Paprika: Gewicht, Nährwerte und die Sache mit den Farben
Die Gemüsepaprika gehört bei uns zu den Klassikern im Kühlschrank, weil sie roh knackt und gekocht mild wird. Eine mittelgroße Schote wiegt roh etwa 150 bis 170 Gramm, und beim Vitamin C spielt vor allem die rote in einer eigenen Liga. Wir haben zusammengetragen, was Sie zu Gewicht, Nährwerten, Farben und Saison wissen sollten.
Wie viel wiegt eine Paprika?
Eine mittelgroße Blockpaprika wiegt roh rund 150 bis 170 Gramm. Nach dem Herauslösen von Stiel und Kerngehäuse bleiben davon etwa 130 bis 145 Gramm essbarer Anteil, also grob 85 Prozent. Als groben Küchen-Merkwert rechnen wir bei einer mittleren Schote mit rund 155 Gramm.
Wie schwer eine Paprika ausfällt, hängt stark von Typ und Farbe ab. Die dickwandigen roten und gelben Blockpaprika sind meist die schwersten, grüne wird oft etwas früher und kleiner geerntet, und die schlanken Snack- oder Spitzpaprika bringen nur einen Bruchteil auf die Waage. Wenn Sie ein Rezept mit Grammangaben vor sich haben, rechnen wir bei uns einfach zwei mittlere Schoten pro angegebene 300 Gramm.
| Art / Größe | Gewicht je Stück |
|---|---|
| Snack- oder Mini-Paprika | ca. 30 bis 50 g |
| Spitzpaprika | ca. 80 bis 120 g |
| grüne Blockpaprika (mittel) | ca. 120 g |
| rote / gelbe Blockpaprika (mittel) | ca. 155 bis 170 g |
| große Blockpaprika | ca. 200 bis 250 g |
| essbarer Anteil (ohne Strunk und Kerne) | ca. 85 % des Rohgewichts |
Für die Nährwertrechnung zählt immer der essbare Anteil. Wiegen Sie eine 160-Gramm-Schote also erst nach dem Putzen, kommen Sie auf etwa 135 Gramm, die tatsächlich auf dem Teller landen.
Rot, gelb, grün: eine Frucht, drei Reifegrade
Der wohl hartnäckigste Irrtum rund um die Paprika lautet, die Farben seien verschiedene Sorten. In den allermeisten Fällen stimmt das nicht. Grün, gelb und rot sind vor allem Reifegrade derselben Frucht. Eine grüne Paprika ist unreif geerntet. Bleibt sie an der Pflanze, wird sie erst gelb oder orange und schließlich rot.
Mit der Reife ändert sich der Geschmack spürbar. Die grüne Schote schmeckt frisch, leicht herb und manchmal etwas bitter. Beim Ausreifen baut die Frucht diese herben Noten ab und bildet mehr Fruchtzucker, deshalb wird rote Paprika süßer und milder. Auch der Vitamin-C- und Beta-Carotin-Gehalt steigt mit der Reife an. Wir greifen für Rohkost gern zu roten und gelben Schoten, während sich die etwas festere grüne gut zum Füllen und Schmoren eignet.
Es gibt tatsächlich auch Sorten, die von Natur aus dauerhaft grün, violett oder cremeweiß bleiben. Das sind aber Ausnahmen. Im Supermarkt liegt fast immer die klassische Blockpaprika, bei der die Farbe schlicht den Erntezeitpunkt verrät. Ein Preisunterschied zwischen grün und rot erklärt sich vor allem daraus, dass rote Ware länger an der Pflanze reifen muss.
Nährwerte: viel Vitamin C, wenig Kalorien
Paprika besteht zu rund 92 Prozent aus Wasser und ist entsprechend kalorienarm. Mit rund 43 Kilokalorien je 100 Gramm bei roter Ware liegt sie im unteren Bereich der Gemüsetabelle, grüne Paprika bringt sogar noch etwas weniger mit. Fett spielt praktisch keine Rolle, die Kohlenhydrate stammen überwiegend aus natürlichem Fruchtzucker.
Das eigentliche Aushängeschild ist der Vitamin-C-Gehalt. Rote Paprika liefert mit rund 140 Milligramm je 100 Gramm mehr als das Doppelte einer Orange und gehört damit zu den Vitamin-C-reichsten Gemüsearten überhaupt. Nach den zugelassenen EU-Angaben trägt Vitamin C unter anderem zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Schon eine halbe rote Schote deckt rechnerisch einen großen Teil des Tagesbedarfs an Vitamin C.
Dazu kommen Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bilden kann, sowie B-Vitamine, etwas Vitamin E, Kalium und Ballaststoffe. Weil Vitamin C hitzeempfindlich und wasserlöslich ist, geht beim Kochen ein Teil verloren. Roh oder kurz gebraten bleibt am meisten davon erhalten. Die genauen Werte schwanken je nach Farbe, Reife und Herkunft, die Tabelle zeigt typische Richtwerte für rohe rote Paprika.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil, rote Paprika roh |
|---|---|
| Wassergehalt | ca. 92 g |
| Kalorien | ca. 43 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 6,4 g |
| davon Zucker | ca. 3,6 g |
| Ballaststoffe | ca. 3,6 g |
| Eiweiß | ca. 1,2 g |
| Fett | ca. 0,3 g |
| Vitamin C | ca. 140 mg |
| Kalium | ca. 210 mg |
| Beta-Carotin | ca. 1.500 µg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,3 g (8%)
- Eiweiß 1,2 g (15%)
- Kohlenhydrate 6,4 g (77%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: AOK: Paprika, Nährstoffe, Anbau und Zubereitung
Saison und Herkunft
Paprika stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und mag es warm. In Deutschland reift Freilandware deshalb erst im Spätsommer. Vom heimischen Freiland lässt sich Paprika grob von Juli bis Anfang Oktober ernten. Wer regional und mit kurzen Transportwegen einkaufen möchte, findet in diesen Monaten die beste Auswahl.
Den Großteil des Jahres kommt Paprika allerdings aus dem Gewächshaus oder aus dem Ausland. Außerhalb der deutschen Saison liegt im Handel überwiegend Importware, vor allem aus Spanien und den Niederlanden, den beiden größten Paprika-Erzeugern Europas. Ganzjährige Verfügbarkeit ist also normal, echte Freiland-Saison bleibt hierzulande aber ein kurzes Fenster im Spätsommer.
Wenn Sie den Saisongedanken ernst nehmen, lohnt im Herbst der Blick auf Wochenmärkte und Hofläden. Der Saisonkalender der Verbraucherzentrale hilft dabei, Freiland- und Lagerware auf einen Blick einzuordnen.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Deutsche Freilandware gibt es vor allem von Juli bis Oktober. Den Großteil des Jahres stammt Paprika im Handel aus Gewächshäusern sowie aus Importen, überwiegend aus Spanien und den Niederlanden.
Quelle: Verbraucherzentrale: Saisonkalender für Obst und Gemüse
Einkauf und Lagerung
Frische Paprika erkennen Sie an einer prallen, glänzenden Haut ohne weiche Stellen und Falten. Der Stielansatz sollte grün und fest wirken, nicht vertrocknet oder schimmelig. Beim leichten Drücken darf die Schote nicht nachgeben. Runzelige Haut ist ein Zeichen dafür, dass die Paprika schon länger liegt und Wasser verloren hat.
Bei der Lagerung ist Paprika etwas heikel. Sie mag es kühl, aber nicht eiskalt. Im Kühlschrank kann sie bei zu niedrigen Temperaturen Kälteschäden bekommen und schneller weich werden. Wir bewahren sie am liebsten im Gemüsefach oder an einem kühlen Ort bei rund 8 bis 10 Grad auf und verbrauchen sie innerhalb weniger Tage. Angeschnittene Schoten wandern in einer Dose in den Kühlschrank und halten dort noch ein bis zwei Tage.
Paprika lässt sich gut einfrieren. Dafür waschen, putzen, in Streifen oder Würfel schneiden und roh in Beuteln portionieren. Blanchieren ist nicht nötig. Die aufgetaute Paprika verliert zwar an Biss und eignet sich dann weniger für Rohkost, für Pfannengerichte, Suppen und Saucen ist sie aber ideal.
In der Küche: roh, geschmort, geröstet
Die milde Gemüsepaprika ist unkompliziert. Roh in Streifen ist sie ein Klassiker auf dem Rohkostteller, im Salat oder als Dip-Gemüse. Für viele Gerichte gilt: Wenn Sie die Schote vorher kurz häuten oder rösten, wird sie bekömmlicher und aromatischer. Zum Rösten legen wir die Hälften mit der Hautseite nach oben unter den Grill, bis die Haut Blasen wirft und dunkel wird, danach lässt sie sich leicht abziehen.
Zum Füllen eignen sich stabile, gleichmäßig geformte Blockpaprika am besten. Sie können den Deckel abschneiden, das Kerngehäuse entfernen und die Schote mit Reis, Hackfleisch oder einer vegetarischen Mischung befüllen. Wer viele Schoten verarbeitet, spart mit einem Kerngehäuse-Ausstecher spürbar Zeit, weil Strunk und Samenwand in einem Zug herauskommen.
Geschmacklich harmoniert Paprika mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Olivenöl und mediterranen Kräutern. Weil das enthaltene Beta-Carotin fettlöslich ist, nimmt der Körper es aus gegartem Gemüse mit etwas Öl besser auf. Ein Schuss Olivenöl in der Pfanne ist also nicht nur eine Geschmacksfrage.
Gut zu wissen: Schärfe, Nachtschatten und roher Verzehr
Gemüsepaprika und scharfe Peperoni oder Chili gehören zur selben Gattung, unterscheiden sich aber im Gehalt des Scharfstoffs Capsaicin. Die milde Blockpaprika enthält praktisch keinen, weshalb sie sich problemlos als Gemüse essen lässt. Kleine Zierpaprika aus dem Deko-Handel sind dagegen oft scharf oder bitter und nicht als Lebensmittel gedacht. Verwenden Sie zum Kochen nur als Speisepaprika ausgewiesene Ware.
Paprika zählt wie Tomate, Aubergine und Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen. Das klingt dramatischer, als es ist. Der reife Fruchtteil der Gemüsepaprika ist roh gut verträglich. Bittere, unreife Früchte enthalten etwas mehr an sekundären Pflanzenstoffen, weshalb stark bitter schmeckende Schoten nicht auf den Teller gehören. Wer empfindlich auf rohes Gemüse reagiert, verträgt gegarte Paprika oft besser.
Für den Alltag heißt das: Milde, ausgereifte Gemüsepaprika können Sie bedenkenlos roh genießen. Achten Sie beim Kauf auf feste, unbeschädigte Schoten, schneiden Sie schadhafte Stellen großzügig weg und lassen Sie stark bittere Exemplare stehen. Damit machen Sie in der Küche nichts falsch.
Häufige Fragen zu Paprika
Wie viel wiegt eine mittelgroße Paprika?
Welche Paprika hat das meiste Vitamin C?
Sind rote, gelbe und grüne Paprika verschiedene Sorten?
Kann man Gemüsepaprika roh essen?
Warum schmeckt grüne Paprika bitterer als rote?
Quellen
- Verbraucherzentrale: Saisonkalender für Obst und Gemüse
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Essen und Gesundheit
- AOK: Paprika, Nährstoffe, Anbau und Zubereitung
- EAT SMARTER: Paprika, Kalorien und Nährwerte
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.