Kartoffel: Gewicht, Nährwerte und Kochtypen
Die Kartoffel ist bei uns zu Hause das ehrlichste aller Grundnahrungsmittel: günstig, sättigend und unglaublich vielseitig. Eine mittelgroße Knolle wiegt rund 100 bis 150 Gramm und liefert dabei überraschend wenig Kalorien. Auf dieser Seite haben wir zusammengetragen, was eine Kartoffel wiegt, welche Nährwerte in ihr stecken, worin sich fest- und mehligkochende Sorten unterscheiden und worauf Sie bei grünen Stellen und Keimen achten sollten.
Die Kartoffel: ein Grundnahrungsmittel mit langer Geschichte
Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist botanisch gesehen keine Wurzel, sondern eine unterirdische Sprossknolle. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist damit unter anderem mit Tomate, Paprika und Aubergine verwandt. Ursprünglich stammt sie aus den Anden Südamerikas und kam im 16. Jahrhundert nach Europa. Erst im 18. Jahrhundert setzte sie sich hierzulande als Nahrungsmittel durch.
Heute ist die Knolle bei uns aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Was wir an ihr schätzen, ist ihre Wandelbarkeit: gekocht, gestampft, gebraten, gebacken oder als Auflauf lässt sich aus wenigen Zutaten ein vollwertiges Gericht zaubern. Weil sie so gut sättigt und lange lagerfähig ist, war sie über Generationen ein verlässliches Grundnahrungsmittel und ist es geblieben.
Weltweit gibt es mehrere tausend Kartoffelsorten. Im deutschen Handel begegnen Ihnen meist einige Dutzend, sortiert vor allem nach dem Kochtyp und der Schalenfarbe. Für die Küche ist dabei weniger der Sortenname entscheidend als die Frage, ob eine Kartoffel fest bleibt oder mehlig zerfällt.
Wie viel wiegt eine Kartoffel?
Eine mittelgroße Kartoffel wiegt im Schnitt etwa 100 bis 150 Gramm. Als grobe Faustregel gilt: Rund zehn mittelgroße Knollen ergeben ein Kilogramm. Kleine Salz- oder Drillingskartoffeln bringen deutlich weniger auf die Waage, große Back- oder Ofenkartoffeln entsprechend mehr.
Das genaue Gewicht hängt von Sorte, Größensortierung und Reife ab. Die folgende Tabelle gibt Ihnen praktische Anhaltspunkte, wenn im Rezept eine bestimmte Menge oder Stückzahl verlangt wird.
| Größe | Gewicht pro Knolle |
|---|---|
| Klein (Drillinge, kleine Salzkartoffeln) | ca. 40 bis 80 g |
| Mittel (Standardgröße) | ca. 100 bis 150 g |
| Groß (Back- und Ofenkartoffel) | ca. 200 bis 300 g |
| Sehr groß (Einzelknolle) | bis zu 500 g |
Für eine normale Portion Salz- oder Pellkartoffeln rechnen wir pro Person mit etwa 200 bis 250 Gramm, also zwei bis drei mittleren Knollen. Als Beilage zu einem üppigen Hauptgericht dürfen es auch weniger sein. Nach dem Schälen verlieren Kartoffeln je nach Sorgfalt rund 10 bis 25 Prozent ihres Gewichts durch Schalenabschnitt und ausgeschnittene Stellen.
Nährwerte der Kartoffel je 100 Gramm
Kartoffeln haben zu Unrecht den Ruf, Dickmacher zu sein. Roh und ungeschält liefern 100 Gramm nur rund 70 Kilokalorien. Der Grund für den schlechten Ruf liegt meist nicht in der Knolle selbst, sondern in Butter, Öl oder Sahne, mit denen sie zubereitet wird. Pommes und Chips sind ernährungsphysiologisch etwas ganz anderes als Pell- oder Salzkartoffeln.
Der Hauptbestandteil sind Kohlenhydrate, überwiegend in Form von Stärke. Dazu kommen etwa 2 Gramm Eiweiß und nur ein Hauch Fett. Kartoffeln bestehen zudem zu rund drei Vierteln aus Wasser und enthalten Ballaststoffe, die zur Sättigung beitragen.
Bemerkenswert ist der Gehalt an Kalium sowie an Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Weil ein Teil davon beim Kochen ins Wasser übergeht oder durch Hitze verloren geht, sind schonend gegarte Pellkartoffeln in der Schale günstiger als lange gewässerte oder frittierte Varianten. Die folgenden Werte beziehen sich auf 100 Gramm rohe, essbare Kartoffel und können je nach Sorte schwanken.
| Nährwert | je 100 g essbarer Anteil (roh) |
|---|---|
| Energie | 70 kcal |
| Kohlenhydrate | 14,8 g |
| davon Ballaststoffe | 2,1 g |
| Eiweiß | 2,0 g |
| Fett | 0,1 g |
| Kalium | 411 mg |
| Vitamin C | 17 mg |
| Wasser | ca. 78 g |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,1 g (1%)
- Eiweiß 2,0 g (12%)
- Kohlenhydrate 14,8 g (87%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Kartoffeln
Festkochend, vorwiegend festkochend oder mehlig?
Der wichtigste Unterschied im Kartoffelregal ist der Kochtyp. Er hängt vom Stärkegehalt der Knolle ab und entscheidet darüber, ob eine Kartoffel nach dem Garen fest bleibt oder locker zerfällt. Wer den passenden Typ wählt, hat es in der Küche deutlich leichter.
| Kochtyp | Eigenschaft | Gut geeignet für |
|---|---|---|
| Festkochend | fest, feucht, bleibt in Form | Salat, Salz- und Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Gratin |
| Vorwiegend festkochend | Allrounder, leicht aufspringend | Salz- und Pellkartoffeln, Suppen, Eintöpfe, Aufläufe |
| Mehligkochend | trocken, locker, zerfällt leicht | Püree, Klöße, Suppen zum Andicken, Kroketten |
Als kleine Merkhilfe: Je fester die Kartoffel, desto besser hält sie ihre Form. Für einen Kartoffelsalat, der nicht zu Brei werden soll, greifen wir immer zu festkochenden Sorten. Für ein cremiges Püree oder luftige Klöße sind mehligkochende Kartoffeln die richtige Wahl, weil sie sich leicht zerdrücken lassen. Wer sich nicht festlegen möchte, fährt mit vorwiegend festkochenden Kartoffeln als Allrounder gut.
Kartoffeln richtig lagern
Kartoffeln halten sich lange, wenn die Bedingungen stimmen. Am wohlsten fühlen sie sich dunkel, kühl, trocken und luftig. Ideal sind Temperaturen um 4 bis 8 Grad, wie sie in einem kühlen Keller oder einer Vorratskammer herrschen. Ein Jute- oder Papiersack, eine Holzkiste oder ein Tontopf eignen sich besser als eine geschlossene Plastiktüte, in der sich Feuchtigkeit staut und Fäulnis begünstigt.
Wichtig ist der Ausschluss von Licht. Unter Lichteinfluss ergrünen Kartoffeln und bilden vermehrt Solanin, worauf wir im nächsten Abschnitt genauer eingehen. Bewahren Sie die Knollen deshalb nie offen auf der Fensterbank auf.
In den Kühlschrank gehören Kartoffeln in der Regel nicht: Bei Temperaturen unter etwa 4 Grad wandelt sich ein Teil der Stärke in Zucker um, die Kartoffeln schmecken süßlich und werden beim Braten schneller braun. Lagern Sie Kartoffeln außerdem getrennt von Äpfeln, denn deren Reifegas Ethylen lässt die Knollen schneller keimen. Frühkartoffeln mit dünner Schale sind nicht lange lagerfähig und sollten zügig verbraucht werden.
Solanin, grüne Stellen und Keime: das sollten Sie beachten
Kartoffeln enthalten von Natur aus sogenannte Glykoalkaloide, vor allem Solanin. Diese Stoffe schützen die Pflanze vor Fraßfeinden und reichern sich besonders in grünen Stellen, in den Keimen, in der Schale und in beschädigten Knollen an. In größeren Mengen können Glykoalkaloide beim Menschen zu Beschwerden wie Übelkeit oder Magen-Darm-Problemen führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher, grüne und stark keimende Knollen auszusortieren.
In der Praxis heißt das: Schneiden Sie grüne Stellen und Keime großzügig heraus, bevor Sie die Kartoffel verwenden. Bei kleinen, oberflächlichen Stellen reicht das aus. Sind große Teile der Knolle grün, stark verschrumpelt oder treiben kräftig aus, gehören sie in die Biotonne. Weil sich die Glykoalkaloide vor allem direkt unter der Schale sammeln, empfiehlt es sich, ältere oder leicht ergrünte Kartoffeln vor dem Garen zu schälen.
Ein weiterer Grund, das Kochwasser nicht mitzuverwenden: Ein Teil des Solanins geht beim Kochen ins Wasser über. Schütten Sie das Kartoffelwasser also weg, statt es etwa für eine Soße zu nutzen. Für die allermeisten handelsüblichen Speisekartoffeln, die kühl und dunkel gelagert werden, sind die Gehalte unbedenklich. Vorsicht ist vor allem bei alten, grünen oder keimenden Knollen geboten.
Saison: Wann gibt es deutsche Kartoffeln?
Kartoffeln bekommen Sie das ganze Jahr über, doch die Saison der frischen deutschen Ware hat einen klaren Rhythmus. Den Auftakt machen im Juni und Juli die Frühkartoffeln. Sie haben eine dünne, oft abreibbare Schale, schmecken zart und sind nicht für die lange Lagerung gedacht.
Ab August wird die Haupternte eingefahren. Diese mittelfrühen und späten Sorten reifen bis in den Oktober hinein aus und bilden eine festere Schale, die sie lagerfähig macht. Gut getrocknet und kühl gelagert versorgen uns diese Lagerkartoffeln über den Winter und das Frühjahr bis zur nächsten Ernte. Deshalb ist die Kartoffel eines der wenigen heimischen Gemüse, das praktisch ganzjährig aus deutschem Anbau verfügbar ist. Wer besonders frische Ware möchte, greift im Frühsommer zu Frühkartoffeln aus der Region.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Frühkartoffeln aus deutschem Anbau ab Juni/Juli, Haupternte August bis Oktober. Als Lagerware ist die Kartoffel danach nahezu ganzjährig aus heimischem Anbau verfügbar.
In der Küche: Zubereitung und Reste
Am schonendsten und aromatischsten bereiten wir Kartoffeln als Pellkartoffeln in der Schale zu, weil dabei weniger wasserlösliche Nährstoffe verloren gehen. Vor dem Kochen sollten Sie die Knollen gründlich unter fließendem Wasser abbürsten, um Erdreste zu entfernen. Geschälte, rohe Kartoffeln verfärben sich an der Luft leicht bräunlich; in kaltem Wasser bleiben sie hell, allerdings gehen dabei mit der Zeit Nährstoffe verloren, weshalb wir sie nicht zu lange wässern.
Gekochte Kartoffeln lassen sich gut vorbereiten und am nächsten Tag zu Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat weiterverarbeiten. Kühlen Sie Reste zügig ab und bewahren Sie sie abgedeckt im Kühlschrank auf, statt sie lange bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. Vor dem erneuten Verzehr sollten die Kartoffeln gut durcherhitzt werden.
Ob als cremiges Püree, knusprige Bratkartoffel oder klassische Salzkartoffel zum Sonntagsbraten: Die Kartoffel ist für uns die verlässliche Basis, aus der sich mit wenig Aufwand immer etwas Gutes machen lässt. Wählen Sie den passenden Kochtyp, lagern Sie die Knollen kühl und dunkel und sortieren Sie grüne oder keimende Exemplare aus, dann haben Sie lange Freude an Ihrem Vorrat.
Häufige Fragen zu Kartoffel
Wie viel wiegt eine mittelgroße Kartoffel?
Wie viele Kalorien hat eine Kartoffel?
Was ist der Unterschied zwischen festkochend und mehlig?
Kann man keimende oder grüne Kartoffeln noch essen?
Wie lagert man Kartoffeln richtig?
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung: Der Saisonkalender
- Verbraucherzentrale Bayern: Sind grüne Stellen an Kartoffeln giftig?
- BfR: Finger weg von grünen und keimenden Kartoffeln
- landwirtschaft.de (BZL): Kartoffeln richtig ernten und lagern
- die-kartoffel.de: Die drei Kochtypen von mehlig bis fest
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.