Zwiebel: Gewicht, Sorten, Schneiden ohne Tränen
Eine mittelgroße Speisezwiebel wiegt bei uns in der Küche meist zwischen 70 und 90 Gramm. Sie gehört zu den Zwiebelgewächsen, ist praktisch ganzjährig verfügbar und mit rund 28 Kilokalorien je 100 Gramm ausgesprochen kalorienarm. In diesem Steckbrief haben wir zusammengetragen, was eine Zwiebel wiegt, welche Nährwerte drinstecken, welche Sorten sich wofür eignen und wie das Schneiden ohne Tränen klappt.
Zwiebel im Kurzporträt
Die Zwiebel (Allium cepa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und gehört wie Knoblauch, Lauch und Schnittlauch zu den Zwiebelgewächsen. Was wir in der Küche verwenden, ist streng genommen keine Wurzel, sondern eine verdickte Sprossknolle aus fleischigen Blattscheiden. Diese Schichten sehen Sie deutlich, wenn Sie eine Zwiebel quer aufschneiden.
In Deutschland ist die Zwiebel eines der meistgekauften Gemüse überhaupt. Sie würzt Suppen, Bratkartoffeln, Salate und Schmorgerichte und bildet zusammen mit Möhre und Sellerie die klassische Basis vieler Brühen. Bei uns zu Hause landet fast täglich mindestens eine im Topf, einfach weil sie so vielseitig ist und sich lange lagern lässt.
Botanisch verwandt, aber im Handel eigene Produkte sind Frühlingszwiebeln (mit grünem Lauch und kleiner Knolle), Schalotten (feiner, milder, in Nestern wachsend) und Perlzwiebeln. In diesem Steckbrief geht es vor allem um die klassische Küchen- oder Speisezwiebel.
Wie viel wiegt eine Zwiebel?
Eine mittelgroße Speisezwiebel wiegt rund 70 bis 90 Gramm, kleine Exemplare etwa 40 Gramm und große bis zu 150 Gramm. Gemüsezwiebeln, also die besonders dicken, milden Kaliber, bringen deutlich mehr auf die Waage, oft 200 bis 400 Gramm pro Stück. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt für eine gewöhnliche Speisezwiebel ein mittleres Stückgewicht von etwa 83 Gramm an, was gut zu unserer Küchenerfahrung passt.
Als Faustregel rechnen wir bei Rezepten, die von einer mittleren Zwiebel sprechen, mit etwa 80 Gramm geschältem, küchenfertigem Gewicht. Von Schale und Wurzelansatz gehen je nach Stück rund 5 bis 10 Prozent verloren.
| Art / Größe | Gewicht pro Stück |
|---|---|
| Kleine Speisezwiebel | ca. 40 g |
| Mittlere Speisezwiebel | ca. 70 bis 90 g |
| Große Speisezwiebel | ca. 120 bis 150 g |
| Gemüsezwiebel | ca. 200 bis 400 g |
| Schalotte | ca. 15 bis 30 g |
| Frühlingszwiebel (Knolle mit Lauch) | ca. 15 bis 40 g |
Ein handelsübliches Kilonetz Speisezwiebeln enthält also je nach Kaliber grob zwölf bis fünfundzwanzig Stück. Wer ein Rezept mit Grammangaben nachkocht, wiegt im Zweifel kurz nach, weil die Bandbreite eben groß ist.
Nährwerte der Zwiebel
Die Zwiebel ist ein kalorienarmes Gemüse. Rund 90 Prozent bestehen aus Wasser, der Rest sind überwiegend Kohlenhydrate, darunter der natürlich enthaltene Zucker, der beim Anbraten für die süßliche Note und die schöne Bräunung sorgt. Fett spielt praktisch keine Rolle.
An Mineralstoffen liefert die Zwiebel etwas Kalium, dazu kleine Mengen Vitamin C, Folat und Vitamin B6. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, allerdings ist der Gehalt in der Zwiebel im Vergleich zu Paprika oder Zitrusfrüchten eher gering. Charakteristisch sind die schwefelhaltigen Verbindungen, die den typischen Geruch und Geschmack ausmachen.
Die folgenden Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohe, geschälte Zwiebel und stammen aus dem Nährwertrechner auf Basis des Bundeslebensmittelschlüssels.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil (roh, geschält) |
|---|---|
| Wassergehalt | ca. 92 g |
| Ballaststoffe | 1,4 g |
| davon Zucker | 4 g |
| Kalium | 162 mg |
| Vitamin C | 7,4 mg |
| Folat | 11 µg |
| Vitamin B6 | 0,16 mg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,3 g (9%)
- Eiweiß 1,0 g (15%)
- Kohlenhydrate 5,0 g (76%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de (Bundeslebensmittelschlüssel), Zwiebeln
Gelbe, rote und Gemüsezwiebel: die Sorten
Im Handel begegnen Ihnen mehrere Zwiebeltypen, die sich in Schärfe, Farbe und Verwendung unterscheiden. Welche die richtige ist, hängt vor allem vom Gericht ab.
| Sorte | Geschmack | Passt gut zu |
|---|---|---|
| Gelbe Speisezwiebel | kräftig, würzig | Kochen, Braten, Schmoren, Allrounder |
| Rote Zwiebel | milder, leicht süßlich | Salate, roh, zum Einlegen |
| Weiße Zwiebel | mild bis frisch-scharf | mediterrane Küche, Salsa |
| Gemüsezwiebel | sehr mild, saftig | Zwiebelkuchen, Füllungen, roh |
| Schalotte | fein, aromatisch | Saucen, feine Küche |
Bei uns liegt eigentlich immer ein Netz gelber Speisezwiebeln in der Vorratskammer, weil sie am vielseitigsten sind. Für einen bunten Salat greifen wir dagegen gern zur roten Zwiebel, die roh angenehm milder schmeckt und optisch etwas hermacht. Die große Gemüsezwiebel schätzen wir, wenn viel Zwiebel bei wenig Schärfe gefragt ist, etwa für Zwiebelkuchen.
Zwiebeln schneiden ohne Tränen
Die tränenden Augen beim Zwiebelschneiden haben eine chemische Ursache: Beim Zerschneiden werden Zellen verletzt, dabei entsteht aus schwefelhaltigen Vorstufen ein flüchtiger Reizstoff (Propanthial-S-oxid), der in die Luft steigt und die Augen reizt. Ganz verhindern lässt sich das nicht, aber deutlich abmildern.
Das hilft nach unserer Erfahrung am zuverlässigsten:
- Zwiebel kühlen: Legen Sie die Zwiebel vor dem Schneiden 15 bis 30 Minuten in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach. Kälte verlangsamt das Ausgasen des Reizstoffs.
- Scharfes Messer: Eine gut geschliffene Klinge quetscht die Zellen weniger und setzt dadurch weniger Reizstoff frei als ein stumpfes Messer.
- Gute Lüftung: Nahe der Dunstabzugshaube oder am offenen Fenster arbeiten, damit die Dämpfe abziehen.
- Wurzelansatz zuletzt: Im Wurzelende sitzen besonders viele der schwefelhaltigen Verbindungen. Lassen Sie es beim Schneiden möglichst lange dran und schneiden Sie es zum Schluss weg.
- Nicht ins Gesicht fassen: Reiben Sie sich während des Schneidens nicht die Augen.
Tricks wie Brot im Mund oder eine brennende Kerze halten sich hartnäckig, überzeugen uns aber nicht wirklich. Kühle Zwiebel plus scharfes Messer bringen im Alltag den größten Effekt.
Eine ausführliche Anleitung Schritt für Schritt finden Sie unter Zwiebeln schneiden.
Zwiebeln richtig lagern
Ganze, ungeschälte Zwiebeln sind erstaunlich lange haltbar, wenn die Bedingungen stimmen. Wichtig sind vor allem drei Dinge: kühl, dunkel und trocken bei guter Luftzirkulation.
- Kühl und dunkel: Ideal ist ein luftiger, dunkler Ort wie Keller oder Speisekammer. Bei etwa 1 bis 3 Grad und trockener Luft halten Lagerzwiebeln viele Monate.
- Nicht neben Kartoffeln: Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab, dadurch keimen und faulen Zwiebeln schneller. Beide besser getrennt aufbewahren.
- Luftig statt in Plastik: Ein Netz oder eine offene Schale ist besser als eine geschlossene Tüte, in der sich Feuchtigkeit staut.
- Angeschnittene Zwiebeln: Reste kommen abgedeckt in den Kühlschrank und sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen verbraucht werden.
Zwiebeln, die zu treiben beginnen oder weiche, dunkle Stellen zeigen, sortieren wir aus. Ein kleiner grüner Trieb ist nicht schädlich, die Zwiebel wird dabei aber schrittweise weicher und schmeckt weniger aromatisch.
Zubereitung und Küchentipps
Roh schmeckt die Zwiebel scharf und intensiv, beim Erhitzen wird sie milder und süßlicher. Wer Zwiebeln langsam bei mittlerer Hitze anschwitzt, holt die natürliche Süße heraus, ohne dass sie bitter wird. Zu hohe Hitze lässt sie schnell dunkel und dann bitter werden, deshalb rühren wir beim Anbraten lieber öfter um.
Für rohe Zwiebeln im Salat nimmt man am besten milde rote oder weiße Sorten. Wer die Schärfe weiter dämpfen möchte, legt die Ringe kurz in kaltes Wasser oder etwas Essig ein. Das zieht scharfe Stoffe heraus und macht sie bekömmlicher.
Ein praktischer Nebeneffekt beim Kochen: Zwiebelschalen färben Brühen goldgelb und werden traditionell auch zum Färben von Ostereiern genutzt. Wir sammeln die Schalen deshalb manchmal, statt sie wegzuwerfen.
Gut zu wissen und Hinweise
Für den Menschen ist die Zwiebel ein normales, gut verträgliches Lebensmittel. Ein paar Punkte sind trotzdem einen Hinweis wert:
- Für Haustiere ungeeignet: Zwiebeln (und andere Zwiebelgewächse wie Knoblauch) sind für Hunde und Katzen giftig und können die roten Blutkörperchen schädigen. Reste und Schalen daher für Tiere unzugänglich entsorgen.
- Empfindlicher Magen: Manche Menschen vertragen rohe Zwiebeln schlechter als gegarte. Das grüne Innere (Keim) und längeres Garen machen sie oft bekömmlicher.
- FODMAP: Zwiebeln enthalten Fruktane, die bei empfindlichem Darm Beschwerden auslösen können. Betroffene kennen ihre Verträglichkeit meist selbst am besten.
Ansonsten gilt: Zwiebeln müssen nicht gegart werden, um genießbar zu sein, und lassen sich roh wie gekocht verwenden. Weitere Informationen zum saisonalen Einkauf finden Sie im Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Deutsche Freilandzwiebeln werden vor allem von August bis Oktober geerntet. Als gut lagerfähige Lagerware sind sie danach bis ins Frühjahr aus heimischem Anbau verfügbar, im Handel darüber hinaus ganzjährig.
Quelle: BZfE: Der Saisonkalender
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Häufige Fragen zu Zwiebel
Wie viel wiegt eine mittelgroße Zwiebel?
Wie viele Zwiebeln sind ein Kilogramm?
Wie schneide ich Zwiebeln ohne zu weinen?
Wie lange sind Zwiebeln haltbar?
Was ist der Unterschied zwischen gelber und roter Zwiebel?
Quellen
- Nährwertrechner.de: Zwiebeln, Nährwerte
- Nährwertrechner.de: Zwiebeln roh, Nährwerte
- BZfE: Der Saisonkalender
- BVL: Mittlere Gewichte einzelner Obst- und Gemüseerzeugnisse (PDF)
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.