Sellerie: Knolle und Stange, Gewicht, Nährwerte, Saison
Sellerie zählt bei uns zu den unterschätzten Klassikern der kalten Jahreszeit. Eine mittlere Knolle wiegt etwa 500 bis 800 Gramm, liefert aber nur rund 18 Kalorien je 100 Gramm. Wir zeigen, worin sich Knollen- und Stangensellerie unterscheiden, wie viel eine Sellerieknolle wiegt und warum das Gemüse auf jeder Zutatenliste gesondert auftauchen muss.
Knollensellerie oder Stangensellerie? Der Unterschied
Wenn im Herbst vom Sellerie die Rede ist, können zwei ganz unterschiedliche Gemüse gemeint sein. Botanisch gehören beide zur selben Art (Apium graveolens), gezüchtet wurden sie aber in verschiedene Richtungen. Beim Knollensellerie steht die dicke, runde Wurzelknolle im Mittelpunkt. Sie ist äußerlich hellbraun und knorrig, innen cremeweiß und fest. Man schält sie großzügig und verarbeitet das Fruchtfleisch. Knollensellerie ist der klassische Bestandteil von Suppengrün und die Basis für Pürees, Suppen und Rohkostsalate.
Der Stangensellerie, auch Staudensellerie oder Bleichsellerie genannt, bildet dagegen keine große Knolle aus. Genutzt werden hier die fleischigen, saftigen Blattstiele, die man als ganze Staude kauft. Sie schmecken frischer und milder, sind sehr knackig und eignen sich roh als Snack, im Salat oder als Basis für Fonds und Schmorgerichte. Daneben gibt es noch den Schnittsellerie, dessen würzige Blätter wie ein Kraut verwendet werden. Wer ein Rezept liest, sollte also kurz prüfen, welche Form gemeint ist, denn austauschbar sind Knolle und Stange nur bedingt.
Wie viel wiegt eine Sellerieknolle?
Eine mittelgroße Knollensellerie wiegt roh und ungeschält etwa 500 bis 800 Gramm. Nach oben und unten ist die Spanne aber groß: kleine Knollen bringen rund 300 Gramm auf die Waage, besonders große Exemplare können ein Kilo und mehr erreichen. Für die Küche wichtiger als das Rohgewicht ist der essbare Anteil, denn beim Schälen gehen je nach Knorrigkeit der Schale gut ein Fünftel bis ein Viertel verloren.
| Sellerie | Gewicht |
|---|---|
| Knollensellerie, klein | 300 bis 500 g |
| Knollensellerie, mittel | 500 bis 800 g |
| Knollensellerie, groß | 800 bis 1.200 g |
| Knollensellerie, mittel, geschält (essbar) | ca. 400 bis 600 g |
| Staudensellerie, ganze Staude | 400 bis 800 g |
| Staudensellerie, einzelne Stange | ca. 60 bis 125 g |
Für ein Suppengrün reicht schon ein Viertel bis ein Drittel einer mittleren Knolle. Wer die ganze Knolle anschneidet und nicht sofort verbraucht, kann den Rest gut in Frischhaltefolie im Kühlschrank aufheben. Die Schnittfläche verfärbt sich an der Luft leicht bräunlich, das lässt sich mit etwas Zitronensaft bremsen und ist geschmacklich unbedenklich.
Nährwerte: Was in Sellerie steckt
Sellerie ist ausgesprochen kalorienarm. Knollensellerie kommt roh auf nur etwa 18 Kilokalorien je 100 Gramm, was am hohen Wasseranteil von rund 90 Prozent liegt. Gleichzeitig liefert sie eine ordentliche Portion Ballaststoffe. Stangensellerie ist mit noch weniger Kalorien sogar das leichtere der beiden Gemüse.
An Mineralstoffen liefert Sellerie vor allem Kalium. Dazu kommen kleinere Mengen an Vitamin C und Folat. Vitamin C trägt laut zugelassener EU-Angabe zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, wobei Sellerie hier kein Spitzenlieferant ist. Charakteristisch ist eher das Aroma: Die ätherischen Öle geben dem Gemüse seinen typisch würzigen, leicht herben Geschmack, der Suppen und Fonds ihre Tiefe verleiht.
Die folgenden Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohen, essbaren Knollensellerie. Beim Garen ändern sich die Nährwerte kaum, ein Teil des hitzeempfindlichen Vitamin C geht beim Kochen allerdings verloren. Wer die Kochbrühe mitverwendet, fängt zumindest die wasserlöslichen Anteile wieder auf.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil, roher Knollensellerie |
|---|---|
| Wasser | ca. 90 g |
| Ballaststoffe | ca. 4 g |
| Kalium | ca. 320 mg |
| Vitamin C | ca. 8 mg |
| Folat | ca. 12 µg |
| Calcium | ca. 68 mg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,3 g (15%)
- Eiweiß 1,6 g (35%)
- Kohlenhydrate 2,3 g (50%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Knollensellerie frisch
Saison: Wann es Sellerie gibt
Knollensellerie ist ein typisches Herbst- und Wintergemüse. Nach dem Saisonkalender läuft das Freilandangebot in Deutschland etwa von Juni bis November, die Haupternte der großen Lagerknollen fällt dabei in den Herbst. Weil sich die Knolle hervorragend lagern lässt, gibt es heimische Ware anschließend als Lagergemüse bis ins Frühjahr hinein, also bis etwa März. Damit deckt regionaler Sellerie fast die gesamte kalte Jahreszeit ab, ohne dass Importe nötig sind.
Stangensellerie hat seine deutsche Freilandsaison eher von Juli bis Oktober, ist ganzjährig aber auch als Importware im Handel. Wer Wert auf kurze Wege legt, kauft die Knolle also im Winter mit gutem Gewissen frisch vom Feld oder aus dem Lager.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Nach dem Alnatura-Saisonkalender liegt das Freilandangebot des Knollenselleries etwa von Juni bis November, mit der Haupternte der großen Lagerknollen im Herbst. Danach folgt heimische Lagerware bis in den März. Stangensellerie hat seine Freilandsaison von Juli bis Oktober.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf greifen wir zu einer festen, möglichst schweren Knolle. Fühlt sie sich im Verhältnis zur Größe leicht an oder gibt sie auf Druck nach, ist sie oft innen holzig oder hohl. Ein paar anhaftende Erdreste sind kein Nachteil, im Gegenteil, sie schützen die Knolle. Große Knollen mit vielen Hohlräumen und braunen Stellen im Kern lässt man besser liegen.
Gelagert hält sich Knollensellerie erstaunlich lange. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt sie mehrere Wochen frisch, in einem kühlen, feuchten Keller sogar mehrere Monate. Angeschnittene Knollen wickelt man gut ein und verbraucht sie zügig. Stangensellerie ist empfindlicher: Er hält am besten in ein feuchtes Tuch geschlagen im Kühlschrank und wird offen liegend schnell welk.
Sellerie in der Küche: roh und gekocht
Beide Sellerie-Arten kann man roh essen. Knollensellerie schmeckt fein geraspelt im Rohkostsalat, klassisch als Waldorfsalat mit Apfel und Walnuss oder als Selleriesalat mit Remoulade. Gekocht wird die Knolle vielseitig: als samtiges Püree, in der Suppe, als Ofengemüse in Spalten oder als panierte Scheibe nach Schnitzelart. Als Teil des Suppengrüns gibt sie Brühen und Eintöpfen eine würzige Grundnote.
Stangensellerie punktet vor allem roh. Die knackigen Stangen sind ein beliebter Snack zu Dips, machen sich im grünen Salat gut und lassen sich zu Saft oder Smoothie verarbeiten. Angebraten oder geschmort verliert er einen Teil seiner Schärfe und wird milder. Die zarten Blätter beider Arten muss man nicht wegwerfen, sie eignen sich fein gehackt wie ein Kraut zum Würzen.
Achtung Allergen: Sellerie ist kennzeichnungspflichtig
Sellerie ist eines der 14 Hauptallergene, die in der EU nach der Lebensmittelinformationsverordnung gekennzeichnet werden müssen. Auf verpackten Lebensmitteln taucht er deshalb in der Zutatenliste immer gesondert hervorgehoben auf, zum Beispiel in Fettschrift oder Großbuchstaben. Für Menschen mit einer Sellerieallergie ist das wichtig, weil schon kleine Mengen Beschwerden auslösen können.
Die Tücke liegt darin, dass Sellerie oft versteckt vorkommt. Er steckt häufig in Gewürz- und Kräutermischungen, in Brühwürfeln, Soßen, Fertiggerichten und Feinkostsalaten, wo man ihn nicht unbedingt vermutet. Bei loser, unverpackter Ware, etwa an der Theke oder im Restaurant, gilt die Kennzeichnungspflicht ebenfalls, hier fragt man im Zweifel nach oder achtet auf den Allergenhinweis in der Speisekarte. Mehr Hintergrund liefern das Bayerische Landesamt für Gesundheit und die Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen zu Sellerie
Wie viel wiegt eine mittlere Knollensellerie?
Was ist der Unterschied zwischen Knollen- und Stangensellerie?
Kann man Sellerie roh essen?
Warum muss Sellerie gekennzeichnet werden?
Wie lange hält sich Knollensellerie?
Quellen
- Nährwertrechner.de: Knollensellerie frisch
- LGL Bayern: Sellerie als Allergen
- Verbraucherzentrale NRW: Kennzeichnung von Allergenen
- Alnatura Saisonkalender: Sellerie-Saison
- BMLEH: Allergenkennzeichnung ist Pflicht
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.