Pfirsich: Gewicht, Nährwerte und Saison

Kategorie: Lebensmittel

Ein mittelgroßer Pfirsich wiegt mit Kern rund 120 bis 150 Gramm, davon sind etwa 90 Prozent essbares Fruchtfleisch. Das saftige Steinobst besteht zu knapp 87 Prozent aus Wasser und liefert je 100 Gramm nur etwa 41 Kalorien. Wir zeigen Ihnen Gewichte, Nährwerte, die deutsche Saison und wie Sie reife Früchte erkennen und richtig lagern.

Pfirsich im Überblick

Der Pfirsich (botanisch Prunus persica) gehört wie Kirsche, Aprikose und Pflaume zum Steinobst. Kennzeichnend sind die samtige, oft leicht flaumige Haut und das saftige Fruchtfleisch, das je nach Sorte weiß oder gelb ausfällt. In der Mitte sitzt ein einziger, tief gefurchter Steinkern. Ursprünglich stammt die Frucht aus China, wo sie seit Jahrtausenden kultiviert wird. Der Artname persica verweist auf Persien, über das der Pfirsich einst nach Europa gelangte.

Bei uns zu Hause gehört eine Schale reifer Pfirsiche zum Hochsommer einfach dazu. Kaum ein anderes Obst schmeckt so nach Sonne, und kaum eines ist so empfindlich: Ein zu fester Pfirsich bleibt fade, ein zu reifer bekommt schnell Druckstellen. Genau dieser schmale Reifegrad macht den Einkauf zur kleinen Kunst, auf die wir weiter unten noch eingehen.

Eng verwandt ist die Nektarine. Sie ist keine Kreuzung, sondern eine glatthäutige Variante des Pfirsichs, die durch eine natürliche Genveränderung entstanden ist. Beide unterscheiden sich vor allem in der Haut: pelzig beim Pfirsich, glatt bei der Nektarine.

Wie viel wiegt ein Pfirsich?

Ein durchschnittlicher, mittelgroßer Pfirsich wiegt mit Kern etwa 120 bis 150 Gramm. Nach dem Entfernen des Steins bleiben rund 90 Prozent als essbares Fruchtfleisch übrig, also grob 110 bis 135 Gramm. Der Kern selbst schlägt je nach Größe mit etwa 8 bis 15 Gramm zu Buche. Kleine Früchte bringen es auf rund 100 Gramm, besonders große Exemplare können bis zu 300 Gramm erreichen.

Ungefähre Gewichte je Pfirsich nach Größe
GrößeGewicht mit Kernessbarer Anteil
kleinca. 100 gca. 90 g
mittel120 bis 150 g110 bis 135 g
großbis zu 300 gbis ca. 270 g
Plattpfirsich (Weinbergpfirsich-Typ)60 bis 90 g55 bis 80 g

Die Werte schwanken mit Sorte, Reife und Herkunft. Früchte aus dem Freiland fallen oft etwas kleiner, dafür aromatischer aus als kalibrierte Ware aus dem großflächigen Anbau. Wenn Sie für ein Rezept eine bestimmte Menge Fruchtfleisch brauchen, rechnen wir grob mit zwei mittleren Pfirsichen je 250 Gramm.

Weiß- oder gelbfleischig: die Sorten

Grob teilt man Pfirsiche nach der Farbe des Fruchtfleisches ein. Gelbfleischige Sorten sind säuerlich-fruchtig und aromatisch, sie dominieren den Handel. Weißfleischige Pfirsiche schmecken meist milder, süßer und blumiger, sind aber druckempfindlicher und deshalb seltener im Supermarkt zu finden.

Eine eigene Gruppe bilden die flachen Platt- oder Scheibenpfirsiche, die auch als Weinbergpfirsich- oder Paraguayo-Typ bekannt sind. Sie sind klein, süß und haben einen sehr kleinen Kern. Bei uns sind sie zum Direktessen beliebt, weil sie kaum Saft verlieren. Rotfleischige Weinbergpfirsiche mit ihrem herb-aromatischen Geschmack werden vor allem regional angebaut und gern zu Likör oder Marmelade verarbeitet.

Unterschieden wird außerdem, ob sich der Kern leicht löst (Steinlöser) oder fest am Fruchtfleisch haftet (Steinhafter). Steinlöser lassen sich bequem halbieren, während Steinhafter zwar oft besonders saftig sind, sich aber mühsamer entkernen lassen.

Nährwerte des Pfirsichs

Der Pfirsich ist ein leichtes Obst: Mit rund 41 Kalorien je 100 Gramm und einem Wasseranteil von fast 87 Prozent zählt er zu den kalorienarmen Früchten. Der Zucker macht den größten Teil der Kohlenhydrate aus, dazu kommen etwa 2 Gramm Ballaststoffe je 100 Gramm. Fett und Eiweiß sind nur in Spuren enthalten.

An Mikronährstoffen liefert der Pfirsich unter anderem Vitamin C, Kalium und Beta-Carotin, den orangegelben Pflanzenfarbstoff, der besonders in gelbfleischigen Sorten steckt. Nach den zugelassenen Angaben der EU trägt Vitamin C zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Die Menge je Frucht ist allerdings überschaubar: Mit rund 10 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm liegt der Pfirsich im unteren Mittelfeld unter den Obstsorten. Wie wir finden, spricht das nicht gegen ihn, denn seinen Reiz zieht er ohnehin aus Aroma und Saftigkeit, nicht aus einem einzelnen Nährstoff.

Ein Hinweis zu getrockneten Pfirsichen: Beim Trocknen entweicht das Wasser, dadurch steigt der Zuckergehalt bezogen auf das Gewicht deutlich an. 100 Gramm Trockenpfirsich bringen ein Vielfaches der Kalorien der frischen Frucht mit.

Typische Nährwerte je 100 g essbarer Anteil (roh)
Nährwertje 100 g essbarer Anteil (roh)
Wassergehalt87 g
Kohlenhydrate9 g
davon Zucker8 g
Ballaststoffe2 g
Eiweiß1 g
Fett0,1 g
Vitamin C10 mg
Kalium176 mg
Beta-Carotin440 µg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,1 g (2%)
  • Eiweiß 1,0 g (10%)
  • Kohlenhydrate 9,0 g (88%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Pfirsich

Saison und Herkunft

Die deutsche Freiland-Saison ist kurz. Frühe Sorten reifen ab Mitte Juli, der Schwerpunkt liegt im August und September, gelegentlich reicht die Ernte bis in den frühen Oktober. Angebaut werden Pfirsiche hierzulande vor allem in wärmebegünstigten Lagen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Das Erntefenster ist deutlich kürzer als in Südeuropa, dafür sind die Früchte oft besonders aromatisch, weil sie langsamer und gleichmäßiger reifen.

Außerhalb dieser Wochen stammt die Ware im Handel überwiegend aus Spanien, Italien, Griechenland und Frankreich. Wer Wert auf kurze Wege legt, greift von Juli bis September zu heimischer oder europäischer Freilandware. Ein Blick auf einen Saisonkalender hilft, das Angebot einzuordnen.

Saison-Kalender

J
F
M
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Deutsche Freiland-Saison von Mitte Juli bis September, Schwerpunkt im August und September. Außerhalb dieser Wochen überwiegend Importware aus Südeuropa.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Saisonkalender

Reife erkennen und richtig lagern

Reife erkennen Sie am besten mit Nase und Fingern. Ein guter Pfirsich duftet deutlich fruchtig und gibt auf sanften Druck leicht nach, ohne matschig zu sein. Die Grundfarbe zwischen den roten Backen sollte cremegelb bis goldgelb sein, nicht grünlich. Grüne Partien deuten darauf hin, dass die Frucht zu früh gepflückt wurde. Anders als manches andere Obst reift der Pfirsich nach der Ernte im Aroma kaum noch nach, er wird nur weicher.

Weil er so druckempfindlich ist, transportieren wir Pfirsiche möglichst in einer flachen Lage nebeneinander und stapeln sie nicht. Vollreife Früchte sollten Sie zügig verbrauchen. Bei Zimmertemperatur halten sie nur wenige Tage. Etwas festere Exemplare können zwei bis drei Tage bei Raumtemperatur nachweichen. Im Kühlschrank bleiben reife Pfirsiche etwas länger frisch, verlieren dort aber an Aroma. Deshalb nehmen wir sie rund eine Stunde vor dem Verzehr heraus.

Druckstellen sind kein Grund zum Wegwerfen: Großzügig herausgeschnitten lässt sich der Rest der Frucht meist problemlos essen. Nur wenn sich Schimmel zeigt oder das Fruchtfleisch gärig riecht, gehört der Pfirsich in den Abfall.

Kern, Haut und Sicherheit

Das Fruchtfleisch des Pfirsichs können Sie bedenkenlos roh essen, es ist weder giftig noch muss es gegart werden. Der harte Steinkern gehört dagegen nicht auf den Teller. Der innere Samen enthält Amygdalin, eine Verbindung, aus der im Körper Blausäure freigesetzt werden kann. Verschlucken Sie versehentlich einen ganzen Kern, ist das in aller Regel unproblematisch, weil die harte Schale intakt bleibt. Knacken und verzehren sollten Sie den Samen aber nicht.

Gelegentlich findet sich ein gespaltener Kern, ausgelöst durch Trockenstress oder nährstoffarme Böden während des Wachstums. Laut Verbraucherzentrale Bayern können Sie solche Früchte in der Regel unbesorgt essen, solange das Fruchtfleisch einwandfrei aussieht. Ist am gespaltenen Kern Schimmel zu sehen oder das Fruchtfleisch verhärtet, entsorgen Sie die Frucht sicherheitshalber.

Die Haut ist essbar und liefert einen Teil der Ballaststoffe. Wir waschen Pfirsiche vor dem Verzehr gründlich unter fließendem Wasser und reiben den Flaum ab, denn Steinobst kann Rückstände tragen. Wer eine glattere Textur bevorzugt, überbrüht die Frucht kurz mit heißem Wasser, danach löst sich die Haut leicht ab. Ein Hinweis für empfindliche Personen: Rohe Pfirsiche können bei einer Birkenpollen-Allergie ein pelziges Gefühl im Mund auslösen. Erhitzte Früchte werden meist besser vertragen.

Pfirsich in der Küche

Am liebsten essen wir Pfirsiche pur und vollreif aus der Hand. Daneben sind sie vielseitig: Im Obstsalat, über Joghurt und Quark, im Müsli oder als fruchtige Note im sommerlichen Blattsalat mit etwas Mozzarella. Halbiert und entkernt lassen sie sich kurz auf dem Grill oder in der Pfanne karamellisieren, das intensiviert die Süße.

Beim Backen machen Pfirsiche auf Blechkuchen, in Clafoutis oder als Belag auf einer Tarte eine gute Figur. Wichtig ist, dass die Früchte reif, aber noch etwas fest sind, damit sie beim Backen nicht völlig zerfallen. Zu Kompott, Chutney oder Konfitüre verarbeitet, lässt sich die kurze Saison außerdem gut haltbar machen.

Zum Einfrieren halbieren Sie die Früchte, entfernen den Kern und frieren die Spalten portionsweise ein. Ein kurzes Überbrühen und Häuten vorab erleichtert die spätere Verwendung. Aufgetaut eignen sich die Stücke gut für Smoothies, Kompott oder zum Backen, für den Rohverzehr werden sie dagegen recht weich.

Häufige Fragen zu Pfirsich

Wie viel wiegt ein Pfirsich?
Ein mittelgroßer Pfirsich wiegt mit Kern etwa 120 bis 150 Gramm. Nach dem Entkernen bleiben rund 110 bis 135 Gramm essbares Fruchtfleisch. Kleine Früchte liegen bei etwa 100 Gramm, sehr große können bis zu 300 Gramm erreichen.
Wie viele Kalorien hat ein Pfirsich?
100 Gramm Fruchtfleisch liefern rund 41 Kalorien. Ein mittlerer Pfirsich mit etwa 120 Gramm essbarem Anteil kommt damit auf ungefähr 50 Kalorien.
Wann haben Pfirsiche in Deutschland Saison?
Die deutsche Freiland-Saison reicht von Mitte Juli bis in den September, mit dem Schwerpunkt im August und September. Außerhalb dieser Wochen stammt die Ware meist aus Südeuropa.
Kann man die Haut vom Pfirsich mitessen?
Ja, die Haut ist essbar und liefert Ballaststoffe. Waschen Sie die Frucht vorher gründlich. Wer eine glatte Textur bevorzugt, überbrüht den Pfirsich kurz mit heißem Wasser, dann lässt sich die Haut leicht abziehen.
Ist der Kern des Pfirsichs giftig?
Der harte Steinkern gehört nicht auf den Teller. Der innere Samen enthält Amygdalin, aus dem Blausäure entstehen kann. Ein versehentlich verschluckter ganzer Kern ist meist unproblematisch, den Samen sollten Sie aber nicht knacken und essen.

Quellen

  1. Nährwertrechner.de: Pfirsich (Nährwerte je 100 g)
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Saisonkalender
  3. Verbraucherzentrale Bayern: Pfirsiche mit gespaltenem Stein
  4. WWF Einkaufsratgeber: Pfirsiche
  5. gesundheit.de: Pfirsich

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.