Himbeeren: Gewicht, Nährwerte, Saison und Lagerung

Kategorie: Lebensmittel

Eine einzelne Himbeere wiegt im Schnitt nur etwa 5 Gramm, eine typische Schale bringt 125 oder 250 Gramm auf die Waage. Die zarte Sommerbeere ist wasserreich, kalorienarm und liefert erstaunlich viele Ballaststoffe. Weil sie so empfindlich ist, lohnt sich ein Blick darauf, wie man sie einkauft, lagert und verwertet, bevor sie schimmelt.

Wie viel wiegt eine Himbeere?

Eine mittelgroße Zuchthimbeere wiegt rund 4 bis 6 Gramm, im Durchschnitt gehen wir von etwa 5 Gramm pro Beere aus. Wilde Waldhimbeeren fallen kleiner aus und bringen oft nur 3 bis 4 Gramm auf die Waage, besonders große Gartensorten können einzelne 6 bis 7 Gramm erreichen. Anders als bei Apfel oder Melone gibt es hier kaum einen Unterschied zwischen Brutto- und Nettogewicht, denn die ganze Frucht wird gegessen. Es fällt nur der winzige Blütenboden weg, der beim Pflücken ohnehin am Strauch bleibt.

Praktisch für die Küche: Für 100 Gramm brauchen Sie ungefähr 20 Beeren. Eine handelsübliche Schale mit 125 Gramm enthält also grob 25 Stück, die große 250-Gramm-Schale entsprechend rund 50. Weil die Größe innerhalb einer Schale stark schwankt, sind das Richtwerte und keine exakte Stückzahl.

Durchschnittsgewicht von Himbeeren nach Art und Größe
Art / GrößeGewicht pro Stück
Waldhimbeere (klein)ca. 3 bis 4 g
Zuchthimbeere (mittel)ca. 5 g
große Gartensorteca. 6 bis 7 g
Schale 125 gca. 25 Beeren
Schale 250 gca. 50 Beeren
100 g (für Rezepte)ca. 20 Beeren

Wer Rezepte umrechnet, kann sich merken: Eine gehäufte Handvoll entspricht etwa 60 bis 80 Gramm, eine großzügige Dessertportion liegt bei 100 bis 150 Gramm. Tiefgekühlte Himbeeren wiegen übrigens praktisch genauso viel wie frische, sie verlieren beim Auftauen nur etwas Flüssigkeit und fallen dann zusammen.

Eine Beere, die botanisch gar keine ist

Die Himbeere (Rubus idaeus) gehört zu den Rosengewächsen und ist eng mit der Brombeere verwandt. Was wir als Beere essen, ist streng genommen eine Sammelsteinfrucht: Jede der vielen kleinen Kugeln an der Außenseite ist eine eigene winzige Steinfrucht mit einem harten Kern, alle zusammen sitzen auf einem gemeinsamen Blütenboden. Löst sich die reife Frucht vom Strauch, bleibt dieser Zapfen zurück, und die Himbeere ist innen hohl. Genau das unterscheidet sie von der Brombeere, bei der der Fruchtboden mitgeht.

Bei uns zu Hause ist das ein schönes Erkennungsmerkmal für Kinder: Die hohle Himbeere passt wie ein Fingerhut auf die Fingerspitze. Angebaut werden neben den klassischen roten auch gelbe und fast schwarze Sorten. Geschmacklich sind gelbe Himbeeren oft etwas milder und weniger säuerlich, was manche als angenehmer empfinden. Man unterscheidet außerdem Sommerhimbeeren, die einmal im Jahr tragen, und Herbsthimbeeren, die später und teils bis in den Oktober hinein reifen.

Nährwerte: wenig Kalorien, viele Ballaststoffe

Himbeeren bestehen zu rund 86 Prozent aus Wasser, entsprechend niedrig ist ihr Brennwert. Mit etwa 34 Kilokalorien je 100 Gramm zählen sie zu den kalorienärmeren Obstsorten. Auffällig ist ihr Ballaststoffgehalt: Mit knapp 5 Gramm pro 100 Gramm gehören sie zu den ballaststoffreichsten heimischen Früchten überhaupt, was zum großen Teil an den vielen kleinen Kernen liegt.

An Vitaminen und Mineralstoffen liefern Himbeeren unter anderem Vitamin C, Kalium und etwas Eisen. Rund 25 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm decken einen spürbaren Teil des Tagesbedarfs. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Wie bei allen wasserlöslichen Vitaminen gilt: Der Gehalt sinkt bei langer Lagerung und Hitze, frisch verzehrte oder schonend tiefgefrorene Beeren behalten am meisten davon. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Werte je 100 Gramm im Überblick.

Der Zuckeranteil liegt mit knapp 5 Gramm je 100 Gramm niedrig, weshalb Himbeeren trotz ihres süßen Aromas eher dezent süß schmecken. Die feine Säure stammt vor allem aus Fruchtsäuren, die den Beeren ihren typisch frischen Geschmack geben.

Typische Nährwerte je 100 g frische Himbeeren (essbarer Anteil, roh)
Nährwertje 100 g frische Himbeeren (essbarer Anteil, roh)
Brennwert34 kcal
Eiweiß1,0 g
Fett0,3 g
Kohlenhydrate5 g
davon Zucker4,8 g
Ballaststoffe4,7 g
Vitamin C25 mg
Kalium200 mg
Magnesium30 mg
Calcium40 mg
Wasser86 g

Woraus die Energie stammt

  • Fett 0,3 g (10%)
  • Eiweiß 1,0 g (15%)
  • Kohlenhydrate 5,0 g (75%)

Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Himbeere

Saison: heimische Himbeeren im Sommer

Die deutsche Freilandsaison für Himbeeren beginnt im Juni und reicht dank verschiedener Sorten bis in den Oktober. Die Hauptzeit liegt im Juni und Juli, wenn die Sommerhimbeeren reif werden. Ab dem Spätsommer übernehmen die Herbsthimbeeren und liefern bis zu den ersten Nächten mit Frostgefahr nach. In dieser Zeit sind die Beeren am aromatischsten und meist am günstigsten.

Außerhalb der Saison stammen frische Himbeeren im Handel fast durchgehend aus dem Ausland, etwa aus Spanien, Portugal oder Marokko, teils per Flugimport. Wer heimisch und saisonal einkaufen möchte, greift im Sommer zu regionaler Ware vom Feld, vom Wochenmarkt oder aus dem eigenen Garten. Für den Rest des Jahres sind Tiefkühlhimbeeren eine gute und meist günstigere Alternative, weil sie direkt nach der Ernte schockgefrostet werden.

Saison-Kalender

J
F
M
A
M
  • Saison (Freiland)
  • Lager / Import
  • kaum verfügbar

Heimische Freilandsaison: Sommerhimbeeren im Juni und Juli, Herbstsorten liefern bis in den Oktober nach.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Der Saisonkalender

Einkauf und Lagerung: schnell verarbeiten

Himbeeren gehören zu den empfindlichsten Früchten überhaupt. Sie werden reif geerntet, reifen nach dem Pflücken nicht mehr nach und beginnen schon nach ein bis zwei Tagen zu schimmeln. Achten Sie beim Kauf auf pralle, trockene Beeren mit gleichmäßiger Farbe. Feuchte Stellen, matschige Beeren oder Saftflecken am Schalenboden sind ein Zeichen dafür, dass die Ware bereits überlagert ist.

Zu Hause räumen wir die Schale sofort in den Kühlschrank, am besten ins Gemüsefach, und breiten die Beeren locker aus, damit kein Druck entsteht. Waschen sollte man Himbeeren erst kurz vor dem Verzehr und dabei nur vorsichtig unter fließendem Wasser oder in einem Wasserbad, sonst saugen sie sich voll und zerfallen. Eine einzelne schimmelige Beere sortieren wir samt ihren direkten Nachbarn aus, weil sich Schimmel schnell ausbreitet.

Wer größere Mengen hat, friert sie am besten ein. Dafür die trockenen Beeren einlagig auf einem Blech vorfrieren und erst dann in einen Beutel oder eine Dose füllen, so kleben sie nicht zusammen. Tiefgefroren halten Himbeeren viele Monate. Für Kuchen, Kompott oder Smoothies können Sie sie ungetaut direkt weiterverarbeiten.

Verwendung in der Küche

Frische Himbeeren schmecken pur, als Topping auf Joghurt, Quark, Porridge oder Eis und in Obstsalaten. Ihre feine Säure passt gut zu süßen und cremigen Komponenten. Beim Backen landen sie in Muffins, Tartes, Kuchen und Waffeln, wobei sich Tiefkühlware unaufgetaut besser einrühren lässt, weil sie den Teig nicht so stark einfärbt.

Aus Himbeeren lassen sich Konfitüre, Gelee, Sirup und Fruchtsoßen kochen. Für eine schnelle Sauce zerdrücken wir die Beeren, streichen sie durch ein Sieb, wenn die Kerne stören, und süßen nach Geschmack. Auch herzhaft macht die Beere eine gute Figur: In einem Dressing mit etwas Essig, Öl und Senf bringt sie eine fruchtige Note in Blattsalate. Wer die kleinen Kerne nicht mag, passiert Mus und Soßen einfach durch ein feines Sieb.

Gut zu wissen: Kerne, Blätter und Reste

Himbeeren sind roh unbedenklich und müssen nicht erhitzt werden. Die vielen kleinen Kerne sind harmlos und sogar Träger eines Großteils der Ballaststoffe, können bei empfindlichen Personen aber als etwas hart empfunden werden. Wer das nicht mag, verarbeitet die Beeren zu passiertem Mus.

Aus den getrockneten Blättern des Himbeerstrauchs wird traditionell ein Tee zubereitet. Zu gesundheitlichen Wirkungen halten wir uns bewusst zurück, hier gilt: im Zweifel ärztlichen oder fachkundigen Rat einholen, gerade in der Schwangerschaft. Vorsicht ist bei überlagerten Beeren geboten. Sichtbar schimmelige Früchte gehören komplett in den Abfall, das gilt auch für weiche Nachbarbeeren, denn Schimmelpilze können sich unsichtbar durch die weiche Frucht ziehen. Ein simpler Grundsatz aus unserer Küche: Was riecht oder matschig ist, wird nicht mehr gegessen.

Häufige Fragen zu Himbeeren

Wie viel wiegt eine Himbeere?
Eine mittelgroße Zuchthimbeere wiegt im Schnitt rund 5 Gramm. Waldhimbeeren sind mit 3 bis 4 Gramm kleiner, große Gartensorten kommen auf 6 bis 7 Gramm.
Wie viele Himbeeren sind 100 Gramm?
Für 100 Gramm rechnen Sie mit ungefähr 20 Beeren. Eine 125-Gramm-Schale enthält entsprechend rund 25, eine 250-Gramm-Schale etwa 50 Stück.
Wie viele Kalorien haben Himbeeren?
Frische Himbeeren liefern etwa 34 Kilokalorien je 100 Gramm. Durch den hohen Wasseranteil von rund 86 Prozent gehören sie zu den kalorienärmeren Obstsorten.
Wann haben Himbeeren in Deutschland Saison?
Die heimische Freilandsaison reicht von Juni bis Oktober. Sommerhimbeeren tragen im Juni und Juli, Herbstsorten liefern bis in den Oktober nach.
Wie lagert man Himbeeren am besten?
Ungewaschen und locker ausgebreitet im Kühlschrank, dort halten sie nur ein bis zwei Tage. Für länger frieren Sie die trockenen Beeren einlagig vorgefrostet ein.
Kann man Himbeeren mit Kernen essen?
Ja, die kleinen Kerne sind unbedenklich und enthalten viele Ballaststoffe. Wer sie nicht mag, passiert das Mus durch ein feines Sieb.

Quellen

  1. Nährwertrechner.de: Himbeere
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Der Saisonkalender
  3. Verbraucherzentrale: Lebensmittel auswählen, zubereiten und aufbewahren
  4. AOK: Himbeeren, Nährwerte, Verwendung und richtige Lagerung

Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.

Zuletzt aktualisiert am 20.07.2026.