Vegetarische Weihnachtsgerichte: Ideen und Rezepte
Ein festliches Weihnachtsessen braucht keinen Gänsebraten. Wir zeigen Ihnen unsere liebsten vegetarischen Weihnachtsgerichte: von einem saftigen Nussbraten als Braten-Alternative über klassischen Apfelrotkohl bis zum kompletten Menü. Alle Rezepte sind bei uns zuhause erprobt und gut nachzukochen.
Warum vegetarisch zu Weihnachten oft die schönere Wahl ist
Wenn bei uns die ganze Familie am Tisch sitzt, essen längst nicht mehr alle Fleisch. Statt für die einen Gans und für die anderen nur Beilagen zu kochen, stellen wir das Festessen inzwischen komplett vegetarisch auf. Der Vorteil: Es muss niemand außen vor bleiben, und ehrlich gesagt vermisst am Ende des Abends kaum jemand den Braten.
Vegetarisch heißt dabei nicht weniger festlich. Ein gut gewürzter Nussbraten, cremiges Kartoffelpüree, selbst geschmorter Rotkohl und eine kräftige Bratensauce fühlen sich genauso nach Weihnachten an wie das klassische Menü. Wichtig ist vor allem, dass ein Gericht als Mittelpunkt auf dem Teller steht, um das herum sich die Beilagen gruppieren.
Ein weiterer Punkt, den wir schätzen: Viele vegetarische Hauptgerichte lassen sich gut vorbereiten. Der Nussbraten etwa gelingt am ruhigsten, wenn er schon am Vortag geformt wird. So bleibt am Heiligabend mehr Zeit für die Familie statt für die Küche.
Die beliebtesten Braten-Alternativen im Überblick
Bevor wir zum ausführlichen Rezept kommen, hier ein kurzer Überblick, welche Gerichte sich als festliches Herzstück eignen. So finden Sie die Variante, die zu Ihrem Geschmack und Ihrem Zeitbudget passt.
Alle diese Optionen kommen mit den klassischen Weihnachtsbeilagen wunderbar zurecht. Uns hat sich der Nussbraten als zuverlässiger Favorit herauskristallisiert, weil er sich gut vorbereiten lässt und auch weniger geübten Köchinnen und Köchen gelingt.
- Nussbraten: herzhafter Laib aus Nüssen, Maronen, Reis und Pilzen, der in der Kastenform gebacken wird und sich in Scheiben schneiden lässt.
- Gemüse-Wellington: Blätterteigstrudel, klassisch mit Roter Bete, Pilzen oder Kürbis gefüllt, optisch ein echter Hingucker.
- Gefülltes Ofengemüse: ausgehöhlter Kürbis, dicke Portobello-Pilze oder Paprika, gefüllt mit Getreide, Käse und Kräutern.
- Ganzer Blumenkohl aus dem Ofen: im Ganzen gebacken nimmt er Gewürze gut auf und bekommt eine goldene Kruste.
- Semmel- oder Spinatknödel mit Pilzrahm: eher bodenständig, aber sehr weihnachtlich und schnell gemacht.
Unser Nussbraten: Zutaten für 6 Portionen
Dieser Nussbraten ist unser Klassiker als Braten-Alternative. Er ist innen saftig, außen leicht knusprig und lässt sich sauber in Scheiben schneiden. Die Mengen reichen für eine Kastenform von etwa 25 Zentimetern Länge und ergeben sechs gute Portionen. Das Rezept ist von Natur aus vegan, mit Butter in der Sauce wird es vegetarisch.
Tipp aus unserer Küche: Die gegarten Maronen bekommen Sie im Winter vorgekocht und vakuumiert in fast jedem Supermarkt. Das spart viel Puhlarbeit.
- 200 g brauner Reis (roh gewogen)
- 200 g gegarte Maronen (Esskastanien)
- 90 g Walnusskerne
- 200 g braune Champignons
- 100 g Karotten
- 1 große Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 50 g geschrotete Leinsamen
- 50 g Speisestärke
- 2 EL neutrales Pflanzenöl
- 1 EL Balsamico-Essig
- 3 bis 4 EL Sojasauce
- 1 EL gehackter Rosmarin, Salz und Pfeffer
So gelingt der Nussbraten Schritt für Schritt
Planen Sie inklusive Backzeit gut zwei Stunden ein, da der braune Reis etwas Zeit zum Garen braucht. Wichtig ist, den fertigen Braten vor dem Anschneiden vollständig auskühlen zu lassen, damit die Scheiben nicht zerfallen. Am Festtag wärmen wir ihn dann nur noch kurz im Ofen auf.
- Den Reis waschen und in etwa 800 ml Wasser rund 30 Minuten weich köcheln, bis er gar ist, dann einen kräftigen Schuss Sojasauce unterrühren.
- Die geschroteten Leinsamen mit 60 ml Wasser verrühren und quellen lassen, bis eine gelartige Masse entsteht.
- Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Champignons klein würfeln.
- Das Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig anschwitzen, die Pilze dazugeben, kräftig anbraten und mit dem Balsamico ablöschen.
- Walnüsse grob hacken und die Karotten fein reiben.
- Maronen zerbröseln und mit gekochtem Reis, Leinsamen-Gel, Nüssen, Karotten und der Pilzmischung in einer großen Schüssel vermengen. Mit Speisestärke, Rosmarin, Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die Masse in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen, fest andrücken und die Oberfläche mit etwas Sojasauce bestreichen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze etwa 1 Stunde backen, bis die Oberfläche fest und goldbraun ist.
- Den Braten mindestens 20 Minuten ruhen lassen, dann aus der Form heben und in Scheiben schneiden.
Apfelrotkohl: die klassische Beilage
Ohne Rotkohl wäre Weihnachten bei uns nur halb so festlich. Selbst geschmort schmeckt er deutlich besser als aus dem Glas, und die Küche duftet wunderbar nach Nelke und Zimt. Die folgenden Mengen ergeben eine große Schüssel für sechs Personen.
Zutaten: 1 Rotkohl (etwa 1 kg), 2 säuerliche Äpfel, 1 Zwiebel, 3 EL Butter, 4 EL Rotweinessig, 2 EL Zucker, 2 Gewürznelken, 1 Lorbeerblatt, 1 Prise Zimt sowie Salz. Wer mag, gibt einen Schuss Rotwein oder Johannisbeergelee dazu.
Und so gehen wir vor:
- Den Rotkohl vierteln, den Strunk herausschneiden und den Kohl in feine Streifen hobeln oder schneiden.
- Die Äpfel schälen und in Würfel schneiden, die Zwiebel fein hacken.
- Butter in einem großen Topf schmelzen, die Zwiebel darin andünsten, dann Kohl und Apfel zugeben.
- Mit Essig, Zucker und Gewürzen würzen, alles gut vermengen und einen Schuss Wasser oder Rotwein angießen.
- Zugedeckt bei niedriger bis mittlerer Hitze 60 bis 75 Minuten schmoren, dabei gelegentlich umrühren.
- Zum Schluss mit Salz und bei Bedarf etwas mehr Zucker oder Essig abschmecken, Nelke und Lorbeer entfernen.
Weitere Beilagen, die zum Fest passen
Ein festliches Menü lebt von der Kombination. Zum Nussbraten und Rotkohl passen bei uns vor allem stärkehaltige Beilagen, die die Sauce gut aufnehmen. Sie müssen nicht alles selbst machen, gerade Knödel aus der Packung sind an einem vollen Kochtag völlig in Ordnung.
Diese Beilagen haben sich bei uns bewährt:
- Kartoffel- oder Semmelknödel als klassischer Sattmacher zur Sauce.
- Cremiges Kartoffelpüree, das sich als Herzoginnenkartoffeln mit der Sterntülle auch festlich anrichten lässt.
- Dillkartoffeln: gepellte Kartoffeln mit frischem Dill und etwas Butter.
- Geschmorter Rosenkohl mit gerösteten Maronen oder Mandeln.
- Eine kräftige vegetarische Bratensauce aus Wurzelgemüse, Tomatenmark und einem Schuss Rotwein.
Menü-Ideen für den ganzen Abend
Damit der Heiligabend rund wird, planen wir gerne ein kleines Drei-Gänge-Menü. So muss der Hauptgang nicht alles allein stemmen, und die Gäste haben von Anfang an das Gefühl, verwöhnt zu werden. Wichtig ist, die Gänge nicht zu schwer aufzubauen, damit am Ende noch Platz für das Dessert bleibt.
Als Vorspeise eignen sich eine cremige Maronensuppe, ein Feldsalat mit gebratenen Pilzen oder gebackener Ziegenkäse auf Feigen. Alle drei lassen sich weitgehend vorbereiten und brauchen kurz vor dem Servieren nur wenige Handgriffe.
Beim Dessert bleiben wir gern klassisch weihnachtlich: Bratapfel mit Vanillesauce, ein Lebkuchen-Mousse oder Zimtparfait. Wer es leichter mag, serviert einfach ein Kompott aus Winterobst mit etwas Sahne. So endet der Abend süß, ohne zu beschweren.
Ein letzter Rat aus Erfahrung: Schreiben Sie sich am Vortag einen kleinen Zeitplan, wann welches Gericht in den Ofen oder auf den Herd muss. Gerade bei mehreren Gängen hilft das ungemein, entspannt zu bleiben.
Häufige Fragen zu Vegetarische Weihnachtsgerichte
Was kann man an Weihnachten statt Fleisch essen?
Kann man den Nussbraten schon am Vortag vorbereiten?
Welche Beilagen passen zu einem vegetarischen Weihnachtsessen?
Ist der Nussbraten vegan oder vegetarisch?
Wie viele Gänge braucht ein weihnachtliches Menü?
Quellen
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.