Rettich: scharf, kalorienarm und vielseitig
Ein klassischer weißer Bierrettich wiegt roh und ungeschält meist 250 bis 350 Gramm. Er bringt viel Würze auf wenig Kalorien mit, denn 100 Gramm liefern nur rund 14 Kilokalorien. In unserer Familie landet er im Herbst und Winter regelmäßig auf dem Brotzeitbrett, fein gehobelt und leicht gesalzen.
Rettich im Überblick
Rettich (Raphanus sativus) gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist damit ein naher Verwandter von Radieschen, Meerrettich, Kohl und Senf. Sein typisch scharfes Aroma teilt er mit vielen dieser Verwandten, denn es stammt aus derselben Stoffgruppe. Die Wurzel wird je nach Sorte kugelrund, länglich oder walzenförmig und zeigt sich in Weiß, Rot, Violett oder tiefem Schwarz.
In Deutschland ist der weiße Sommerrettich am bekanntesten, in Bayern liebevoll Radi genannt. Er begleitet dort traditionell die Brotzeit und das Bier, weshalb kräftige Sorten wie der Münchner Bier-Rettich einen Namen haben. Im Winterhalbjahr übernimmt der schwarze Winterrettich, der länger lagerfähig und meist noch etwas schärfer ist.
Uns gefällt am Rettich, dass er wenig Aufwand macht und trotzdem Abwechslung bringt. Roh gehobelt, in Scheiben, geraspelt im Salat oder gedünstet als Beilage: Das Wurzelgemüse passt zu vielen Gerichten und ist dabei sehr kalorienarm.
Wie viel wiegt ein Rettich?
Ein mittelgroßer weißer Rettich, wie man ihn als klassischen Bierrettich kennt, wiegt roh und ungeschält rund 250 bis 350 Gramm. Kleinere Exemplare bringen etwa 150 bis 200 Gramm auf die Waage, besonders große oder lange Sorten wie der asiatische Daikon können dagegen 500 Gramm bis zu einem Kilogramm erreichen.
Beim Schälen und Entfernen der Enden gehen ungefähr 10 Prozent verloren, sodass vom essbaren Anteil etwa 90 Prozent des Rohgewichts übrig bleiben. Wer ein Rezept mit fester Grammangabe kocht, kann sich gut an den folgenden Durchschnittswerten orientieren.
| Sorte / Größe | Gewicht |
|---|---|
| kleiner weißer Rettich | ca. 150 bis 200 g |
| mittlerer weißer Rettich (Bierrettich) | ca. 250 bis 350 g |
| großer weißer Rettich / Daikon | ca. 500 bis 1000 g |
| schwarzer Winterrettich | ca. 200 bis 400 g |
| essbarer Anteil (geschält) | ca. 90 % des Rohgewichts |
Die Werte sind Richtgrößen: Anbau, Sorte und Erntezeitpunkt lassen die Wurzeln unterschiedlich groß ausfallen. Laut Warenkunde können einzelne Rettiche bei einem Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern sogar rund 1000 Gramm wiegen.
Weiß, schwarz und Bier-Rettich: die wichtigsten Sorten
Der weiße Sommerrettich ist die in Deutschland verbreitetste Form. Er schmeckt aromatisch, würzig und je nach Sorte mild bis kräftig scharf. Der berühmte Münchner Bier-Radi gehört hierher und wird gern spiralförmig aufgeschnitten, gesalzen und zur Brotzeit gereicht.
Der schwarze Winterrettich trägt eine dunkle, raue Schale und ein weißes Fruchtfleisch. Er ist in der Regel schärfer als die weißen Sorten und lässt sich lange lagern. Laut Bundeszentrum für Ernährung hat er von etwa November bis Februar Hauptsaison. Vor der Zubereitung schält man ihn, da die Schale sehr fest ist.
Daneben gibt es rote und violette Rettiche sowie den langen, milden Daikon aus der asiatischen Küche. Rote Sorten ähneln optisch großen Radieschen, sind aber ebenfalls Rettiche. Für den Rohverzehr im Salat greifen wir gern zu den milderen Varianten, während der schwarze Rettich seine Stärke beim Würzen ausspielt.
Nährwerte von Rettich
Rettich besteht zu rund 94 Prozent aus Wasser und ist entsprechend kalorienarm. 100 Gramm liefern nur etwa 14 Kilokalorien, dazu kaum Fett und wenig Kohlenhydrate. Gleichzeitig steckt eine ordentliche Portion Ballaststoffe darin.
An Vitaminen fällt vor allem Vitamin C auf: Mit etwa 27 Milligramm je 100 Gramm decken bereits rund 200 Gramm Rettich einen guten Teil des Tagesbedarfs. Der zugelassene EU-Health-Claim dazu lautet: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. An Mineralstoffen bringt Rettich unter anderem Kalium, Calcium und Magnesium mit.
Die folgenden Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohen, essbaren Anteil und stammen aus dem Nährwertrechner. Je nach Sorte und Herkunft können die Zahlen leicht schwanken.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil (roh) |
|---|---|
| Wasser | 94 g |
| Ballaststoffe | 3 g |
| Vitamin C | 27 mg |
| Kalium | 322 mg |
| Calcium | 33 mg |
| Magnesium | 15 mg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,2 g (10%)
- Eiweiß 1,0 g (30%)
- Kohlenhydrate 2,0 g (60%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Rettich frisch
Saison und Einkauf
Rettich aus deutschem Anbau bekommen Sie über weite Teile des Jahres. Der weiße Sommerrettich hat laut Alnatura-Saisonkalender vor allem von Juni bis September großes Freilandangebot, mit Ausläufern im Mai und Oktober. Der schwarze Winterrettich kommt anschließend aus dem Lager und überbrückt die kalte Jahreszeit bis in den Februar.
Beim Einkauf achten wir auf feste, pralle Wurzeln mit unversehrter, glatter Schale und möglichst frischem Grün, falls noch Blätter dran sind. Weiche Stellen, Risse oder ein schrumpeliges Äußeres deuten auf längere Lagerung hin. Ein frischer Rettich fühlt sich schwer an und gibt auf Druck kaum nach.
Wer die Bitterschärfe prüfen möchte: Ganz junge, zart geerntete Rettiche sind meist milder, sehr große und überreife Exemplare können innen holzig oder pelzig werden. Kaufen Sie im Zweifel lieber zwei kleinere als einen überdimensionierten Rettich.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Weißer Sommerrettich hat von Juni bis September Freiland-Hochsaison (mit Ausläufern im Mai und Oktober). Der schwarze Winterrettich kommt aus dem Lager und überbrückt die Monate November bis Februar. Im März und April ist das heimische Angebot am dünnsten.
Quelle: Alnatura Saisonkalender: Rettich
Rettich richtig lagern
Am längsten hält sich Rettich im Gemüsefach des Kühlschranks. Ungewaschen und in ein feuchtes Tuch gewickelt bleibt ein schwarzer Winterrettich dort bis zu 14 Tage frisch. Der zartere weiße Sommerrettich sollte eher innerhalb einer Woche verbraucht werden, da er schneller weich wird.
Falls noch Blätter am Rettich sitzen, drehen wir sie vor dem Lagern ab. Das Grün entzieht der Wurzel sonst Feuchtigkeit, und sie wird rascher schlaff. Angeschnittene Rettiche schlagen Sie am besten in Frischhaltefolie ein und lagern sie ebenfalls kühl.
Ist ein Rettich doch etwas weich geworden, lässt er sich häufig noch retten: Ein paar Stunden in kaltem Wasser machen ihn wieder knackiger. Für die rohe Brotzeit eignet er sich dann zwar weniger, zum Dünsten oder für die Suppe ist er aber noch bestens.
Rettich in der Küche zubereiten
In den meisten Fällen wird Rettich geschält und anschließend fein geraspelt, in dünne Scheiben gehobelt oder in Streifen geschnitten. Roh macht er sich im Salat, als knackiges Topping oder eben klassisch gesalzen zur Brotzeit gut. Eine bayerische Spezialität ist der spiralig aufgeschnittene Radi, der leicht gesalzen etwas Flüssigkeit zieht und dadurch milder und bekömmlicher wird.
Wer die Schärfe dämpfen möchte, salzt den gehobelten Rettich und lässt ihn einige Minuten ziehen. Das entzieht Wasser und nimmt der Schärfe die Spitze. Auch gedünstet oder kurz angebraten verliert Rettich an Biss und schmeckt dann milder, etwa als Beilage zu Fisch und Fleisch oder in einer klaren Suppe.
In der asiatischen Küche wird Daikon zudem eingelegt, fermentiert oder in Brühen mitgekocht. Bei uns wandert der Rettich gern zusammen mit Apfel und einem Klecks Joghurt in einen frischen Rohkostsalat. So bekommt die Schärfe eine leicht süßliche Gegenspielerin.
Scharfe Senföle und was Sie beachten sollten
Die typische Schärfe des Rettichs stammt von sekundären Pflanzenstoffen, den Senfölglykosiden (Glucosinolaten). Sie werden erst freigesetzt, wenn das Gewebe beim Schneiden oder Kauen verletzt wird. Deshalb schmeckt ein frisch gehobelter Rettich schärfer als einer, der schon eine Weile liegt. Neben Bitterstoffen prägen diese Senföle das kräftige Aroma.
Rettich gilt als gut verträgliches Gemüse. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte große Mengen roh vielleicht nicht auf nüchternen Magen essen, da die Schärfe reizen kann. Salzen oder kurzes Garen macht ihn milder und bekömmlicher. Für die meisten Menschen ist eine normale Portion völlig unproblematisch.
Rettichblätter sind übrigens essbar und lassen sich wie Kräuter oder milder Spinat verwenden, solange sie frisch und unversehrt sind. Wichtig ist nur, sie gründlich zu waschen. Die Wurzel selbst braucht keine besondere Vorsichtsmaßnahme außer dem Schälen bei festen Schalen wie beim schwarzen Winterrettich.
Häufige Fragen zu Rettich
Wie viel wiegt ein mittlerer Rettich?
Wie viele Kalorien hat Rettich?
Wann hat Rettich Saison?
Warum ist Rettich so scharf?
Muss man Rettich schälen?
Quellen
- Nährwertrechner.de: Rettich frisch
- Bundeszentrum für Ernährung: Schwarzer Rettich
- Alnatura Saisonkalender: Rettich-Saison
- Kaufland Lebensmittellexikon: Rettich
- Lebensmittel-Warenkunde: Rettich
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.