Kiwi: Gewicht, Nährwerte und warum sie Milch bitter macht

Kategorie: Lebensmittel

Eine mittelgroße Kiwi wiegt mit Schale rund 75 bis 90 Gramm, geschält bleiben etwa 60 bis 75 Gramm Fruchtfleisch. Sie liefert reichlich Vitamin C, lässt sich mit einem Apfel nachreifen und hat eine Eigenheit, die viele erst nach dem misslungenen Quark-Dessert entdecken. Wir haben die wichtigsten Fakten zur Kiwi zusammengetragen.

Kiwi: grüne, goldene und ganz kleine Sorten

Die klassische Kiwi, die bei uns fast das ganze Jahr im Obstkorb liegt, ist die grünfleischige Sorte (botanisch Actinidia deliciosa). Sie hat die bekannte braune, fein behaarte Schale und ein saftig-säuerliches Fruchtfleisch mit den charakteristischen kleinen schwarzen Kernen im hellen Strunk. Der Name stammt übrigens vom Kiwi-Vogel aus Neuseeland, wo die Frucht ab dem 20. Jahrhundert groß vermarktet wurde. Ihren Ursprung hat sie aber in China, weshalb sie früher auch "chinesische Stachelbeere" hieß.

Daneben gibt es die goldfleischige Kiwi, oft als Gold- oder Goldkiwi verkauft. Ihre Schale ist glatter und fast unbehaart, das Fruchtfleisch gelb und deutlich milder, weniger sauer. Immer häufiger findet man auch die Kiwibeere oder Mini-Kiwi: nur daumengroß, mit glatter, essbarer Haut, die man wie eine Weintraube am Stück vernaschen kann. Laut Bundeszentrum für Ernährung kommen zunehmend auch rotfleischige Sorten in den Handel.

Für die Küche macht das durchaus einen Unterschied: Die grüne Kiwi bringt Säure und Frische, die Goldkiwi ist süßer und angenehm für alle, denen die grüne zu spitz schmeckt. Bei uns landet meist die grüne im Müsli und die goldene pur als Löffelfrucht.

Wie viel wiegt eine Kiwi?

Eine mittelgroße grüne Kiwi wiegt mit Schale rund 75 bis 90 Gramm; nach dem Schälen bleiben etwa 60 bis 75 Gramm essbares Fruchtfleisch. Kleine Früchte liegen darunter, große Exemplare kommen auf über 100 Gramm. Die Schale macht je nach Größe ungefähr 10 bis 15 Prozent des Gewichts aus, sodass beim Schälen ein spürbarer Anteil verloren geht.

Durchschnittsgewichte einer grünen Kiwi
Größemit SchaleFruchtfleisch (geschält)
kleinca. 50 bis 65 gca. 45 bis 55 g
mittelca. 75 bis 90 gca. 60 bis 75 g
großca. 100 bis 120 gca. 90 bis 105 g
Kiwibeere (Mini)ca. 6 bis 12 gkomplett essbar

Für die Küche heißt das: Wenn ein Rezept "2 Kiwi" angibt, können Sie mit rund 130 bis 150 Gramm Fruchtfleisch rechnen. Bei den winzigen Kiwibeeren brauchen Sie dagegen eine ganze Handvoll, um auf dieselbe Menge zu kommen. Wer es genau wissen will, wiegt einmal nach, denn zwischen einer kleinen und einer großen Frucht liegt fast das Doppelte.

Nährwerte der Kiwi auf einen Blick

Die Kiwi ist eine kalorienarme Frucht mit hohem Wasseranteil. Bekannt ist sie vor allem für ihren Vitamin-C-Gehalt: Mit rund 75 Milligramm pro 100 Gramm liefert sie mehr als eine gleich schwere Orange. Bereits eine mittelgroße Frucht deckt damit einen guten Teil der empfohlenen Tageszufuhr. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Dazu kommen Ballaststoffe, Kalium und ein vergleichsweise hoher Anteil an Vitamin K.

Der Kohlenhydratanteil besteht überwiegend aus Fruchtzucker, weshalb reife Kiwis angenehm süß-säuerlich schmecken. Fett und Eiweiß spielen mengenmäßig kaum eine Rolle. Die genauen Werte schwanken je nach Sorte und Reifegrad; die goldfleischige Kiwi enthält tendenziell etwas mehr Zucker und weniger Ballaststoffe als die grüne. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für 100 Gramm grünes Fruchtfleisch.

Typische Nährwerte je 100 g essbarer Anteil (Fruchtfleisch, roh, grüne Kiwi)
Nährwertje 100 g essbarer Anteil (Fruchtfleisch, roh, grüne Kiwi)
Wasserca. 84 g
Kohlenhydrateca. 14 g
davon Zuckerca. 9 g
Ballaststoffeca. 3 g
Vitamin Cca. 75 mg
Kaliumca. 300 mg
Vitamin Kca. 40 µg
Eiweißca. 1,1 g
Fettca. 0,5 g

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,5 g (7%)
  • Eiweiß 1,1 g (7%)
  • Kohlenhydrate 14,0 g (86%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Das Ernährungshandbuch: Die Kiwi

Actinidin: warum Kiwi Quark und Gelatine ruiniert

Diese Erfahrung machen viele nur einmal: Kiwistücke unter den Quark oder in den Joghurt gerührt, ein paar Minuten stehen gelassen, und schon schmeckt alles bitter und wird flüssig. Schuld ist das eiweißspaltende Enzym Actinidin in der Kiwi. Es zerlegt die Milcheiweiße in kleinere Bruchstücke, und genau diese Spaltprodukte schmecken bitter, wie der Verein für Konsumenteninformation erklärt.

Dasselbe Enzym ist der Grund, warum eine Speise mit roher Kiwi nicht fest wird: Actinidin greift die Eiweißstruktur der Gelatine an, sodass Wackelpudding oder Panna cotta mit frischer Kiwi einfach nicht geliert. Wer Kiwi trotzdem mit Milchprodukten oder Gelatine kombinieren möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder gibt man die Fruchtstücke erst unmittelbar vor dem Servieren dazu und isst zügig, oder man überbrüht die Kiwi kurz mit heißem Wasser beziehungsweise kocht sie kurz auf. Durch die Hitze wird das Enzym inaktiviert, und die Frucht lässt sich anschließend problemlos verarbeiten.

Gut zu wissen: Auch Ananas, Papaya und Feige enthalten ähnliche eiweißspaltende Enzyme. Wenn Ihnen ein Frucht-Dessert mit einer dieser Sorten misslingt, liegt es fast immer am selben Effekt und nicht an der Zubereitung.

Kiwi richtig nachreifen lassen und lagern

Kiwis werden meist noch fest verkauft und reifen zu Hause nach. Reif ist eine Kiwi, wenn sie auf leichten Fingerdruck etwas nachgibt, aber nicht matschig ist. Eine steinharte Frucht ist innen oft noch sauer und wenig aromatisch.

Zum Nachreifen hilft ein einfacher Trick aus der Obstschale: Legen Sie die harten Kiwis zusammen mit einem reifen Apfel oder einer Banane in eine Schüssel. Diese Früchte geben das natürliche Reifegas Ethylen ab, das den Reifeprozess der Kiwi beschleunigt. Bei Zimmertemperatur sind die Früchte so oft schon nach zwei bis vier Tagen genussreif. Umgekehrt gilt: Wer den Reifeprozess bremsen will, lagert die Kiwis kühl und getrennt von Äpfeln.

Reife Kiwis halten sich im Kühlschrank noch einige Tage. Feste, ungereifte Früchte sind erstaunlich lange haltbar und lassen sich kühl gelagert über Wochen aufbewahren. Das ist mit ein Grund, warum die Kiwi bei uns fast ganzjährig frisch verfügbar ist.

Kiwi schälen, löffeln und verwenden

Am schnellsten geht es mit der Löffelmethode: Kiwi quer halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Teelöffel direkt aus der Schale löffeln. Zum Schälen für Obstsalat oder Kuchen schneidet man oben und unten einen Deckel ab und zieht die Schale mit einem Sparschäler oder Messer ab. Es gibt auch spezielle Kiwilöffel, die Schälen und Löffeln in einem Schritt erledigen.

Die behaarte Schale der grünen Kiwi ist grundsätzlich essbar und enthält zusätzliche Ballaststoffe. Wer sie mitessen möchte, sollte die Frucht gründlich waschen und die Härchen etwas abreiben; geschmacklich ist das aber Gewöhnungssache. Bei der glatteren Goldkiwi und den Kiwibeeren fällt das Mitessen der Haut leichter.

In der Küche passt Kiwi frisch ins Müsli, in Obstsalat, Smoothies oder als Belag auf Torten. Da rohe Kiwi Gelatine nicht fest werden lässt, verwendet man für Tortengüsse mit Kiwi entweder kurz aufgekochte Frucht oder pflanzliche Geliermittel wie Agar-Agar, das vom Actinidin nicht beeinträchtigt wird.

Saison und Herkunft: woher unsere Kiwi kommt

Kiwi ist eine Importfrucht, in Deutschland wird sie kaum in nennenswertem Umfang angebaut. Trotzdem ist sie fast das ganze Jahr frisch zu haben, weil sich die Anbaugebiete auf beiden Erdhalbkugeln abwechseln. Von etwa Oktober bis Juni stammt die europäische Ware überwiegend aus Italien und Griechenland, dazu aus Frankreich, Spanien und Portugal. Italien ist dabei mit Abstand das wichtigste Lieferland.

In den Sommermonaten kommt die Kiwi aus der Südhalbkugel, vor allem aus Neuseeland und aus Chile. So entsteht ein durchgehendes Angebot. Wer möglichst kurze Transportwege bevorzugt, greift in der kalten Jahreszeit zur europäischen Ware; das deckt sich gut mit der Zeit, in der die Kiwi ohnehin am häufigsten gegessen wird. Da es sich um eine ganzjährig verfügbare Importfrucht handelt, gibt es für die Kiwi keinen klassischen deutschen Saisonkalender.

Häufige Fragen zu Kiwi

Wie viel wiegt eine Kiwi?
Eine mittelgroße grüne Kiwi wiegt mit Schale rund 75 bis 90 Gramm. Geschält bleiben etwa 60 bis 75 Gramm Fruchtfleisch. Kleine Früchte wiegen um die 50 bis 65 Gramm, große über 100 Gramm.
Wie viel Vitamin C hat eine Kiwi?
Grüne Kiwi enthält rund 75 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm und damit mehr als eine gleich schwere Orange. Eine mittelgroße Frucht deckt bereits einen guten Teil der empfohlenen Tageszufuhr.
Warum wird Quark oder Joghurt mit Kiwi bitter?
Das Enzym Actinidin in der Kiwi spaltet die Milcheiweiße. Die Spaltprodukte schmecken bitter. Geben Sie die Kiwi erst kurz vor dem Essen dazu oder überbrühen Sie sie kurz mit heißem Wasser, dann bleibt der Geschmack neutral.
Kann man die Schale der Kiwi mitessen?
Ja, die Schale ist essbar und enthält zusätzliche Ballaststoffe. Waschen Sie die Frucht gründlich und reiben Sie die Härchen der grünen Kiwi etwas ab. Bei der glatten Goldkiwi und den Kiwibeeren fällt das Mitessen leichter.
Wie lasse ich eine harte Kiwi schneller reifen?
Legen Sie die Kiwi bei Zimmertemperatur zusammen mit einem reifen Apfel oder einer Banane in eine Schale. Deren Reifegas Ethylen beschleunigt das Nachreifen, oft ist die Kiwi so nach zwei bis vier Tagen genussreif.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung: Exotische Frucht Kiwi
  2. AOK: So gesund sind Kiwis, Nährwerte, Rezepte und Anbautipps
  3. Verein für Konsumenteninformation: Kiwis und Milchprodukte
  4. Das Ernährungshandbuch: Die Kiwi

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.