Birne: Gewicht, Nährwerte und richtige Lagerung

Kategorie: Lebensmittel

Eine mittelgroße Birne wiegt bei uns meist 150 bis 180 Gramm. Sie besteht zu rund 84 Prozent aus Wasser, liefert etwa 55 Kilokalorien je 100 Gramm und bringt Ballaststoffe mit. Wir zeigen, was verschiedene Sorten wiegen, welche Nährwerte drinstecken und wie Sie den richtigen Reifepunkt treffen.

Die Birne auf einen Blick

Die Birne (botanisch Pyrus communis) gehört wie der Apfel zu den Kernobstgewächsen und ist bei uns zuhause fast das ganze Jahr über im Obstkorb zu finden. Im Vergleich zum Apfel schmeckt sie oft milder und weniger säuerlich, weil sie weniger Fruchtsäure enthält. Das macht sie für viele angenehm süß, obwohl der Zuckergehalt ähnlich hoch liegt.

Was uns an der Birne gefällt: Sie ist unkompliziert, mild im Geschmack und lässt sich vielseitig verwenden, roh aus der Hand ebenso wie gekocht, gebacken oder eingemacht. Gleichzeitig hat sie eine kleine Tücke, denn ihr perfekter Reifepunkt ist kurz. Wer den Moment verpasst, hat schnell eine außen noch feste, innen aber schon mehlige Frucht in der Hand. Weiter unten erklären wir, wie Sie das vermeiden.

Wie viel wiegt eine Birne?

Eine mittelgroße Birne wiegt roh etwa 150 bis 180 Gramm. Kleine Exemplare liegen bei rund 120 bis 140 Gramm, große längliche Sorten können 200 bis 250 Gramm und mehr erreichen. Vom Gesamtgewicht sind ungefähr 90 Prozent essbarer Anteil, der Rest entfällt auf Kerngehäuse und Stiel. Bei einer 170-Gramm-Birne bleiben also rund 150 Gramm zum Essen.

Durchschnittsgewicht von Birnen nach Größe und Sorte
BirneGewicht (ganze Frucht)
kleine Birneca. 120 bis 140 g
mittelgroße Birneca. 150 bis 180 g
große Birneca. 200 bis 250 g
Williams Christ (mittel)ca. 150 bis 180 g
Conference (länglich)ca. 140 bis 170 g
Abate Fetel (groß, länglich)ca. 200 bis 250 g

Die Werte sind Richtgrößen aus dem Handel. Baumreife Birnen von der Streuobstwiese schwanken je nach Sorte und Jahr stärker. Wenn Sie für ein Rezept eine bestimmte Menge Fruchtfleisch brauchen, rechnen wir grob mit zwei mittleren Birnen für etwa 300 Gramm geschnittenes Obst.

Nährwerte der Birne je 100 Gramm

Die Birne ist eine wasserreiche und fettarme Frucht. Rund 84 Gramm je 100 Gramm sind Wasser, entsprechend niedrig fällt mit etwa 55 Kilokalorien der Brennwert aus. Die Kohlenhydrate stammen überwiegend aus natürlichem Zucker, dazu kommen Ballaststoffe. Ein Teil der Süße geht auf den Zuckeralkohol Sorbit zurück, der in Birnen von Natur aus vorkommt.

An Mineralstoffen liefert die Birne unter anderem Kalium, an Vitaminen etwas Vitamin C und Folat. Die Mengen sind moderat, die Birne ist also keine Vitaminbombe, sondern eher ein solider Alltagssnack. Nährwertrechner.de gibt die genauen Werte je 100 Gramm an, die wir in der Tabelle zusammengefasst haben.

Typische Nährwerte je 100 g essbarer Anteil (roh)
Nährwertje 100 g essbarer Anteil (roh)
Wassergehaltca. 84 g
Ballaststoffe3,3 g
Zucker9,8 g
Kalium125 mg
Vitamin C4,6 mg
Folat14 µg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,3 g (5%)
  • Eiweiß 0,5 g (4%)
  • Kohlenhydrate 12,4 g (91%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de - Birne

Sorten: Williams Christ, Conference und Abate Fetel

Im Handel begegnen uns vor allem drei Sorten, die den europäischen Birnenanbau prägen. Jede hat ihren eigenen Charakter, und es lohnt sich, die Unterschiede zu kennen.

Williams Christ ist die klassische Sommerbirne mit rundlich-bauchiger Form. Sie ist besonders saftig und aromatisch und die typische Sorte für Kompott, Konserven und Obstbrand. Reif schmeckt sie intensiv nach Birne, wird aber auch schnell weich, weshalb wir sie zeitnah verbrauchen.

Conference erkennen Sie an der langgestreckten, schlanken Form und der oft rauen, berosteten Schale. Sie ist ein guter Allrounder, bleibt etwas länger bissfest und eignet sich sowohl für den rohen Verzehr als auch für die Küche. Als Lagersorte ist sie über viele Wochen erhältlich.

Abate Fetel fällt durch ihre auffällig lange, flaschenförmige Gestalt und ihr hohes Stückgewicht auf. Sie ist süß, fein und saftig und wird gern pur gegessen. Neben diesen drei gibt es zahlreiche alte Sorten von Streuobstwiesen sowie die knackige, körnige Nashi-Birne, die botanisch eine eigene Art ist.

Reifepunkt erkennen und richtig nachreifen

Birnen sind heikel im Timing, denn sie reifen von innen nach außen. Ist die Frucht am dicken Bauch schon weich, ist der Kern innen meist bereits mehlig oder braun. Deshalb prüfen wir die Reife nicht am Bauch, sondern am Stielansatz: Gibt das Fruchtfleisch rund um den Stiel auf leichten Daumendruck sanft nach und duftet die Birne aromatisch, ist der ideale Essmoment erreicht.

Viele Birnen werden noch fest verkauft und reifen zuhause nach. Bei Zimmertemperatur in der Obstschale geht das recht schnell, oft innerhalb weniger Tage. Wer nachhelfen möchte, legt eine reife Frucht wie einen Apfel dazu, denn das freigesetzte Reifegas Ethylen beschleunigt den Vorgang. Braune, raue Stellen an der Schale sind übrigens harmlos. Diese sogenannte Berostung ist sortentypisch und kein Zeichen von Verderb.

Birnen richtig lagern

Feste, noch nicht ganz reife Birnen halten sich kühl deutlich länger. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Birnen kühl, dunkel und trocken zu lagern, ideal ist ein kühler Kellerraum. Vollreife Früchte kommen besser in den Kühlschrank, der die Reifung bremst, feste Birnen reifen im Vorratsregal nach. Ein bis zwei Tage vor dem Verzehr lassen wir sie bei Zimmertemperatur ausreifen.

Ein wichtiger Punkt aus unserer Küche: Birnen und Äpfel geben viel Ethylen ab und lassen anderes Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen und altern. Wir lagern sie deshalb lieber etwas separat. Bereits reife Birnen sollten Sie innerhalb weniger Tage essen, denn der Zustand kippt schnell von saftig zu überreif.

Heimische Birnen haben von August bis Oktober Hauptsaison. Als Lagerbirnen begleiten uns einige Sorten bis in den Winter, danach stammt die Ware im Handel überwiegend aus dem Import, etwa aus Südeuropa oder von der Südhalbkugel.

Saison-Kalender

J
F
M
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Heimische Birnen werden von August bis Oktober geerntet. Als Lagerbirnen sind manche Sorten danach bis in den Januar aus deutschem Anbau erhältlich, außerhalb der Saison kommt die Ware überwiegend aus dem Import.

Quelle: BZfE - Der Saisonkalender

Birnen in der Küche verwenden

Roh aus der Hand ist die Birne für uns der einfachste Genuss, aber ihr volles Potenzial zeigt sie in der Küche. Klassisch ist das Birnenkompott, ob pur, mit Zimt oder als Beilage. Gebacken im Ofen, pochiert in Gewürzsud oder als Füllung im Kuchen entwickelt die Birne eine feine, honigartige Süße.

Herzhaft ist die Birne ein toller Partner für kräftigen Käse und Nüsse, etwa auf einem Salat oder einer Käseplatte. Das norddeutsche Gericht Birnen, Bohnen und Speck zeigt, wie gut sie mit deftigen Zutaten harmoniert. Weil aufgeschnittene Birnen an der Luft schnell braun werden, beträufeln wir sie für Obstsalate mit etwas Zitronensaft.

Worauf Sie achten sollten

Birnen sind roh unbedenklich und müssen nicht geschält werden, ein gründliches Waschen unter fließendem Wasser genügt. Das Kerngehäuse schneiden wir heraus, die Kerne selbst gehören nicht auf den Teller. Wie bei anderem Kernobst enthalten sie geringe Mengen an Verbindungen, aus denen im Körper Blausäure entstehen kann. Beim gelegentlichen versehentlichen Verschlucken eines Kerns ist das kein Grund zur Sorge, gezielt essen sollte man sie aber nicht.

Ein zweiter Hinweis betrifft den natürlichen Zuckeralkohol Sorbit. In größeren Mengen kann er bei empfindlichen Menschen abführend wirken und zu Blähungen führen. Wer eine Sorbit-Unverträglichkeit hat, sollte Birnen bewusst und in Maßen genießen. Für die allermeisten sind sie eine gut bekömmliche, alltagstaugliche Frucht.

Häufige Fragen zu Birne

Wie viel wiegt eine mittelgroße Birne?
Eine mittelgroße Birne wiegt roh meist 150 bis 180 Gramm. Kleine Sorten liegen bei etwa 120 bis 140 Gramm, große längliche Birnen wie Abate Fetel bringen 200 bis 250 Gramm auf die Waage. Vom Gesamtgewicht sind rund 90 Prozent essbarer Anteil, der Rest entfällt auf Kerngehäuse und Stiel.
Wie viele Kalorien hat eine Birne?
Bei etwa 55 kcal je 100 Gramm liefert eine mittelgroße Birne von rund 170 Gramm ungefähr 85 bis 95 kcal. Der Großteil davon stammt aus natürlichem Fruchtzucker, der Fettanteil ist mit 0,3 Gramm je 100 Gramm sehr gering.
Wann haben Birnen in Deutschland Saison?
Heimische Birnen werden von August bis Oktober geerntet. Als Lagerbirnen sind sie danach je nach Sorte bis in den Januar aus deutschem Anbau erhältlich. Außerhalb dieser Zeit stammt die Ware meist aus Import.
Kann man Birnen mit Schale essen?
Ja. Die Schale ist essbar und enthält einen Teil der Ballaststoffe. Wir waschen die Frucht vorher gründlich unter fließendem Wasser. Wer möchte, kann sie natürlich auch schälen.
Warum wird eine Birne innen schnell braun und weich?
Birnen reifen von innen nach außen. Ist die Frucht außen erst weich, ist sie innen oft schon überreif. Deshalb prüfen wir die Reife am Stielansatz und essen Birnen zeitnah, statt sie lange liegen zu lassen.

Quellen

  1. Nährwertrechner.de - Birne
  2. Bundeszentrum für Ernährung - Der Saisonkalender
  3. Verbraucherzentrale NRW - Birne richtig lagern
  4. Verbraucherzentrale NRW - Obst und Gemüse richtig lagern

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.