimmelkäse und Sauermilchkäse, weil bei ihnen Salz zur Herstellung und Reifung gehört. Wer auf die Salzzufuhr achten soll, findet auf der Rückseite jeder Packung die Angabe "Salz" je 100 Gramm und kann dort direkt vergleichen.

Typische Nährwerte je 100 g Gouda, mindestens 45 % Fett i. Tr.
Nährwertje 100 g Gouda, mindestens 45 % Fett i. Tr.
Energie364 kcal
Fett31 g
davon gesättigte Fettsäuren19,9 g
Kohlenhydrate0 g
davon Zucker0 g
Eiweiß22 g
Salz2,0 g
Calcium958 mg
Phosphor650 mg
Zink4,25 mg
Vitamin B121,9 µg
Vitamin A (Retinol)260 µg
Wasser41 g
Laktose0 g (nur Spuren)

Woraus die Energie stammt

  • Fett 31,0 g (76%)
  • Eiweiß 22,0 g (24%)
  • Kohlenhydrate 0,0 g (0%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Gouda mind. 45 % Fett i. Tr.

Laktose in Käse: was die Reifung bewirkt

Milchzucker verschwindet beim Reifen. Die Milchsäurebakterien im Käse bauen die Laktose zu Milchsäure ab, und je länger dieser Prozess läuft, desto weniger bleibt übrig. In gereiftem Schnitt- und Hartkäse wie Gouda, Edamer, Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan sind nur noch Spuren von Milchzucker enthalten, die Werte liegen unter 0,1 Gramm je 100 Gramm. Zum Vergleich: Frischkäse und Speisequark enthalten noch etwa 2 bis 3 Gramm Laktose je 100 Gramm, weil sie nicht reifen.

Die Grenze von 0,1 Gramm je 100 Gramm ist keine willkürliche Zahl. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Produkte nur unterhalb dieses Wertes als laktosefrei beworben werden dürfen. Gereifter Hart- und Schnittkäse erfüllt diese Bedingung durch die Herstellung, auch ohne entsprechenden Aufdruck. Speziell als laktosefrei gekennzeichneter Hartkäse ist deshalb in der Regel überflüssig und meist teurer.

Vorsicht ist bei zwei Produktgruppen geboten. Schmelzkäse und Käsezubereitungen können Milchpulver oder Molkenerzeugnisse als Zutat enthalten, und damit kommt Laktose zurück ins Produkt. Und bei den Frischkäsesorten kommt es auf das Erzeugnis an: Hüttenkäse und Speisequark liegen im Bereich einiger Gramm, während gereifte Ziegenkäse mit Rinde deutlich niedriger liegen. Die Zutatenliste und die Nährwertangabe verraten hier mehr als die Sortenbezeichnung auf der Vorderseite. Wichtig bleibt unabhängig davon: Milch und Käse sind Allergene und müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden, für Menschen mit einer Kuhmilcheiweißallergie ist der Laktosegehalt deshalb nicht das Kriterium.

Rohmilchkäse und Rinde: Hinweise für empfindliche Gruppen

Rohmilchkäse wird aus Milch hergestellt, die nicht über 40 Grad Celsius erhitzt wurde. Das bringt Aroma, birgt aber ein Restrisiko, denn Krankheitserreger aus der Rohmilch werden nicht abgetötet. Im Blick steht vor allem Listeria monocytogenes, ein Bakterium, das sich auch bei Kühlschranktemperatur noch vermehren kann. Für gesunde Erwachsene verläuft eine Infektion meist mild, für bestimmte Gruppen kann sie sehr schwer verlaufen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät in seinen Verbrauchertipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien Risikogruppen ausdrücklich davon ab, Rohmilch und Rohmilchkäse zu verzehren. Zu diesen Gruppen zählen Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Auch die Verbraucherzentrale nennt dieselben vier Personengruppen und empfiehlt, solche Produkte nur vollständig durchgegart zu essen.

Bei der Rinde lohnt eine Unterscheidung. Das Bundeszentrum für Ernährung schreibt, dass natürlich gereifte Käserinden von Gesunden bedenkenlos verzehrt werden können, während Rinden mit Wachs- oder Kunststoffüberzug immer abzuschneiden sind. Für die genannten Risikogruppen gilt dagegen: Rinde vorsichtshalber entfernen, weil sich Listerien während der Reifung dort ansiedeln können. Zusätzlich sollten diese Gruppen Weichkäse und halbfesten Schnittkäse aus Rohmilch sowie Käse mit besonders behandelter Oberfläche meiden. Lang gereifter Hartkäse aus Rohmilch ist im Inneren günstiger einzuordnen, die Rinde bleibt trotzdem außen vor.

Erkennen lässt sich Rohmilchkäse an der Kennzeichnung. Auf der Packung muss der Hinweis "aus Rohmilch hergestellt" stehen, bei loser Ware muss die Information am Verkaufsschild oder auf Nachfrage verfügbar sein. Fehlt dieser Hinweis, wurde die Milch wärmebehandelt. Wer sicher gehen will, greift zu Käse aus pasteurisierter Milch oder erhitzt den Käse vor dem Verzehr durch und durch, etwa im Auflauf. Praktischer Nebeneffekt: Wenn Sie in der Schwangerschaft unsicher sind, reicht der Blick auf diese eine Zeile. Bei uns zu Hause steht Käse deshalb fest auf der Einkaufsliste, in der Schwangerschaft aber nur in der pasteurisierten Variante.

Käse lagern und Schimmel richtig einschätzen

Käse gehört in den Kühlschrank, aber nicht luftdicht in Frischhaltefolie. Hartkäse und Schnittkäse halten sich am besten in Käsepapier oder in Butterbrotpapier mit einer losen Folienhülle darüber, weil sie so atmen können, ohne auszutrocknen. Weichkäse bleibt am besten in seiner Originalverpackung, denn die ist auf die Reifung abgestimmt. Frischkäse und angebrochene Packungen mit geriebenem Käse gehören zügig verbraucht, sie sind die empfindlichsten Vertreter im Kühlschrank.

Beim Schimmel gilt eine klare Zweiteilung, und die Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Zu gut für die Tonne fasst sie gut zusammen. Bei festem, trockenem Hartkäse und Schnittkäse am Stück können Sie eine befallene Stelle großzügig wegschneiden, etwa 0,7 bis 1 Zentimeter über den Rand des Flecks hinaus. Der geringe Wassergehalt bremst das Pilzgeflecht, es dringt nicht tief ein.

Bei Weichkäse, Frischkäse, geriebenem Käse und Käse in Scheiben ist das anders. Dort kann sich das Pilzgeflecht im weichen, wasserreichen Gefüge leicht ausbreiten, und mögliche Schimmelgifte lassen sich nicht durch Wegschneiden entfernen. Diese Sorten wandern beim ersten Anzeichen von unerwünschtem Schimmel komplett in den Müll. Der Edelschimmel auf Camembert, Brie oder Gorgonzola gehört ausdrücklich nicht dazu, er ist gewollt und wird mitgegessen.

Ein Tipp, der bei uns viel Käse gerettet hat: Reste vom Hartkäse wandern gerieben ins Gefrierfach. Geriebener Hartkäse lässt sich portionsweise entnehmen und direkt aus dem gefrorenen Zustand über Nudeln, Aufläufe oder Suppen streuen. Als Scheibenkäse für das Brot eignet sich aufgetauter Käse dagegen kaum, weil die Struktur krümelig wird.

Wie viel Käse am Tag? Die DGE-Einordnung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ordnet Käse der Gruppe Milch und Milchprodukte zu und empfiehlt Erwachsenen davon zwei Portionen täglich. Als Beispiele nennt sie ausdrücklich zwei Scheiben Käse zu jeweils 30 Gramm, oder eine Scheibe Käse zu 30 Gramm zusammen mit 250 Gramm Milch, oder eine Portion Joghurt mit 150 Gramm plus eine Scheibe Käse. Wer bei Kalorien und Fett sparen möchte, findet in derselben Empfehlung den Hinweis auf Käse mit maximal 30 Prozent Fett.

In der Praxis heißt das: 60 Gramm Käse am Tag füllen den Rahmen für Milchprodukte schon vollständig, wenn sonst keine Milchprodukte dazukommen. Das sind zwei Scheiben Gouda, nicht mehr. Wer morgens Käse aufs Brot legt, mittags Nudeln mit Parmesan isst und abends überbackenen Auflauf serviert, liegt schnell beim Drei- oder Vierfachen, samt Fett und Salz. Uns hilft es, Käse bewusst als Hauptbestandteil einer Mahlzeit einzuplanen statt als Selbstverständlichkeit auf jedem Teller.

Für die Küchenplanung rechnen wir mit anderen Größen als für die Ernährungsempfehlung. Eine Käseplatte am Ende eines Menüs veranschlagen wir mit 60 bis 80 Gramm pro Person, verteilt auf drei bis fünf Sorten. Wenn die Platte die Hauptmahlzeit ist, planen wir 150 bis 200 Gramm pro Person und rechnen Brot, Butter und Obst dazu. Für ein Gratin für vier Personen reichen 80 bis 100 Gramm geriebener Hartkäse völlig aus, weil kräftige Sorten mit wenig Menge viel Wirkung erzielen.

Käse ist damit ein Lebensmittel, das sich gut steuern lässt, wenn man die Mengen kennt. 30 Gramm sind eine Scheibe, zwei Scheiben sind der Tagesrahmen für Milchprodukte, und ein kräftiger Hartkäse braucht weniger Gramm für dasselbe Aroma als ein milder. Wer diese drei Zahlen im Kopf hat, muss beim Einkauf weder rechnen noch verzichten.

Häufige Fragen zu Käse

Wie viel wiegt eine Scheibe Käse?
Je nach Sorte und Schnittdicke rund 20 bis 30 Gramm. Dünner Feinkostaufschnitt liegt bei etwa 20 Gramm, abgepackter Gouda oder Edamer bei 25 bis 30 Gramm, eine Scheibe von einem großen Emmentaler-Laib kann 35 Gramm erreichen. Die DGE rechnet in ihren Portionsbeispielen mit 30 Gramm je Scheibe.
Wie viel Käse pro Person und Tag sind angesetzt?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen zwei Portionen Milch und Milchprodukte täglich und nennt als Beispiel zwei Scheiben Käse zu jeweils 30 Gramm. 60 Gramm Käse füllen diesen Rahmen also schon vollständig, wenn sonst keine Milchprodukte dazukommen.
Wie rechne ich Fett i. Tr. in echte Gramm Fett um?
Fett i. Tr. multipliziert mit der Trockenmasse, geteilt durch 100, ergibt das Fett je 100 Gramm Käse. Ohne Angabe der Trockenmasse gilt als Faustregel: bei Hartkäse etwa zwei Drittel des Wertes, bei Weich- und Schnittkäse sowie Frischkäse etwa die Hälfte, bei Quark etwa ein Drittel. Da auf der Packung meist "mindestens" steht, ist die Nährwerttabelle auf der Rückseite genauer.
Ist Hartkäse laktosefrei?
In gereiftem Schnitt- und Hartkäse wie Gouda, Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan sind nur noch Spuren Milchzucker enthalten, die Werte liegen unter 0,1 Gramm je 100 Gramm. Damit erfüllen diese Sorten die Bedingung für die Kennzeichnung laktosefrei ohne Zusatzbehandlung. Bei Schmelzkäse und Käsezubereitungen kann durch Milchpulver oder Molkenerzeugnisse wieder Laktose hinzukommen.
Welchen Käse sollten Schwangere meiden?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Schwangeren, Kleinkindern, älteren und immungeschwächten Menschen von Rohmilch und Rohmilchkäse ab. Diese Gruppen sollten außerdem die Rinde abschneiden und Weichkäse oder halbfesten Schnittkäse aus Rohmilch sowie Käse mit besonders behandelter Oberfläche meiden. Käse aus pasteurisierter Milch trägt keinen Hinweis "aus Rohmilch hergestellt" auf der Packung.
Kann ich Schimmel auf Käse einfach wegschneiden?
Bei festem, trockenem Hartkäse und Schnittkäse am Stück können Sie die Stelle großzügig entfernen, etwa 0,7 bis 1 Zentimeter über den Fleck hinaus. Weichkäse, Frischkäse, geriebener Käse und Käse in Scheiben gehören bei unerwünschtem Schimmel komplett in den Müll.
Wie viel Käse rechne ich für eine Käseplatte?
Als Abschluss eines Menüs planen wir 60 bis 80 Gramm pro Person, verteilt auf drei bis fünf Sorten. Ist die Käseplatte die Hauptmahlzeit, rechnen wir mit 150 bis 200 Gramm pro Person plus Brot, Butter und Obst.
Wie viel Salz steckt in einer Scheibe Käse?
Gouda enthält rund 2 Gramm Salz je 100 Gramm, eine Scheibe von 30 Gramm bringt also etwa 0,6 Gramm mit. Das ist rund ein Zehntel des DGE-Richtwerts von bis zu 6 Gramm Speisesalz pro Tag. Emmentaler liegt mit etwa 1 Gramm Salz je 100 Gramm niedriger.

Quellen

  1. Lebensmittelklarheit (Verbraucherzentrale): Fettgehalt von Käse, unterschiedliche Angaben verwirren
  2. DGE: Milch und Milchprodukte im DGE-Ernährungskreis
  3. BfR: Verbrauchertipps, Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien (PDF)
  4. BZfE: Käserinde essen oder abschneiden?
  5. Nährwertrechner.de: Gouda mind. 45 % Fett i. Tr.
  6. Nährwertrechner.de: Emmentaler
  7. Verbraucherzentrale: Laktosefreie Lebensmittel, nicht für jeden sinnvoll
  8. Verbraucherzentrale: Lebensmittelinfektionen, für Risikopersonen lebensbedrohlich
  9. DGE: FAQ Speisesalz
  10. Verbraucherportal Bayern (VIS): Kennzeichnung des Fettgehaltes bei Käse
  11. Käseverordnung, konsolidierte Fassung des BMEL (PDF)
  12. Zu gut für die Tonne (BMEL): Stoppt Schimmel, rettet Lebensmittel

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.