Aprikose: Gewicht, Nährwerte und Saison der Sommerfrucht
Eine mittelgroße Aprikose wiegt bei uns in der Küche meist rund 50 Gramm, wovon nach dem Entsteinen etwa 45 Gramm essbarer Anteil bleiben. Die kleine orange Steinfrucht bringt viel Beta-Carotin und Kalium mit, hat aber wenig Kalorien. In Bayern, Österreich und Südtirol heißt sie Marille, gemeint ist dieselbe Frucht.
Aprikose oder Marille? Kurz erklärt
Aprikose und Marille sind dasselbe Obst. Der Name wechselt nur mit der Region: In weiten Teilen Deutschlands sagt man Aprikose, in Bayern, Österreich und Südtirol Marille. Botanisch gehört sie als Prunus armeniaca zum Steinobst und damit in die Verwandtschaft von Pfirsich, Pflaume und Kirsche.
Typisch sind die samtige, leicht flaumige Schale, das kräftige Orange und der gut lösliche Stein in der Mitte. Reife Früchte duften deutlich und geben auf leichten Druck etwas nach. Wir mögen sie am liebsten sonnengereift aus dem Hochsommer, wenn sie süß und zugleich fein säuerlich schmecken.
Der Name deutet auf eine lange Reise: Die Frucht kam über Armenien und den Mittelmeerraum nach Mitteleuropa, worauf der botanische Zusatz armeniaca anspielt. Heute wird sie in vielen warmen Lagen angebaut, in Deutschland vor allem dort, wo die Sommer verlässlich warm sind.
Wie viel wiegt eine Aprikose?
Eine mittelgroße Aprikose wiegt etwa 50 Gramm mit Kern, nach dem Entsteinen bleiben rund 45 Gramm essbarer Anteil. Kleine Früchte liegen bei etwa 35 Gramm, große Sorten können 65 bis 70 Gramm erreichen. Der Stein selbst macht nur ungefähr 3 bis 5 Gramm aus.
| Größe | mit Kern | essbarer Anteil (ohne Kern) |
|---|---|---|
| klein | ca. 35 g | ca. 32 g |
| mittel | ca. 50 g | ca. 45 g |
| gross | ca. 70 g | ca. 65 g |
Die Werte schwanken je nach Sorte und Reife. Für die Küche rechnen wir mit rund 10 mittleren Aprikosen auf ein halbes Kilo. Getrocknete Aprikosen sind deutlich leichter: Eine Trockenfrucht wiegt nur etwa 8 bis 10 Gramm, weil ihr das Wasser entzogen wurde. Wer für ein Rezept ein bestimmtes Fruchtfleisch-Gewicht braucht, plant den Stein am besten mit ein und wiegt lieber einmal mehr nach.
Nährwerte der Aprikose
Frische Aprikosen sind kalorienarm. Mit rund 43 Kilokalorien je 100 Gramm gehören sie zu den leichteren Obstsorten, was auch am hohen Wasseranteil liegt. Auffällig ist der Gehalt an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, die der Frucht ihre orange Farbe gibt. Unter den heimischen Obstarten zählt die Aprikose hier zu den gehaltvolleren.
Dazu kommen Ballaststoffe und Kalium. Nährwertrechner.de nennt für 100 Gramm rohe Aprikose etwa 280 Milligramm Kalium. Kalium trägt laut den zugelassenen EU-Angaben zu einer normalen Muskelfunktion bei. Die Werte in der Tabelle beziehen sich auf 100 Gramm essbaren Anteil und schwanken naturgemäß mit Sorte, Standort und Reifegrad.
Ein Wort zur Einordnung: Nährstoffe machen ein Lebensmittel nicht zur Medizin. Wir betrachten die Aprikose als das, was sie ist, nämlich eine schmackhafte Frucht, die sich gut in eine abwechslungsreiche Ernährung einfügt.
| Nährwert | je 100 g frische Aprikose, roh, essbarer Anteil |
|---|---|
| Energie | 43 kcal |
| Kohlenhydrate | 9 g |
| davon Ballaststoffe | 2 g |
| Eiweiß | 1 g |
| Fett | 0,13 g |
| Kalium | 280 mg |
| Beta-Carotin | 1.600 µg |
| Vitamin C | 9,4 mg |
Woraus die Energie stammt
- Fett 0,1 g (3%)
- Eiweiß 1,0 g (10%)
- Kohlenhydrate 9,0 g (87%)
Angaben je 100 g, gerundet. Quelle: Nährwertrechner.de: Aprikose (frisch, roh)
Saison: Wann gibt es deutsche Aprikosen?
Die deutsche Freilandsaison ist kurz und fällt in den Hochsommer. Von Juli bis August kommen Aprikosen aus warmen Anbaugebieten wie der Pfalz und Südbaden auf den Markt. Außerhalb dieser Wochen stammt fast alle Ware aus dem Import.
Ab Juni liefern zunächst Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien und die Türkei. In den Wintermonaten stammen die wenigen frischen Früchte aus Überseeländern. Wer Wert auf Regionalität legt, greift also am besten im Juli und August zu, wenn die Aromen am vollsten sind und die Wege kurz bleiben.
Saison-Kalender
- Saison (Freiland)
- Lager / Import
- kaum verfügbar
Deutsche Freilandware gibt es vor allem im Juli und August aus warmen Lagen wie der Pfalz und Südbaden. Außerhalb dieser Wochen stammt die Ware aus dem Import.
Getrocknete Aprikosen: geschwefelt oder ungeschwefelt
Beim Trocknen verliert die Aprikose Wasser, die Nährstoffe konzentrieren sich. Getrocknete Früchte liefern laut Nährwertrechner.de rund 238 Kilokalorien und etwa 18 Gramm Ballaststoffe je 100 Gramm, dazu viel Kalium. Sie sind ein praktischer Vorratssnack, aber deutlich gehaltvoller als frische Ware.
Beim Kauf fällt oft die Farbe auf. Leuchtend orange Trockenaprikosen sind in der Regel mit Schwefeldioxid (E220) behandelt. Der Schwefel bremst die natürliche Braunfärbung und konserviert. Ungeschwefelte Aprikosen sehen dagegen dunkelbraun und unscheinbar aus, schmecken aber genauso gut.
Ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit: Steht dort nur Aprikosen, ist die Ware ungeschwefelt. Erscheint Schwefeldioxid oder E220, wurde konserviert. Menschen, die empfindlich auf Sulfite reagieren, und Asthmatiker greifen laut Verbraucherinformationen des Landes Hessen besser zur ungeschwefelten Variante. Wir waschen getrocknete Aprikosen vor dem Verzehr kurz ab.
Einkauf, Lagerung und Reife
Reife Aprikosen erkennt man am Duft und daran, dass sie auf sanften Druck leicht nachgeben. Die Farbe allein täuscht, denn eine orange Schale bedeutet nicht automatisch Reife. Grünliche, harte Früchte reifen nur bedingt nach und bleiben oft mehlig oder sauer.
Vollreife Aprikosen halten sich bei Zimmertemperatur nur ein bis zwei Tage. Im Kühlschrank gewinnt man etwas Zeit, doch die Frucht verliert dort an Aroma, deshalb nehmen wir sie vor dem Essen rechtzeitig heraus. Noch etwas feste Exemplare reifen bei Zimmertemperatur nach, gern neben einem Apfel, dessen Reifegas den Vorgang beschleunigt.
Aprikosen lassen sich gut einfrieren. Wir halbieren sie, entfernen den Stein und frieren sie auf einem Blech vor, bevor sie in den Beutel wandern. So kleben sie später nicht zusammen und lassen sich portionsweise entnehmen.
In der Küche: So verwenden wir Aprikosen
Frisch sind Aprikosen ein einfacher Snack, im Müsli oder Joghurt machen sie sich ebenfalls gut. Klassisch werden sie zu Marmelade und Kompott verarbeitet oder wandern auf Kuchen und in Strudel, wo die Marille in Österreich Tradition hat. Halbiert und kurz gegrillt oder im Ofen geschmort entfaltet die Frucht eine schöne Süße.
Auch herzhaft passt die Aprikose gut, etwa zu Ziegenkäse, in Salaten oder als fruchtige Note zu Lamm und Geflügel. Getrocknete Aprikosen geben Couscous, Chutneys und deftigen Schmorgerichten Tiefe. Ihr feines Säurespiel gleicht kräftige Würzung angenehm aus.
Beim Entsteinen lässt sich der Stein bei reifen Früchten meist leicht herausdrehen. Für Kompott genügt es, die Aprikosen zu halbieren und den Stein mit dem Daumen zu lösen. Für Kuchenbelag schneiden wir die Hälften noch einmal, damit sie beim Backen gleichmäßig weich werden.
Kern und Sicherheit
Das Fruchtfleisch der Aprikose ist unbedenklich. Anders sieht es beim Samen im Inneren des Steins aus. Man unterscheidet süße und bittere Aprikosenkerne. Bittere Kerne enthalten viel Amygdalin, aus dem im Körper Blausäure freigesetzt werden kann.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Erwachsenen, nicht mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag zu essen, und empfiehlt für Kinder, ganz darauf zu verzichten. Schwangere und Stillende verzichten vorsichtshalber ebenfalls. Für eine Heilwirkung solcher Kerne gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. Wir lassen die Kerne konsequent weg und genießen nur das Fruchtfleisch.
Häufige Fragen zu Aprikose
Wie viel wiegt eine Aprikose?
Ist die Aprikose dasselbe wie die Marille?
Wann haben deutsche Aprikosen Saison?
Sind getrocknete Aprikosen geschwefelt?
Darf man Aprikosenkerne essen?
Quellen
- Nährwertrechner.de: Aprikose (frisch, roh)
- Nährwertrechner.de: Aprikose getrocknet
- BfR: Bittere Aprikosenkerne können zu Vergiftungen führen
- Verbraucherfenster Hessen: Ist geschwefeltes Trockenobst gesund?
- BZfE: Der Saisonkalender für Obst und Gemüse
Nährwerte sind Durchschnittswerte und variieren je nach Sorte und Herkunft. Stand: 20.07.2026.