Rotkohl: Gewicht, Nährwerte, Farbe und Saison
Ein durchschnittlicher Rotkohlkopf wiegt bei uns meist rund 1 bis 1,5 Kilogramm, im Handel finden Sie Köpfe von etwa 0,5 bis 2,5 Kilogramm. Rotkohl, Blaukraut oder Rotkraut: Es ist ein und dasselbe Gemüse, das je nach Zubereitung seine Farbe wechselt. Wir haben die wichtigsten Fakten zu Gewicht, Nährwerten, Farbe und Saison für Sie zusammengetragen.
Rotkohl, Blaukraut oder Rotkraut? Ein Kohl, viele Namen
Wer schon einmal in Süddeutschland zu Weihnachten zu Gast war, kennt das kleine Sprachverwirrspiel: Was im Norden Rotkohl heißt, nennt man im Süden und in Österreich Blaukraut oder Rotkraut. Botanisch handelt es sich immer um dieselbe Pflanze, eine Unterart des Gemüsekohls (Brassica oleracea var. capitata f. rubra). Der Kopf besteht aus fest übereinanderliegenden Blättern und ist eng mit Weiss- und Spitzkohl verwandt.
Die verschiedenen Namen kommen nicht von ungefähr, denn die Farbe des Kohls schwankt tatsächlich zwischen Rot, Violett und Blau. Warum das so ist, schauen wir uns weiter unten genauer an. Bei uns zu Hause gehört Rotkohl fest zum Winterhalbjahr und ist neben Klössen und Braten einer der Klassiker auf dem Festtagsteller.
Wie viel wiegt ein Rotkohl?
Ein mittlerer Rotkohlkopf wiegt etwa 1 bis 1,5 Kilogramm, kleine Köpfe bringen rund 0,5 bis 0,8 Kilogramm auf die Waage, große bis zu 2,5 Kilogramm. Speziell für die Verarbeitung gezüchtete Lagersorten können sogar noch schwerer werden. Für die Küche rechnen wir pro Person meist mit etwa 200 Gramm rohem Rotkohl als Beilage.
| Größe / Portion | Gewicht |
|---|---|
| kleiner Kopf | 500 bis 800 g |
| mittlerer Kopf | 1 bis 1,5 kg |
| großer Kopf | 2 bis 2,5 kg |
| halber Kopf (mittel) | ca. 600 g |
| Portion roh je Person | ca. 200 g |
Beim Putzen fallen die welken äußeren Blätter und der harte Strunk weg. Als Faustregel bleiben davon rund 80 bis 90 Prozent des Kopfgewichts als essbarer Anteil übrig. Von einem mittleren Kopf von 1,2 Kilogramm können Sie also gut ein Kilogramm verputzten Rotkohl erwarten.
Warum Rotkohl mal rot und mal blau ist
Die kräftige Farbe verdankt Rotkohl seinen Anthocyanen, das sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide. Das Besondere: Diese Farbstoffe reagieren auf den Säuregrad ihrer Umgebung, also den pH-Wert. Im sauren Milieu erscheinen sie eher rot, im neutralen bis leicht basischen eher blau bis violett.
Genau das nutzt man in der Küche: Wer beim Kochen einen Schuss Essig oder säuerliche Apfelstücke zugibt, bekommt ein leuchtend rotes Ergebnis. Ohne Säure, etwa mit kalkhaltigem Wasser oder einer Prise Natron, kippt die Farbe ins Bläuliche, daher der Name Blaukraut. Sogar der Boden spielt mit: Auf sauren Böden wächst der Kohl tendenziell röter, auf kalkhaltigen bläulicher. In Schulversuchen dient Rotkohlsaft deshalb gern als natürlicher pH-Indikator, wie zum Beispiel SimplyScience anschaulich zeigt.
Nährwerte: Was in Rotkohl steckt
Rotkohl ist ein typisches Wintergemüse: kalorienarm, wasserreich und mit einer ordentlichen Portion Ballaststoffe. Roh liefern 100 Gramm nur rund 23 Kilokalorien. Gleichzeitig steckt reichlich Vitamin C darin, mit etwa 50 Milligramm je 100 Gramm gehört Rotkohl zu den guten pflanzlichen Vitamin-C-Quellen.
Nach den Angaben des Nährwertrechners enthält frischer Rotkohl neben Vitamin C auch Kalium und Folat. Vitamin C trägt laut den zugelassenen Angaben der EU zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Beim langen Garen sinkt der Vitamin-C-Gehalt allerdings deutlich, wer davon möglichst viel behalten möchte, verarbeitet einen Teil roh als Salat oder gart nur kurz.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil (roh) |
|---|---|
| Wasser | 91 g |
| Ballaststoffe | 3 g |
| Vitamin C | 50 mg |
| Kalium | 266 mg |
| Folat | 39 µg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,2 g (7%)
- Eiweiß 2,0 g (31%)
- Kohlenhydrate 4,0 g (62%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Rotkohl frisch
Saison und Herkunft
Rotkohl ist ein Paradebeispiel für saisonale, heimische Kost. Die Freilandernte in Deutschland läuft vor allem von September bis November. Frühe Sorten gibt es schon ab dem Sommer, sie sind zarter und eignen sich gut für Rohkost. Die Hauptmenge wird jedoch als Lagerkohl geerntet.
Weil sich die festen Köpfe hervorragend kühl lagern lassen, ist heimischer Rotkohl praktisch das ganze Winterhalbjahr bis ins Frühjahr verfügbar. Das macht ihn zu einem der zuverlässigsten regionalen Gemüse in der kalten Jahreszeit, wenn das frische Angebot sonst schmaler wird. Einen guten Überblick zur Verfügbarkeit bietet der Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Freilandernte in Deutschland vor allem September bis November, als Lagerkohl den ganzen Winter bis ins Frühjahr erhältlich.
Einkauf, Lagerung und Vorbereitung
Ein frischer Rotkohl fühlt sich fest und schwer an, die äußeren Blätter liegen glatt an und zeigen keine welken oder braunen Stellen. Je praller der Kopf, desto besser. Ganze Köpfe halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks mehrere Wochen, ein kühler Keller tut es ebenfalls. Angeschnittene Hälften wickeln wir in Folie oder ein Bienenwachstuch und verbrauchen sie innerhalb weniger Tage.
Zum Vorbereiten entfernen Sie die welken Außenblätter, vierteln den Kopf und schneiden den harten Strunk keilförmig heraus. Danach lässt sich der Rotkohl in feine Streifen hobeln oder schneiden. Ein kleiner Tipp aus unserer Küche: Der Farbstoff färbt ab, deshalb arbeiten wir auf einem gut abwaschbaren Brett und tragen bei großen Mengen Handschuhe.
In der Küche: roh und gegart
Klassisch wird Rotkohl geschmort, oft mit Apfel, Zwiebel, etwas Essig, Lorbeer, Nelke und Wacholder. Durch die Säure bleibt er schön rot und bekommt seinen typisch süß-sauren Geschmack. Als Beilage zu Braten, Ente oder Gans ist er bei uns fester Bestandteil des Weihnachtsessens. Wer es schneller mag, greift zu Rotkohl aus dem Glas und verfeinert ihn mit frischem Apfel und Gewürzen.
Fein gehobelt macht Rotkohl aber auch roh als knackiger Wintersalat eine gute Figur, etwa mit Apfel, Walnuss und einem Dressing aus Öl und Essig. Roh sollten Sie ihn möglichst dünn schneiden und ihn vor dem Anmachen kurz durchkneten oder ziehen lassen, dann wird er bekömmlicher und weniger fest. Wie alle Kohlarten kann Rotkohl in größeren Mengen blähend wirken, Gewürze wie Kümmel, Fenchel oder Wacholder helfen erfahrungsgemäß.
Häufige Fragen zu Rotkohl
Wie viel wiegt ein Rotkohl?
Wie viel Rotkohl brauche ich pro Person?
Ist Rotkohl dasselbe wie Blaukraut?
Warum wird Rotkohl beim Kochen mal rot, mal blau?
Wann hat Rotkohl in Deutschland Saison?
Quellen
- Nährwertrechner.de: Rotkohl frisch
- Bundeszentrum für Ernährung: Der Saisonkalender
- Geerntet in Deutschland: Rotkohl
- SimplyScience: Rotkohl als Indikator
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.