Spargel: Gewicht, Nährwerte, Saison und richtig schälen

Kategorie: Lebensmittel

Frisch geschälte weiße und grüne Spargelstangen gebündelt auf einem Holzbrett
Weißer und grüner Spargel stammen von derselben Pflanze und unterscheiden sich vor allem durch den Anbau.

Spargel gehört bei uns zu den Gemüsen, auf die wir im Frühjahr richtig warten. Eine mittlere Stange wiegt rund 65 Gramm, ein klassisches Bund bringt etwa 500 Gramm auf die Waage. Mit nur ungefähr 18 Kilokalorien je 100 Gramm ist Spargel ausgesprochen leicht, besteht er doch zu fast 95 Prozent aus Wasser. In diesem Steckbrief haben wir zusammengetragen, was Sie zu Gewicht, Nährwerten, Saison und Zubereitung wissen sollten.

Spargel auf einen Blick

Spargel ist das junge Sprosstriebgemüse der Pflanze Asparagus officinalis. Geerntet werden die Stangen, bevor sie sich zu den feinen, farnartigen Trieben entwickeln, die man später im Beet sieht. Weil das Wachstum unter der Erde bei weißem Spargel besonders schnell geht, wird in der Hochsaison oft zweimal täglich gestochen. Für uns markiert der erste heimische Spargel jedes Jahr den Übergang in die wärmere Jahreszeit.

Botanisch gehört Spargel zur Familie der Spargelgewächse und ist damit weder mit Bohnen noch mit anderem klassischen Gemüse eng verwandt. Charakteristisch ist der leicht herb-nussige, mild-bittere Geschmack, der beim grünen Spargel kräftiger ausfällt als beim weißen. Angebaut wird er in Deutschland auf großer Fläche, unter anderem in Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt Spargel als ein Gemüse, das größtenteils aus Wasser besteht, kaum Fett und wenige Kalorien liefert und dabei eine gute Nährstoffdichte hat.

Wie viel wiegt eine Stange Spargel?

Eine durchschnittliche Stange Spargel wiegt zwischen 60 und 100 Gramm, im Mittel etwa 65 Gramm. Das Gewicht schwankt vor allem mit der Dicke der Stange: Dünner Spargel wiegt deutlich weniger als die dicken Stangen der Handelsklasse Extra. Ein Kilogramm Spargel mittlerer Güte besteht aus etwa zwölf bis sechzehn Stangen. Ein handelsübliches Bund umfasst in der Regel 500 Gramm und enthält damit ungefähr sieben bis zehn Stangen.

Ungefähres Gewicht von Spargel nach Menge und Größe
MengeGewicht (ca.)
1 dünne Stange30 bis 50 g
1 mittlere Stange60 bis 70 g
1 dicke Stange80 bis 100 g
1 Bund (ca. 7 bis 10 Stangen)ca. 500 g
Portion als Beilage250 bis 300 g
Portion als Hauptgerichtca. 500 g

Beim Einkauf lohnt sich der Blick auf die Menge, die tatsächlich auf den Teller kommt. Weißer Spargel muss geschält werden, dabei gehen je nach Stangendicke rund 10 bis 20 Prozent des Gewichts als Schale und holziges Ende verloren. Wer 500 Gramm ungeschält kauft, hat also gut 400 Gramm essbaren Anteil. Bei grünem Spargel fällt der Verlust geringer aus, weil hier meist nur das untere Drittel geschält oder gar nur das Ende abgeschnitten wird.

Weißer und grüner Spargel: Der Unterschied

Weißer und grüner Spargel stammen von derselben Pflanzenart, unterscheiden sich aber in Anbau und Geschmack. Weißer Spargel wächst unter einem Erdwall im Dunkeln und wird gestochen, sobald der Kopf die Oberfläche zu durchbrechen droht. Ohne Licht bildet er keinen grünen Farbstoff. Grüner Spargel wächst dagegen oberirdisch ans Licht, entwickelt durch die Sonne sein Blattgrün und schmeckt dadurch würziger und etwas kräftiger.

In der Küche ist der grüne Spargel für uns der unkompliziertere: Er muss nur im unteren Drittel dünn geschält werden, gart schneller und lässt sich gut in der Pfanne oder im Ofen zubereiten. Weißer Spargel dagegen wird komplett bis kurz unter den Kopf geschält und klassisch in Wasser gegart. Geschmacklich ist das Geschmackssache in der Familie: Die einen schwören auf die feine Milde des weißen, die anderen auf das Aroma des grünen Spargels.

Neben Weiß und Grün gibt es noch violetten Spargel. Er entsteht, wenn die Köpfe des weißen Spargels kurz Licht bekommen und sich dadurch violett verfärben. Geschmacklich liegt er zwischen den beiden Varianten und ist meist etwas kräftiger im Aroma.

Nährwerte von Spargel

Spargel ist ein echtes Leichtgewicht unter den Gemüsen. Mit etwa 18 Kilokalorien je 100 Gramm liefert er sehr wenig Energie, weil er zu fast 95 Prozent aus Wasser besteht. Fett ist praktisch nicht enthalten, der Eiweiß- und Kohlenhydratanteil ist gering. Die Werte in der folgenden Tabelle beziehen sich laut Nährwertrechner.de auf 100 Gramm rohen Spargel.

Bemerkenswert ist der vergleichsweise hohe Gehalt an Folat: Rund 86 Mikrogramm je 100 Gramm decken einen guten Teil der empfohlenen Zufuhr. Folat trägt laut zugelassenen Angaben der EU zu einer normalen Blutbildung und zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei. Dazu kommen Kalium, etwas Vitamin C und Vitamin E. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Bitte beachten Sie, dass ein Teil der wasserlöslichen Vitamine beim Kochen in das Garwasser übergeht.

Spargel enthält außerdem Purine, aus denen im Körper Harnsäure entsteht. Das ist für die meisten Menschen unproblematisch. Wer an Gicht erkrankt ist oder Nierenprobleme hat, sollte laut Apotheken Umschau am besten mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, wie viel Spargel für ihn in Ordnung ist.

Typische Nährwerte je 100 g essbarer Anteil (roh, geschält)
Nährwertje 100 g essbarer Anteil (roh, geschält)
Wassergehaltca. 94 g
Ballaststoffeca. 1,3 g
Kaliumca. 200 mg
Folatca. 86 µg
Vitamin Cca. 20 mg
Vitamin Eca. 2 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,1 g (7%)
  • Eiweiß 2,0 g (46%)
  • Kohlenhydrate 2,0 g (47%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Spargel frisch

Wann hat Spargel Saison?

Die deutsche Spargelsaison ist kurz und fest umrissen. Sie beginnt je nach Witterung Mitte April, in milden Jahren auch schon Ende März, und endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Dieser Tag wird auch scherzhaft Spargelsilvester genannt. Der Grund für das feste Ende ist praktisch: Nach der letzten Ernte brauchen die Pflanzen noch rund hundert Tage, um über das grüne Kraut Kraft für das nächste Jahr zu sammeln und vor dem ersten Frost auszureifen.

Verschiebt sich der Start durch kaltes Wetter nach hinten, ziehen manche Höfe das Saisonende ebenfalls etwas nach hinten, sodass in einzelnen Jahren bis Anfang Juli frischer heimischer Spargel zu haben ist. Wer außerhalb dieser Zeit Spargel kauft, greift zu Importware, etwa aus Spanien, Griechenland oder Peru. Wir kaufen Spargel am liebsten in der heimischen Saison, weil er dann kurze Wege hinter sich hat und meist am frischesten ist. Einen guten Überblick über Beginn und Ende gibt Utopia.

Saison-Kalender

J
F
M
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Deutsche Freilandsaison von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni, in einzelnen Jahren bis Anfang Juli.

Quelle: Utopia: Spargelzeit in Deutschland

Einkauf: Frischen Spargel erkennen

Frischen Spargel erkennen Sie an mehreren Merkmalen. Die Stangen sollten fest und prall sein und beim Aneinanderreiben leicht quietschen. Die Schnittenden sind bei frischer Ware feucht und glänzend, nicht trocken, holzig oder braun verfärbt. Ein einfacher Test: Drückt man auf das untere Ende, sollte etwas Saft austreten. Die Köpfe sollten fest geschlossen sein und nicht auseinanderfallen.

Ein weiterer guter Anhaltspunkt ist der Geruch. Frischer Spargel riecht angenehm mild und leicht nussig. Riecht er säuerlich oder unangenehm, lassen Sie besser die Finger davon. Beim Preis gilt: Sehr dünne oder krumme Stangen sind oft günstiger, eignen sich aber prima für Suppen, Risotto oder zum Anbraten, wo die perfekte Optik keine Rolle spielt.

Spargel richtig schälen und zubereiten

Weißen Spargel schälen wir immer komplett. Setzen Sie dazu knapp unterhalb des Kopfes an und ziehen den Sparschäler mit gleichmäßigem Druck bis zum unteren Ende durch. Rund um den Kopf ist die Schale zart, dort können Sie sparsam sein. Das untere, oft holzige Ende schneiden Sie ein bis zwei Zentimeter ab. Grünen Spargel schälen Sie nur im unteren Drittel oder schneiden lediglich die Enden weg.

Klassisch wird weißer Spargel in reichlich Wasser gegart. Wir geben etwas Salz, eine Prise Zucker und einen Spritzer Zitrone oder ein Stück Butter dazu. Je nach Dicke braucht der Spargel etwa 12 bis 18 Minuten, bis er bissfest ist. Ein guter Test: Lässt sich eine Stange leicht durchstechen, ist sie gar. Grüner Spargel gart schneller und schmeckt uns besonders gut aus der Pfanne oder vom Blech im Ofen mit etwas Olivenöl.

Übrigens ist auch roher, zarter grüner Spargel essbar, etwa fein gehobelt im Salat. Roher weißer Spargel schmeckt dagegen recht bitter und wird meist gegart bevorzugt. Aus den Schalen und Enden lässt sich ein aromatischer Sud kochen, der eine feine Basis für Spargelsuppe abgibt. So werfen Sie nichts weg.

Spargel lagern und aufbewahren

Am besten schmeckt Spargel frisch am Tag des Einkaufs. Müssen Sie ihn lagern, schlagen Sie die ungeschälten Stangen in ein feuchtes Tuch ein und legen sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. So hält weißer Spargel etwa zwei bis drei Tage, grüner ein bis zwei Tage. Wichtig ist, dass er nicht neben stark riechenden Lebensmitteln liegt, denn Spargel nimmt fremde Gerüche leicht an.

Wer größere Mengen kauft, kann Spargel auch einfrieren. Dafür schälen Sie ihn, schneiden die Enden ab und frieren ihn roh und ungekocht portionsweise ein. Gegart wird er später direkt aus dem gefrorenen Zustand, ohne vorheriges Auftauen, sonst wird er leicht matschig. So haben wir auch im Winter noch etwas vom Frühjahr im Haus.

Häufige Fragen zu Spargel

Wie viel wiegt eine Stange Spargel?
Eine mittlere Stange wiegt rund 65 Gramm, die Spanne reicht je nach Dicke von etwa 30 bis 100 Gramm. Ein Bund von 500 Gramm enthält ungefähr sieben bis zehn Stangen.
Wie viel Spargel rechnet man pro Person?
Als Hauptgericht plant man etwa 500 Gramm pro Person ein, als Beilage reichen 250 bis 300 Gramm. Beim weißen Spargel sollten Sie den Schälverlust von rund 10 bis 20 Prozent einkalkulieren.
Wann ist in Deutschland Spargelsaison?
Die heimische Saison beginnt je nach Wetter Mitte April und endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. In manchen Jahren gibt es bis Anfang Juli frischen Spargel.
Muss man grünen Spargel schälen?
Grüner Spargel muss nur im unteren Drittel dünn geschält werden, bei zarten Stangen genügt es, die Enden abzuschneiden. Weißer Spargel wird dagegen komplett geschält.
Kann man Spargel roh essen?
Zarter grüner Spargel lässt sich roh essen, etwa fein gehobelt im Salat. Roher weißer Spargel schmeckt recht bitter und wird meist gegart bevorzugt.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung: Spargel
  2. Nährwertrechner.de: Spargel frisch
  3. Utopia: Spargelzeit, Beginn und Ende der Saison
  4. Apotheken Umschau: Spargel, Nährwerte und Zubereitung

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.