Ei: Gewicht, Gewichtsklassen, Nährwerte und Frische

Kategorie: Lebensmittel

Braune und weiße Hühnereier in einem Eierkarton auf hellem Holzuntergrund
Hühnereier der Gewichtsklassen M und L: mit Schale rund 53 bis 73 Gramm pro Stück.

Ein Hühnerei der Größe M wiegt mit Schale etwa 53 bis 63 Gramm, ein L-Ei rund 63 bis 73 Gramm. Hier finden Sie alle Gewichtsklassen in Gramm, die Nährwerte, was der Erzeugercode verrät und wie Sie Frische und Haltbarkeit richtig einschätzen.

Das Ei auf einen Blick

Das Ei gehört bei uns zu den vielseitigsten Lebensmitteln im Kühlschrank: schnell zubereitet, günstig und in Küche wie Backstube kaum zu ersetzen. Gemeint ist im Alltag fast immer das Hühnerei, auch wenn es daneben Wachtel-, Enten- oder Gänseeier gibt. Ein Ei besteht aus drei Teilen: der Schale, dem Eiklar (Eiweiß) und dem Eigelb (Dotter).

In Deutschland werden Eier streng gekennzeichnet. Jedes rohe Ei trägt einen Erzeugercode, aus dem sich Haltungsform und Herkunft ablesen lassen, und die Packung nennt Gewichtsklasse und Mindesthaltbarkeitsdatum. Was diese Angaben bedeuten, erklären wir weiter unten.

Bei uns in der Familie ist das Ei der Klassiker fürs Frühstück, für schnelle Pfannengerichte und zum Backen. Genau deshalb lohnt ein kurzer Blick auf Gewicht, Nährwerte, Haltbarkeit und die Frage, worauf man beim Einkauf achten sollte.

Wie viel wiegt ein Ei?

Ein Hühnerei der Größe M wiegt mit Schale etwa 53 bis 63 Gramm, ein L-Ei rund 63 bis 73 Gramm. Die Schale macht rund 10 Prozent des Gewichts aus, sodass von einem 58-Gramm-Ei etwa 50 Gramm essbarer Inhalt bleiben, grob 30 Gramm Eiklar und 20 Gramm Eigelb. Verkauft werden Eier in vier EU-Gewichtsklassen, die sich genau nach dem Gewicht pro Stück richten:

Eier-Gewichtsklassen (EU) und Gewicht pro Stück
GewichtsklasseGewicht pro Ei (mit Schale)
S (klein)unter 53 g
M (mittel)53 bis unter 63 g
L (groß)63 bis unter 73 g
XL (sehr groß)73 g und mehr

Eier im Größenvergleich

S
ca. 50 g
M
ca. 58 g
L
ca. 68 g
XL
ca. 78 g

Größen schematisch. Grenzen laut EU-Vermarktungsnorm (VO (EG) Nr. 589/2008).

Auf der Verpackung stehen die Klassen als S, M, L und XL oder als klein, mittel, groß und sehr groß. Für die meisten Rezepte ist ein Ei der Klasse M oder L gemeint, wenn nichts anderes dabeisteht. Wer beim Backen genau arbeitet, wiegt das aufgeschlagene Ei am besten ab, denn schon innerhalb einer Klasse schwankt das Gewicht spürbar.

Nährwerte des Eis

Das Ei ist vor allem für sein Eiweiß bekannt. Je 100 Gramm Vollei stecken rund 13 Gramm Eiweiß und 11 Gramm Fett darin, Kohlenhydrate sind kaum enthalten. Ein mittelgroßes Ei der Klasse M mit rund 50 Gramm essbarem Inhalt kommt damit auf etwa 75 bis 80 Kilokalorien.

Den Großteil der Nährstoffe liefert das Eigelb: die fettlöslichen Vitamine A und D, Vitamin B12 sowie Mineralstoffe wie Eisen, Jod und Selen. Das Eiklar besteht dagegen fast nur aus Wasser und Eiweiß. Die genauen Werte hängen von Fütterung und Haltung ab, weshalb Tabellen leicht abweichen. Die folgenden Angaben sind Durchschnittswerte.

Das Eiprotein gilt ernährungsphysiologisch als gut verwertbar und diente in der Ernährungswissenschaft lange als Bezugsgröße für die biologische Wertigkeit von Eiweiß. Für den Alltag heißt das schlicht: Eier sind eine unkomplizierte Eiweißquelle, die sich vielseitig einsetzen lässt.

Typische Nährwerte je 100 g Hühnerei (Vollei, roh)
Nährwertje 100 g Hühnerei (Vollei, roh)
Energie154 kcal
Fett11 g
Eiweiß13 g
Kohlenhydrate1 g
davon Zucker< 1 g
Cholesterin396 mg
Vitamin A278 µg
Vitamin D3 µg
Vitamin B122,0 µg
Eisen2,1 mg
Jod10 µg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 11,0 g (64%)
  • Eiweiß 13,0 g (34%)
  • Kohlenhydrate 1,0 g (2%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Eier

Der Erzeugercode: was der Stempel verrät

Jedes rohe Ei ist in Deutschland mit einem Erzeugercode gestempelt, zum Beispiel 1-DE-0512345. Die erste Ziffer steht für die Haltungsform, die Buchstaben für das Herkunftsland (DE für Deutschland) und die restlichen Zahlen für Bundesland, Betrieb und Stall. So lässt sich jedes Ei bis zum Erzeuger zurückverfolgen. Diese Kennzeichnung ist in der EU seit 2004 Pflicht.

Die erste Ziffer im Erzeugercode: Haltungsform
ZifferHaltungsform
0Ökologische Erzeugung (Bio)
1Freilandhaltung
2Bodenhaltung
3Käfighaltung (Kleingruppe)

In Deutschland stammen die meisten Eier aus Boden- und Freilandhaltung; die herkömmliche Käfighaltung ist hier nicht mehr erlaubt. Wer Wert auf die Haltung legt, achtet auf die erste Ziffer, denn nur beim rohen Ei ist sie direkt sichtbar. In verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Mayonnaise oder Gebäck steckt die Haltungsform dagegen oft nicht auf dem Etikett.

Wie lange sind Eier haltbar? Lagerung und Frischetest

Frische Eier sind erstaunlich lange haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum liegt bei 28 Tagen nach dem Legen, im Handel dürfen Eier bis zum 21. Tag verkauft werden. Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind sie nicht automatisch schlecht, sollten dann aber nur noch gut durcherhitzt verzehrt werden.

Für die Lagerung gilt: Eier gehören zu Hause in den Kühlschrank und sollten dort bleiben. Die Verbraucherzentrale rät zu höchstens 7 Grad, ideal ist ein fester Platz im Innenraum statt in der Kühlschranktür, wo es durch das Öffnen zu Temperaturschwankungen kommt. Waschen sollte man Eier vor dem Lagern nicht, denn das schädigt die natürliche Schutzschicht der Schale, über die sonst leichter Keime eindringen. Einmal gekühlte Eier sollten durchgehend gekühlt bleiben.

Ob ein Ei noch frisch ist, verrät der einfache Wasserglas-Test: Legen Sie das rohe Ei in ein Glas mit kaltem Wasser. Ein frisches Ei bleibt am Boden liegen, ein älteres stellt sich auf, und ein Ei, das an die Oberfläche steigt, ist alt und gehört nicht mehr auf den Teller. Der Grund ist die Luftkammer im Ei, die mit der Zeit größer wird, weil das Ei langsam Feuchtigkeit verliert.

Eier und Salmonellen: sicher genießen

Rohe Eier können mit Salmonellen belastet sein, entweder auf der Schale oder im Inneren. Für gesunde Erwachsene ist das Risiko bei frischer, gekühlter Ware und sauberer Küche gering. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät empfindlichen Gruppen wie kleinen Kindern, Schwangeren, älteren und abwehrgeschwächten Menschen aber, Eier und eihaltige Speisen nur vollständig durchgegart zu verzehren, also mindestens zwei Minuten bei 70 Grad in allen Teilen.

Besondere Vorsicht gilt bei Speisen mit rohem Ei wie Tiramisu, selbst gemachter Mayonnaise, Mousse au Chocolat oder rohem Teig. Hier können sich Salmonellen bei unzureichender Kühlung vermehren. Praktische Tipps aus der BfR-Küchenhygiene: rohe Eier getrennt von anderen Lebensmitteln verarbeiten, Hände und Geräte nach dem Kontakt gründlich reinigen und solche Speisen immer gut gekühlt aufbewahren und rasch verzehren.

Cholesterin im Ei: die Einordnung

Kaum ein Lebensmittel wurde so lange fürs Cholesterin gescholten wie das Ei. Tatsächlich enthält das Eigelb reichlich Cholesterin, rund 240 Milligramm pro Ei. Lange leitete man daraus die Empfehlung ab, Eier streng zu begrenzen.

Die Einordnung ist heute differenzierter: Bei den meisten gesunden Menschen reguliert der Körper den Cholesterinspiegel weitgehend selbst, sodass das Cholesterin aus der Nahrung einen kleineren Einfluss hat als früher angenommen. Ein Freibrief ist das nicht. Wer erhöhte Blutfettwerte hat oder unsicher ist, bespricht die passende Menge am besten ärztlich. Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sind Eier für Gesunde nach heutigem Kenntnisstand unproblematisch.

Eier in der Küche: kochen und verwenden

In der Küche ist das Ei ein Allrounder: gekocht, als Rührei oder Spiegelei, als Bindemittel in Frikadellen, als Trieb- und Lockerungsmittel beim Backen oder aufgeschlagen als Eischnee. Beim Kochen entscheidet die Zeit über die Konsistenz. Für ein mittelgroßes Ei ab kochendem Wasser gilt als grobe Orientierung: weich rund 4 bis 5 Minuten, wachsweich 6 bis 7 Minuten und hart etwa 9 bis 10 Minuten. Größere Eier brauchen etwas länger.

Halbierte hart gekochte Eier mit goldgelbem Dotter auf einem Teller, dazu Schnittlauch, Salz und Pfeffer
Hart gekochtes Ei im Querschnitt: festes Eiweiß, goldgelber Dotter.

Ein Tipp aus unserer Küche gegen das Platzen: Eier vor dem Kochen kurz aus dem Kühlschrank nehmen und im nur leicht kochenden Wasser garen. Nach dem Kochen kalt abschrecken, dann lassen sie sich leichter pellen. Ganz frische Eier pellen sich übrigens oft schlechter als etwas ältere.

Übrig gebliebene Eier lassen sich gut verwerten: hart gekocht im Salat, als Brotauflage oder im Eiersalat. Rohe Eier kann man sogar einfrieren, allerdings nur aufgeschlagen und verquirlt und nicht in der Schale, weil sie sonst platzt.

Häufige Fragen zu Eier

Wie viel wiegt ein Ei?
Ein Hühnerei der Größe M wiegt mit Schale etwa 53 bis 63 Gramm, ein L-Ei rund 63 bis 73 Gramm. Die Schale macht rund 10 Prozent aus, sodass von einem 58-Gramm-Ei etwa 50 Gramm essbarer Inhalt bleiben, grob 30 Gramm Eiklar und 20 Gramm Eigelb.
Was bedeuten S, M, L und XL bei Eiern?
Das sind die vier EU-Gewichtsklassen. S (klein) steht für Eier unter 53 Gramm, M (mittel) für 53 bis unter 63 Gramm, L (groß) für 63 bis unter 73 Gramm und XL (sehr groß) für 73 Gramm und mehr, jeweils pro Ei mit Schale.
Wie erkenne ich, ob ein Ei noch frisch ist?
Mit dem Wasserglas-Test: Ein frisches rohes Ei bleibt im kalten Wasser am Boden liegen, ein älteres stellt sich auf, ein aufsteigendes Ei ist alt und sollte nicht mehr gegessen werden. Grund ist die Luftkammer, die mit dem Alter größer wird.
Was bedeutet die erste Zahl auf dem Ei?
Die erste Ziffer im Erzeugercode steht für die Haltungsform: 0 für ökologische Erzeugung (Bio), 1 für Freiland-, 2 für Boden- und 3 für Käfighaltung. Danach folgen das Herkunftsland (DE für Deutschland) und die Betriebsnummer.
Muss man Eier in den Kühlschrank legen?
Im Handel stehen Eier oft ungekühlt, zu Hause gehören sie aber in den Kühlschrank und sollten dort bleiben. Die Verbraucherzentrale rät zu höchstens 7 Grad. Einmal gekühlte Eier sollten durchgehend gekühlt bleiben, und waschen sollte man sie vor der Lagerung nicht.
Sind Eier wegen des Cholesterins ungesund?
Eier enthalten zwar Cholesterin, doch bei den meisten gesunden Menschen reguliert der Körper den Cholesterinspiegel weitgehend selbst. Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung gelten Eier für Gesunde nach heutigem Kenntnisstand als unproblematisch. Wer erhöhte Blutfettwerte hat, bespricht die Menge am besten ärztlich.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Nährstoffe im Ei
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Eier vom Einkauf in die Küche
  3. Verbraucherzentrale: Eier - alles zu Lagerung und Haltbarkeit
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Schutz vor Infektionen mit Salmonellen
  5. BMEL: Was bedeutet der Code auf dem Ei?
  6. Nährwertrechner.de: Eier

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 24.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 24.07.2026.