Johannisbeeren: rot, schwarz und randvoll Vitamin C

Kategorie: Lebensmittel

Johannisbeeren wachsen in kleinen Trauben, den sogenannten Rispen, und eine einzelne Beere wiegt nur etwa 0,5 bis 1 Gramm. Trotz ihrer geringen Größe haben es besonders die schwarzen Sorten in sich: Sie gehören mit rund 189 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm zu den vitamin-C-reichsten heimischen Früchten überhaupt. Bei uns zu Hause landen sie im Sommer eimerweise in Gelee, Kuchen und Saft.

Rot, schwarz oder weiß: drei Beeren, ein Name

Botanisch gehören die roten, schwarzen und weißen Johannisbeeren zur Gattung der Ribes, und genau daher stammt auch der österreichische Name Ribisel. Die weiße Johannisbeere ist im Grunde eine farblose Zuchtform der roten. Alle drei tragen ihre Früchte an hängenden Rispen, die je nach Sorte acht bis fünfzehn Beeren fassen.

Geschmacklich unterscheiden sie sich deutlich. Rote Johannisbeeren schmecken frisch-sauer und erfrischend, weiße sind milder und süßer, weshalb wir sie gern direkt vom Strauch naschen. Die schwarzen fallen aus der Reihe: Sie haben ein kräftiges, herbes Aroma mit einer leicht harzigen Note, das roh nicht jedem zusagt. In Saft, Gelee oder Likör entfaltet sich dieser besondere Geschmack aber wunderbar.

Der Name Johannisbeere geht auf den Johannistag am 24. Juni zurück. Um dieses Datum herum reifen die ersten frühen Sorten, wie das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt.

Wie viel wiegt eine Johannisbeere?

Eine einzelne rote oder weiße Johannisbeere wiegt nur etwa 0,5 bis 1 Gramm, schwarze Beeren sind mit rund 1 bis 1,5 Gramm etwas schwerer. Weil die Beeren so klein sind, kommen selbst auf eine ganze Rispe meist nur acht bis zwanzig Gramm zusammen. Für 100 Gramm braucht man also schnell mehr als hundert Beeren, was das Pflücken durchaus zu einer Geduldsübung macht.

Richtwerte für das Gewicht von Johannisbeeren
EinheitRote / weißeSchwarze
Eine Beereca. 0,5 bis 1 gca. 1 bis 1,5 g
Eine Rispe (8 bis 15 Beeren)ca. 8 bis 15 gca. 10 bis 20 g
Eine Handvollca. 50 gca. 50 g
Eine Schale aus dem Handelmeist 125 bis 250 gmeist 125 bis 250 g

Die Werte schwanken je nach Sorte und Reifegrad. Großfruchtige Zuchtsorten bringen es auf ein Hundert-Beeren-Gewicht von etwa 130 Gramm, während kleinbeerige Wildformen deutlich leichter ausfallen. Als Faustregel für die Küche rechnen wir mit rund 100 Gramm pro großer Handvoll abgezupfter Beeren.

Nährwerte: viel Vitamin C, wenig Kalorien

Johannisbeeren bestehen zu rund vier Fünfteln aus Wasser und sind mit etwa 43 Kilokalorien je 100 Gramm bei den roten Sorten sehr kalorienarm. Schwarze Johannisbeeren enthalten etwas mehr Zucker und liegen bei rund 57 Kilokalorien. Der große Unterschied steckt aber beim Vitamin C.

Rote Johannisbeeren liefern laut Nährwertrechner.de rund 36 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm. Die schwarzen setzen mit etwa 189 Milligramm noch einen drauf und übertreffen damit sogar Zitronen um ein Vielfaches. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Rechnerisch deckt bereits eine kleine Portion schwarze Johannisbeeren den Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen.

Dazu kommen Kalium, etwas Eisen und ein ordentlicher Anteil an Ballaststoffen. Die kräftige Farbe der roten und schwarzen Beeren stammt von Anthocyanen, natürlichen Pflanzenfarbstoffen aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Die Werte in der Tabelle beziehen sich auf rote Johannisbeeren, roh und ohne Rispen.

Typische Nährwerte je 100 g rote Johannisbeeren (roh, essbarer Anteil)
Nährwertje 100 g rote Johannisbeeren (roh, essbarer Anteil)
Wasserca. 81 g
Ballaststoffeca. 3,5 g
Zuckerca. 4,5 g
Vitamin C (rot)ca. 36 mg
Vitamin C (schwarz)ca. 189 mg
Kaliumca. 240 mg
Eisenca. 0,9 mg

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,2 g (5%)
  • Eiweiß 1,0 g (12%)
  • Kohlenhydrate 7,0 g (83%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de, Johannisbeeren (roh)

Saison und Herkunft

Frische deutsche Johannisbeeren haben eine kurze, aber intensive Saison. Von Mitte Juni bis in den August hinein reifen sie im Freiland heran, frühe Sorten ab dem Johannistag, späte bis Ende August. Wer früh und spät reifende Sorten im Garten kombiniert, kann die Erntezeit über viele Wochen strecken.

Außerhalb dieser Wochen finden sich im Handel kaum frische heimische Beeren. Wir frieren deshalb im Sommer immer eine gute Menge ein, dann haben wir das ganze Jahr über Nachschub für Gelee und Kuchen. Einen guten Überblick, was wann Saison hat, bietet der Saisonkalender des BZfE.

Saison-Kalender

J
F
M
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Deutsche Freiland-Johannisbeeren reifen von Mitte Juni bis in den August, frühe Sorten ab dem Johannistag am 24. Juni.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung: Die Johannisbeeren sind reif

Einkauf und Lagerung

Reife Johannisbeeren erkennen Sie an praller, glänzender Haut und einer durchgehend ausgefärbten Rispe. Schwarze Sorten sind übrigens oft erst ein bis zwei Wochen nach dem Ausfärben wirklich reif, hier lohnt sich Geduld. Kaufen oder ernten Sie die Beeren möglichst mit den Rispen, so bleiben sie länger frisch und werden weniger schnell matschig.

Im Kühlschrank halten sich Johannisbeeren zwei bis drei Tage. Gewaschen wird immer erst kurz vor der Verwendung, denn nasse Beeren verderben deutlich schneller. Zum Einfrieren zupfen wir die Beeren ab, breiten sie auf einem Blech aus und frieren sie einzeln vor, bevor sie in den Beutel wandern. So kleben sie später nicht zusammen.

In der Küche: Gelee, Kuchen und mehr

Die Säure der Johannisbeeren ist ihr großes Plus in der Küche. Am bekanntesten ist das Gelee: Aus einem Kilogramm Beeren gewinnt man erfahrungsgemäß etwa 600 bis 700 Milliliter Saft, den man mit Gelierzucker aufkocht. Ob 1:1, 2:1 oder 3:1, richtet sich nach dem gewünschten Süßegrad und der Packungsanleitung. Weil rote Johannisbeeren von Natur aus viel Pektin enthalten, gelieren sie besonders zuverlässig.

Darüber hinaus machen sich die Beeren gut auf Baiser-Kuchen und Torten, in Muffins, über Quark und Joghurt oder als fruchtige Note im Sommersalat. Die milderen weißen Sorten eignen sich gut zum Rohnaschen, die herben schwarzen entfalten ihr Aroma vor allem in Saft, Sirup und Likör. Ein kleiner Tipp aus unserer Küche: Zum Abzupfen der Beeren ziehen Sie die Rispe einfach durch die Zinken einer Gabel, das geht schnell und schont die Früchte.

Roh essen und richtig zubereiten

Johannisbeeren können Sie bedenkenlos roh essen, es gibt keine giftigen Bestandteile, und auch die winzigen Kerne sind unproblematisch. Der einzige Grund, warum viele sie roh eher meiden, ist der ausgeprägt saure Geschmack, vor allem bei den roten und schwarzen Sorten. Wer es milder mag, mischt sie mit süßerem Obst oder bestreut sie mit etwas Zucker.

Vor dem Verzehr die Beeren kurz in kaltem Wasser abbrausen und die Rispen entfernen, sofern Sie nicht ohnehin entsaften. Ganz nebenbei: Beim längeren Kochen für Gelee oder Kompott geht ein Teil des empfindlichen Vitamin C verloren, roh oder nur kurz erhitzt bleibt am meisten davon erhalten.

Häufige Fragen zu Johannisbeeren

Welche Johannisbeere hat am meisten Vitamin C?
Die schwarze Johannisbeere. Mit rund 189 Milligramm je 100 Gramm enthält sie etwa fünfmal so viel Vitamin C wie die rote Sorte mit rund 36 Milligramm.
Wie viel wiegt eine Johannisbeere?
Eine einzelne rote oder weiße Beere wiegt etwa 0,5 bis 1 Gramm, schwarze rund 1 bis 1,5 Gramm. Eine ganze Rispe kommt auf etwa 8 bis 20 Gramm.
Kann man Johannisbeeren roh essen?
Ja, bedenkenlos. Sie enthalten keine giftigen Bestandteile. Roh schmecken sie nur recht sauer, vor allem die roten und schwarzen Sorten.
Warum sind Johannisbeeren so sauer?
Sie enthalten viel Fruchtsäure und vergleichsweise wenig Zucker. Genau das macht sie ideal für Gelee, Sirup und Saft, wo die Säure mit Zucker ausgeglichen wird.
Wie viele Beeren brauche ich für Gelee?
Aus einem Kilogramm Johannisbeeren gewinnt man etwa 600 bis 700 Milliliter Saft. Diesen kocht man anschließend mit Gelierzucker zu Gelee auf.

Quellen

  1. Nährwertrechner.de, rote Johannisbeeren
  2. Nährwertrechner.de, schwarze Johannisbeere
  3. Bundeszentrum für Ernährung: Die Johannisbeeren sind reif
  4. Bundeszentrum für Ernährung: Der Saisonkalender

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.