Weißkohl: Gewicht, Nährwerte, Saison und Küche

Kategorie: Lebensmittel

Ein mittlerer Kopf Weißkohl aus dem Handel wiegt meist 1 bis 2 Kilogramm, große Lagerköpfe bringen auch schon einmal 3 Kilogramm auf die Waage. Der feste Kohl ist bei uns zu Hause der klassische Herbst- und Wintervorrat: Grundlage für Sauerkraut, Krautsalat und Kohlrouladen, dabei kalorienarm und lange haltbar.

Weißkohl kurz vorgestellt

Weißkohl, in Süddeutschland und Österreich auch Weißkraut genannt, gehört zur großen Familie der Kohlgemüse und ist mit Rotkohl, Wirsing und Spitzkohl eng verwandt. Botanisch handelt es sich um eine Kopfkohl-Form, bei der sich die Blätter zu einem festen, schweren Kopf zusammenschließen. Von außen ist er hellgrün, im Inneren cremeweiß und dicht geschichtet.

Bei uns in der Familie schätzen wir ihn vor allem, weil er so unkompliziert ist. Ein Kopf reicht für mehrere Mahlzeiten, er lässt sich wochenlang lagern und man kann ihn roh als Salat, geschmort als Beilage oder milchsauer vergoren als Sauerkraut verarbeiten. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn frisches heimisches Gemüse knapper wird, ist er ein verlässlicher Begleiter in der Küche.

Weißkohl zählt zu den Lagerkohl-Sorten. Das bedeutet: Er wird im Herbst geerntet und hält im kühlen Keller oder Kühlraum bis weit ins Frühjahr. Genau das machte ihn über Generationen zu einem der wichtigsten Wintergemüse in Mitteleuropa, lange bevor Importware das ganze Jahr über verfügbar war.

Wie viel wiegt ein Weißkohl?

Ein mittelgroßer Weißkohlkopf, wie man ihn üblicherweise im Supermarkt kauft, wiegt rund 1 bis 2 Kilogramm. Je nach Sorte und Erntezeitpunkt reicht die Spanne von etwa 500 Gramm bei kleinen, frühen Köpfen bis zu 3 Kilogramm und mehr bei ausgereiften Lagersorten. Sehr große Herbstköpfe einzelner Sorten können sogar 3,5 Kilogramm erreichen.

Da ein ganzer Kopf für viele Haushalte zu groß ist, verkauft der Handel häufig Halbe oder Viertel. Zur Orientierung, wie viel Sie tatsächlich in den Topf bekommen: Vom Bruttogewicht gehen Strunk und äußere Blätter ab, sodass etwa 80 bis 85 Prozent als essbarer Anteil übrig bleiben.

Ungefähres Gewicht von Weißkohl nach Größe (Kopf mit Strunk)
GrößeGewicht pro Kopf
klein / frühca. 500 bis 900 g
mittel (Handelsware)ca. 1 bis 2 kg
groß / Lagerkopfca. 2,5 bis 3,5 kg
halber Kopf (mittel)ca. 500 bis 1.000 g
Viertel (mittel)ca. 250 bis 500 g

Für die Küche ist das praktisch zu rechnen: Ein mittlerer Kopf von rund 1,5 Kilogramm ergibt küchenfertig geputzt etwa 1,2 bis 1,3 Kilogramm Kohl, also genug für einen großen Krautsalat oder eine Runde Kohlrouladen für vier bis sechs Personen.

Nährwerte und Kalorien von Weißkohl

Weißkohl ist ausgesprochen kalorienarm. Mit rund 25 Kilokalorien je 100 Gramm gehört er zu den leichten Gemüsen, denn er besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Gleichzeitig liefert er nennenswerte Mengen an Ballaststoffen sowie an Vitamin C, Vitamin K und Folat.

Besonders der Vitamin-C-Gehalt fällt auf: Rund 46 Milligramm je 100 Gramm decken bereits einen guten Teil des Tagesbedarfs. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Da Vitamin C hitzeempfindlich ist, geht beim langen Kochen ein Teil verloren; roh als Salat oder als mild gegartes Gemüse bleibt mehr davon erhalten.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Werte für rohen, frischen Weißkohl. Kleine Abweichungen je nach Sorte, Reife und Herkunft sind normal.

Typische Nährwerte je 100 g essbarer Anteil (roh)
Nährwertje 100 g essbarer Anteil (roh)
Wassergehaltca. 90 g
Ballaststoffe3,0 g
Vitamin C46 mg
Vitamin K80 µg
Folat79 µg
Kalium208 mg
Calcium46 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,2 g (8%)
  • Eiweiß 1,0 g (18%)
  • Kohlenhydrate 4,0 g (74%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Weißkohl frisch

Saison und Herkunft

Weißkohl ist ein klassisches heimisches Herbst- und Wintergemüse. Der Freiland-Anbau in Deutschland läuft über den Sommer, die Haupternte fällt in den Herbst von etwa Juli oder August bis in den November. Anschließend kommt der eingelagerte Lagerkohl zum Einsatz, der bei richtiger Lagerung bis ins Frühjahr, oft bis in den März, verfügbar bleibt.

In den Monaten, in denen kein frischer Freilandkohl geerntet wird, stammt die Ware entweder aus deutschen Lagern oder wird importiert. Wer besonders regional einkaufen möchte, findet die frischesten heimischen Köpfe daher im Herbst. Rund ums Jahr ist Weißkohl aber fast immer erhältlich, weshalb wir ihn zu den ganzjährig verlässlichen Gemüsesorten zählen.

Saison-Kalender

J
F
M
A
M
J
J
A
S
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Freilandernte von Juli/August bis November, danach als Lagerkohl bis ins Frühjahr verfügbar.

Quelle: Alnatura Saisonkalender: Weiß- & Spitzkohl

Weißkohl in der Küche

Kaum ein Gemüse ist so wandelbar. Roh und fein gehobelt wird Weißkohl zum knackigen Krautsalat oder Coleslaw, klassisch mit etwas Salz, Öl, Essig und Kümmel. Geschmort ergibt er Schmorkohl, gefüllt werden aus den großen Blättern Kohlrouladen. In der internationalen Küche steckt er in Eintöpfen, Bigos, Pfannengerichten und asiatischen Wok-Pfannen.

Der wohl bekannteste Klassiker ist Sauerkraut: Fein gehobelter Weißkohl wird mit Salz vergoren, wobei Milchsäurebakterien aus dem Kohlzucker Milchsäure bilden. So wird der Kohl haltbar und bekommt seinen typisch säuerlichen Geschmack. Damit der Kohl beim Hobeln gleichmäßig dünn wird, greifen wir zu Hause gern zum Krauthobel, der die Arbeit deutlich beschleunigt.

Ein praktischer Tipp aus unserer Küche: Den festen Strunk keilförmig herausschneiden, bevor Sie den Kopf weiterverarbeiten. Er ist sehr fest und zäh, lässt sich aber fein gehobelt durchaus mitverwenden. Die äußeren, oft welken oder beschädigten Blätter entfernen Sie am besten vorab.

Einkauf und Lagerung

Frischer Weißkohl fühlt sich fest und schwer an, die Schnittfläche am Strunk ist hell und saftig, nicht ausgetrocknet oder bräunlich. Die äußeren Blätter sollten prall und nicht schlaff sein. Ein Kopf, der sich für seine Größe leicht anfühlt, ist meist schon älter.

Ganze Köpfe halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks mehrere Wochen, in einem kühlen, luftigen Keller sogar bis zu einigen Monaten. Ein angeschnittener Kopf sollte mit Frischhaltefolie abgedeckt und innerhalb weniger Tage verbraucht werden, da die Schnittfläche schnell Vitamin C verliert und austrocknet.

Wer viel auf einmal verarbeitet: Weißkohl lässt sich auch einfrieren. Dazu die Blätter kurz blanchieren, abkühlen, abtropfen und portionsweise verpacken. Roh eingefroren wird er beim Auftauen sehr weich, was für Rohkost ungeeignet, für Schmorgerichte aber unproblematisch ist.

Bekömmlichkeit und Zubereitungshinweise

Wie andere Kohlarten kann Weißkohl in größeren Mengen blähend wirken. Das liegt an bestimmten Ballaststoffen und Mehrfachzuckern, die erst im Dickdarm von Darmbakterien verwertet werden, wobei Gase entstehen. Wer empfindlich reagiert, tastet sich am besten mit kleineren Portionen heran und würzt Kohlgerichte mit Kümmel, Fenchel oder Anis, was viele als bekömmlicher empfinden.

Roh ist Weißkohl unbedenklich essbar, in großen Mengen liegt er allerdings schwerer im Magen als gegart. Als Salat sollte er sehr fein gehobelt und gut mariniert oder leicht durchgeknetet werden, das macht ihn zarter. Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, besprechen den Verzehr größerer Mengen vitamin-K-reicher Kohlsorten sinnvollerweise mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, da Vitamin K die Wirkung solcher Mittel beeinflussen kann.

Weißkohl, Rotkohl und Spitzkohl im Vergleich

Weißkohl wird gern mit seinen nächsten Verwandten verwechselt. Rotkohl unterscheidet sich vor allem durch seinen violetten Farbstoff und den etwas süßlicheren Geschmack, ist ansonsten aber sehr ähnlich aufgebaut. Spitzkohl ist an seiner kegelförmigen Kopfform und den lockerer sitzenden, zarteren Blättern zu erkennen. Er ist milder, feiner und schneller gar, dafür deutlich weniger lange lagerfähig.

Für Sauerkraut und Krautsalat ist der feste, dicht geschichtete Weißkohl die klassische Wahl, weil er sich gut hobeln lässt und viel Masse liefert. Möchten Sie ein zarteres, schneller gekochtes Kohlgericht, greifen Sie eher zu Spitzkohl. So haben Sie für jeden Zweck den passenden Kohl.

Häufige Fragen zu Weißkohl

Wie viel wiegt ein Weißkohl?
Ein mittlerer Kopf aus dem Handel wiegt meist 1 bis 2 Kilogramm. Kleine, frühe Köpfe liegen bei etwa 500 bis 900 Gramm, große Lagerköpfe erreichen 2,5 bis 3,5 Kilogramm.
Wie viele Kalorien hat Weißkohl?
Roher Weißkohl liefert rund 25 Kilokalorien je 100 Gramm. Er besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser und ist damit sehr kalorienarm.
Wann hat Weißkohl in Deutschland Saison?
Die heimische Freilandernte läuft von etwa Juli oder August bis November. Als Lagerkohl bleibt Weißkohl anschließend bis ins Frühjahr, oft bis März, verfügbar.
Wie lange ist Weißkohl haltbar?
Ein ganzer Kopf hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen, in einem kühlen Keller sogar einige Monate. Angeschnittener Kohl sollte innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Warum wirkt Weißkohl blähend und was hilft?
Bestimmte Ballaststoffe und Mehrfachzucker werden erst im Dickdarm zersetzt, wobei Gase entstehen. Gewürze wie Kümmel, Fenchel oder Anis machen Kohlgerichte für viele bekömmlicher.
Kann man Weißkohl roh essen?
Ja, roh ist Weißkohl unbedenklich, etwa als fein gehobelter Krautsalat. In sehr großen Mengen liegt er allerdings schwerer im Magen als gegarter Kohl.

Quellen

  1. Nährwertrechner.de: Weißkohl frisch
  2. Verbraucherportal Bayern (VIS): Kohl
  3. Alnatura Saisonkalender: Weiß- & Spitzkohl
  4. Apotheken Umschau: Weißkohl
  5. REWE Lexikon: Weißkohl

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.